"Kleine, aber feine" Mengen
Weinlesebeginn am Schwarzenbergplatz mit gemischten Erwartungen
- Am Schwarzenbergplatz wurde die Weinlese 2026 eingeläutet. Mit dabei, v.l.: Weingutsleiter Thomas Podsednik, Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Weinhoheit Anna Langes, Präsident Landwirtschaftskammer Wien Norbert Walter und Dompfarrer Toni Faber.
- Foto: Kaja Sade Jerabek/MeinBezirk
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Schon traditionell wurde die Weinernte beim kleinsten Weingarten Wiens am Schwarzenbergplatz von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Verantwortlichen der Branche eingeläutet. Dabei musste heuer aufgrund des heißen, trockenen Sommers etwas terminlich geschummelt werden – allgemein erwartet man aufgrund des herausfordernden Anbaujahrs eine "kleine, aber feine" Ernte.
WIEN/INNERE STADT. Mitten im dichten Gedränge der Touristen am Rand des Schwarzenbergplatzes gab es am Dienstagvormittag ein Ereignis zu sehen, das schon Tradition hat. Dort beim Haus Schwarzenbergplatz 2 befindet sich nämlich der kleinste Weingarten der Hauptstadt – man muss schon mit offenen Augen am Gehsteig entlanggehen, um die Handvoll Reben zu finden, die hier wachsen und von Mayer am Pfarrplatz betreut werden.
Genau hier läuteten Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Weingutsleiter Thomas Podesnik vom Mayer am Pfarrplatz und der Präsident der Landwirtschaftskammer Wien (LKW), Norbert Walter, ein. Die ersten Schnitte waren schnell gemacht, die ersten Trauben für die insgesamt bis zu 60 Flaschen Wein, die aus der Lese Schwarzenbergplatz herauskommen, rasch geerntet.
Doch eines sollte heuer dann doch anders sein als in den üblichen Jahren. Eigentlich ist das kleine Weinfeld am Schwarzenbergplatz tatsächlich das Erste im Mayer-Universum, das gelesen wird. Aufgrund der klimatischen Gegebenheiten heuer begann man jedoch woanders schon früher und noch während des Sommers.
"Kleine, aber feine" Weinmengen
Ganz generell war bei aller Freude, dass die Ergebnisse eines harten Anbaujahrs jetzt endlich eingeholt werden, bei allen Beteiligten groß. Auch wenn man natürlich mit Sorge auf das besonders heiße und trockene Anbaujahr zurückblickt. Denn das Klima sorgte nicht nur dafür, dass heuer früher gelesen wird, sondern auch, dass man mit rund 30 bis 40 Prozent weniger Weinerzeugnis erwarten muss, so LKW-Präsident Walter: "Es war ein schwieriges Weinjahr heuer, aber wir sind froh, dass wir das, was wir heuer hereinbringen, klein aber fein sein wird. Und ich denke, das ist genau das, auf dass es heuer ankommt."
Das bestätigt auch Weingutsleiter Podsenik von Mayer am Pfarrplatz. "Die Beeren sind kerngesund und der Most hat hohe Gradationen, da die Rebstöcke ihre ganze Kraft in die wenigen Trauben stecken können. 2026 hat damit das Zeug zu einem denkwürdigen Jahrgang mit dichten, konzentrierten und langlebigen Weinen!"
Unterstützung, wo es geht
Bürgermeister Ludwig hebt am kleinsten Weingarten Wiens am Schwarzenbergplatz hervor, wie wichtig und groß die Branche nicht für die Stadt sei: "Es gibt in Wien etwa 400 Betrieben, die im Weinbau aktiv sind – bei vielen Gelegenheiten bedanke ich mich bei diesen. Dank ihnen sind wir die einzige Metropole, in der Weinbau so stattfinden kann."
- Die Mengen, die heuer gelesen werden, werden heuer wohl geringer ausfallen. Dafür soll die Qualität umso besser sein, ist man sich einig.
- Foto: Kaja Sade Jerabek/MeinBezirk
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Auch er spricht von einer geringeren Menge heuer, aber was in die Flaschen kommt, wird "in höchster Qualität sein – es gibt also keine Ausrede, keinen Wiener Wein zu trinken." Allgemein tue die Stadtregierung alles in ihrem Rahmen stehende, um die landwirtschaftlichen Betriebe – da gehören nicht nur die Weinbauern hinzu – zu unterstützen. Dies beginne bei der Zurverfügungstellung von Wasser für die Bewässerung und reiche bis zur Förderung der Nachhaltigkeit.
Ludwig betont aber auch, dass es die Politik allein nicht richten kann: "Jede und jeder kann einen Beitrag leisten, indem regionale Produkte nachgefragt und die Wiener Weinbaubetriebe sowie ihre Heurigen unterstützt werden. Das stärkt die Wertschöpfung vor Ort und hilft den Betrieben unmittelbar."
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