Statistik der Wiener Bevölkerung
Wien wächst - aber nicht überall

Klemens Himpele präsentiert die Bevölkerungsdaten seiner MA 23.
  • Klemens Himpele präsentiert die Bevölkerungsdaten seiner MA 23.
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Die Landesstatistik (MA 23) weiß mehr über die Wiener, als man glaubt - aber alles rein statistisch.

WIEN. Klemens Himpele ist der Leiter der MA 23. Wenn er die Wiener Bevölkerungsentwicklung des vergangenen Jahres präsentiert, merkt man, dass er seinen Beruf - und Zahlen - liebt. "Das aktuell Spannendste ist wohl der sogenannte Anschluss-Babyboom: Der 1939er-Jahrgang schlägt sich massiv in den Bevölkerungszahlen nieder, es gibt also auffällig viele rund 80-jährige in Wien", so Himpele. "Das ist faszinierend."

Aber es gibt durchaus noch andere Auffälligkeiten: "Von 2015 bis 2017 wuchs die Bevölkerung viel stärker als sonst mit einem Plus von 40.000 Menschen - das war die große Flüchtlingswelle. Inzwischen hat sich aber alles wieder normalisiert und die meisten Zuwanderer kommen nicht mehr aus Syrien und Afghanistan, sondern aus Rumänien, Deutschland und Bulgarien."

Wo wächst Wien?

Grundsätzlich wächst Wien seit vielen Jahren konstant, im letzten Jahr etwa um 14.500 Menschen. "Das unterteilen wir in Geburten und Zuwanderer. Es gab um 2.500 Geburten mehr als Todesfälle, und es gab um 12.000 Zuwanderer mehr als Abwanderer. Auch welche der 23 Bezirke vom Bevölkerungswachstum besonders betroffen sind, weiß Himpele: "Es sind vor allem die großen Außenbezirke bzw. Flächenbezirke, schlichtweg deshalb weil dort noch genügend Platz für große Wohnungsneubauten ist."

Daran liegt es auch, dass etwa Mariahilf 2019 weniger Einwohner hat, als noch im Jahr davor: "Der 6. Bezirk ist dicht verbaut, da ist Wohnungsneubau kaum möglich." Das trifft auch für den Neubau und die anderen Gürtel-inneren Bezirke zu. Die Innere Stadt weist die am stärksten schrumpfende Bevölkerung auf, konkret um 3,2 Prozent.

Die Deutschen sind nur Zweite

Himpele klärt auch ein weitverbreitetes Mißverständnis auf: "Viele glauben, die meisten Zuzügler nach Wien kämen aus Deutschland, das stimmt aber nur für ganz Österreich, nicht für Wien - außer bei den Studenten. Serbien als Geburtsland steht mit Abstand an der Spitze, es folgen die Türkei und dann erst Deutschland."

Der Anteil der im Ausland geborenen Wiener stieg 2019 um 0,4 Prozent an, aktuell sind es rund 37 Prozent. Das soll sich laut Prognosen auch in den nächsten Jahrzehnten kaum ändern, denn so werden etwa bei der ersten Gastarbeiter-Generation wegen der Erreichung des durchschnittlichen Todesalters die Sterbefälle in absehbarer Zeit zunehmen.

Die Prognosen für die Zukunft

Die MA 23 stellt mit ihren Daten auch Prognosen an. So weiß Himpele etwa, dass Wien bis 2030 jährlich um durchschnittlich 0,6 Prozent wachsen wird. "2027 werden wir die Zwei-Millionen-Grenze überschreiten, wenn es so weitergeht." Das hängt allerdings auch von externen Faktoren ab - gibt es neue große Kriege, muss man mit mehr Flüchtlingen rechnen, stagniert die Wirtschaft etwa in östlichen EU-Ländern, könnten auch von dort mehr Zuzügler nach Wien kommen.

Ein Wert bleibt allerdings seit Jahrzehnten konstant: "Es gibt immer mehr Frauen, als Männer. Exakt sind es heute 51,2 Prozent Frauen in Wien", erklärt Franz Trautinger von der MA 23. Für den Schluss hat sich Klemens Himpele noch ein statistisches Schlagobershauberl aufgehoben: "Wenn England und damit auch London aus der EU austritt, ist Wien die fünftgrößte Stadt der EU."

Autor:

Mathias Kautzky aus Hietzing

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