Ottakring sucht Baumstandorte
100 Meldungen für neue Baumstandorte
- hochgeladen von Baumschutz Ottakring
100 Meldungen für neue Baumstandorte gibt es schon - aber für wie viele Bäume werden eigentlich Standorte gesucht?
Dass nun nach geeigneten Flächen für neue Bäume gesucht wird und lt. Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp bereits rund 100 Vorschläge eingelangt sind, ist grundsätzlich erfreulich. Jeder zusätzliche Baum ist wichtig. Doch nach den bisherigen Veröffentlichungen der Bezirksvorstehung drängt sich eine entscheidende Frage auf:
Für wie viele Bäume werden diese Standorte eigentlich benötigt?
Denn die Zahlen, die wir bereits öffentlich gemacht haben, zeigen eine andere Dimension: Zwischen 2019 und Anfang 2026 wurden allein im öffentlichen Raum in Ottakring 810 Bäume gefällt. Rechnet man größere Fällungen auf Privatflächen – etwa bei der Klinik Ottakring, in der Gallitzinstraße oder bei der Villa Aurora – dazu, kommen wir auf 986 gefällte Bäume.
Dem stehen zwar 1.468 Pflanzungen gegenüber. Bei genauer Betrachtung sind davon jedoch 901 Ersatzpflanzungen und nur rund 500 tatsächliche Neupflanzungen. Gleichzeitig wurde 2020 das Ziel angekündigt, innerhalb von fünf Jahren 1.000 neue Bäume zu pflanzen. Dieses Ziel wurde mit 507 Neupflanzungen deutlich verfehlt.
Umso wichtiger wäre jetzt Transparenz:
👉 Wie viele Ersatzpflanzungen stehen derzeit noch aus?
👉 Für wie viele gefällte Bäume werden konkret neue Standorte benötigt?
👉 Wie viele der rund 100 eingelangten Vorschläge werden tatsächlich für Ersatzpflanzungen genutzt – und wie viele für zusätzliche Neupflanzungen?
👉 Wie viele Bäume sollen insgesamt in dieser Aktion gepflanzt werden?
Die Frage nach geeigneten Standorten sollte vor der Genehmigung großer Baumfällungen geklärt sein – nicht erst danach. Bei Fällungen wie jenen bei der Villa Aurora oder in der Gallitzinstraße hätte die Frage nach den Ersatzstandorten längst beantwortet werden müssen. beim Bauprojekt in der Gallitzinstraße wird ein Teil auf dem Grundstück gepflanzt, für nicht gepflanzte Bäume wird eine Ausgleichsabgabe gezahlt )
Die 100 Meldungen sind daher ein erfreuliches Zeichen für das Engagement der Ottakringerinnen und Ottakringer. Aber aus einer bezirksweiten Mitmachaktion muss jetzt auch eine nachvollziehbare Baumbilanz werden. Denn entscheidend ist nicht, wie viele Baumstandorte gesucht werden – sondern wie viele Bäume Ottakring tatsächlich verloren hat und wie viele davon nun wo ersetzt werden
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