Tarifentwurf für 2027
So stark steigen die Ticketpreise bei den Wiener Linien

Die AK Wien kritisiert die geplanten Öffi-Tarife für 2027. Besonders die Mobilpass-Erhöhung und der Aufpreis bei monatlicher Zahlung der Jahreskarte stoßen auf Ablehnung. | Foto: APA-Images / Tobias Steinmaurer
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  • Die AK Wien kritisiert die geplanten Öffi-Tarife für 2027. Besonders die Mobilpass-Erhöhung und der Aufpreis bei monatlicher Zahlung der Jahreskarte stoßen auf Ablehnung.
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Der Tarifentwurf der Wiener Linien für 2027 sieht teils deutliche Preiserhöhungen vor. Die AK Wien kritisiert vor allem die Mehrbelastung beim Mobilpass und den Aufpreis für die monatliche Zahlung der Jahreskarte. Ihre Stellungnahme liegt MeinBezirk vor. Auf dieser Grundlage haben wir zudem berechnet, was die einzelnen Tickets kosten könnten, sollte der Entwurf in seiner derzeitigen Form umgesetzt werden.

WIEN. Dass die Wiener Linien ihre Tarife künftig jährlich anpassen, ist bereits seit vergangenem Herbst bekannt. Ein Tarifentwurf liefert nun erste konkrete Details zu den geplanten Preisen für 2027. Darüber berichtete zuerst der "Standard" am Dienstagabend:

Wiener Jahreskarte soll künftig rund 483 Euro kosten

Die Stellungnahme der Arbeiterkammer (AK) Wien zu dem von der MA 65 (zuständig für rechtliche Verkehrsangelegenheiten) übermittelten Tarifentwurf liegt inzwischen auch MeinBezirk vor. Die Kammer hält steigende Energie-, Material- und Personalkosten grundsätzlich für nachvollziehbar. Sie verlangt jedoch, "dass Tarifänderungen sozial ausgewogener gestaltet werden".

Einzelne Erhöhungen deutlich über dem Durchschnitt

Laut Stellungnahme beträgt die durchschnittliche Preisanpassung 3,45 Prozent. Analoge Jahreskarten sollen im Schnitt um 3,5 Prozent steigen. Bei der regulären Jahreskarte wären das rechnerisch rund 483,35 statt bisher 467 Euro bei einer Einmalzahlung. Im AK-Papier werden allerdings 483,10 Euro genannt.

Für reguläre digitale Jahreskarten ist ein Plus von 4,8 Prozent vorgesehen. Daraus ergeben sich rechnerisch 483,13 statt 461 Euro. Die digitalen Varianten Spezial, Senior und Jugend würden bei einer Erhöhung um 5,6 Prozent jeweils rund 310,46 statt 294 Euro kosten. Bei den analogen ermäßigten Jahreskarten ergäben sich unter Anwendung der durchschnittlichen Erhöhung von 3,5 Prozent 310,50 statt 300 Euro.

Wer ohne gültiges Ticket fährt, soll künftig einheitlich 140 Euro zahlen. Die AK begrüßt das Ende der Preisstaffelung, hält den Betrag aber für unverhältnismäßig hoch. | Foto: Johannes Zinner
  • Wer ohne gültiges Ticket fährt, soll künftig einheitlich 140 Euro zahlen. Die AK begrüßt das Ende der Preisstaffelung, hält den Betrag aber für unverhältnismäßig hoch.
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Ermäßigte Einzelfahrscheine sollen um 6,1 Prozent teurer werden. Rechnerisch wären das rund 1,70 statt 1,60 Euro im analogen Vorverkauf und 1,59 statt 1,50 Euro digital. Die errechneten Beträge sind Näherungswerte auf Basis der genannten Prozentsätze. Die tatsächlichen Tarife können durch Rundungen und die geplante Angleichung digitaler und analoger Preise davon abweichen.

Beim digitalen 31-Tage-Mobilpass-Ticket soll der Preis laut bisherigem Bericht von 21,90 auf 25,90 Euro steigen – um rund 18,3 Prozent. Die AK lehnt das ab: "Die massive Erhöhung des Mobilpass-Tarifs widerspricht dem ursprünglichen sozialpolitischen Zweck und ist abzulehnen." Die Orientierung dieses Tarifs an der Seniorenjahreskarte sei sozial nicht gerechtfertigt. Mobilpass-Inhaberinnen und -Inhaber hätten deutlich geringere Einkommen.

Monatliche Zahlung bleibt teurer

Bei Jahreskarten soll der Preisunterschied zwischen digitaler und analoger Variante entfallen – durch Angleichung an den höheren analogen Tarif. Die AK hätte eine Orientierung am digitalen Preis oder einen Mittelwert bevorzugt.

Auch den Aufpreis für monatliche Zahlung kritisiert sie: Dieser bleibe mit 41,30 Euro beziehungsweise rund 8,5 Prozent bestehen. Zum Vergleich: 2026 kostet die reguläre Jahreskarte bei monatlicher Abbuchung insgesamt 506,40 Euro, digital 500,40 Euro – jeweils 39,40 Euro mehr als bei Einmalzahlung. Der im Papier genannte Jahreskartenpreis von 483,10 Euro müsse unabhängig von der Zahlungsweise gelten.

Für Fahrten ohne gültiges Ticket sind einheitlich 140 Euro vorgesehen. Bisher werden sofort 135 Euro, bei späterer Zahlung 145 Euro fällig. Die Vereinheitlichung begrüßt die AK, die Höhe hält sie für unverhältnismäßig.

Konkrete Preise stehen noch nicht fest

Die Wiener Linien verwiesen auf MeinBezirk-Anfrage auf die bereits angekündigte jährliche Tarifanpassung, die sich am Verbraucherpreisindex orientiert. Zu den konkreten Preisen heißt es: "Wir sind derzeit in der finalen Ausarbeitung. Alle Detailinfos dazu folgen in Kürze."

Auch die MA 65 äußert sich auf Nachfrage nicht zu den geplanten Tarifen. Sie verweist auf ein laufendes Verfahren, zu dem sie keine Auskünfte geben könne. MeinBezirk hat auch das Büro von Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zur geplanten Mobilpass-Erhöhung und möglichen Ausgleichsmaßnahmen angefragt. Eine Antwort steht weiterhin aus.

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