02.10.2014, 09:32 Uhr

"Wir sind Fröschen ziemlich ähnlich"

HYPO-Generaldirektor-Stellvertreter Leonhard Fragner, Moderatorin Christine Haiden, Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, Sonnentor-Chef Johannes Gutmann, Bert Brandstetter von der Katholischen Aktion Oberösterreich (v. l.). (Foto: Wakolbinger)
Nachhaltigkeit war das zentrale Thema des traditionellen Forums Kirche & Soziales der HYPO Oberösterreich im Linzer Ursulinenhof. Die renommierte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, der Präsident der Katholischen Aktion Oberösterreich Bert Brandstetter und Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann diskutierten unter der Leitung von Welt der Frau-Chefredakteurin Christine Haiden eines der aktuellsten Themen unserer Zeit. Mehr als 200 Gäste folgten der Einladung der HYPO Oberösterreich, darunter auch Caritas-Direktor Franz Kehrer. HYPO-Generaldirektor-Stellvertreter Leonhard Fragner sprach am Beginn von der Wichtigkeit des nachhaltigen Handelns speziell im Bankbereich.

Mit den derzeitigen Maßnahmen werde der Klimawandel nicht aufgehalten, zeigte sich Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb besorgt. Die Situation sei nach wie vor dramatisch. "Wir sind Fröschen ziemlich ähnlich. Setzen wir ihn in ein Gefäß mit heißem Wasser, springt er schnell heraus. Setzen wir ihn in kaltes Wasser und erhitzen es dann, bleibt er dennoch sitzen. So ähnlich ergeht es uns im Verhalten mit dem Klimawandel", so Kromp-Kolb, die zudem erklärte: "Wir wissen genug, um zu handeln und der Klimawandel ist dramatisch. Das ist gängige Meinung in der Wissenschaft."

Für den Bio-Unternehmer Johannes Gutmann ist die konventionelle Landwirtschaft ein Irrweg. Solange aber die Folgekosten daraus, so wie etwa bei der Atomwirtschaft, auf die Allgemeinheit verteilt würden, werde sich leider nicht viel ändern. Er brach auch eine Lanze für die Gemeinwohl-Ökonomie, in der unter anderen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen Berücksichtigung finden. "Das ist ein langwieriger Umdenkprozess, aber er findet statt", so Gutmann. Zudem müsse sich jeder Mensch die Frage stellen: "Was brauche ich wirklich." Laut Kromp-Kolb und Gutmann seien viele kleine, aber rasche Schritte notwendig, um dem Klimawandel und dem Ressourcenverbrauch entgegenzuwirken. Gutmann: "Man muss sich ja nur anschauen, was für Müll die Menschen in den Supermärkten kaufen, den sie aber nicht brauchen."

Die katholische Kirche engagiere sich, so Bert Brandstetter, stark für das Thema Nachhaltigkeit. Das zeige sich klar an der kritischen Einstellung zur Atomenergie oder zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP mit den USA. Die Bibelstelle „macht Euch die Erde untertan“ bedeute nicht, dass die Menschen die Erde ausbeuten dürfen, sondern vielmehr dass sie sorgsam mit den Ressourcen umgehen sollen, so der Präsident der Katholischen Aktion Oberösterreich.
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