26.08.2016, 14:59 Uhr

Die grüne Welle rollt an

1. Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein. (Foto: Flix-Bus)

Interview mit Andre Schwämmlein, Geschäftsführer von FlixBus, über die Veränderungen im Fernbus-Markt.

Der Fernbus-Markt hat sich erst in den letzten Jahren in Deutschland etabliert und ist auch bei uns im Umbruch. So hat FlixBus kürzlich Postbus übernommen und ist jetzt Marktführer. Wir haben Andre Schwämmlein, Geschäftsführer von FlixBus, zu den Veränderungen im Fernbus-Markt, Ticketpreise und Umwelt-Faktoren befragt.

FlixBus hat Postbus übernommen. Wird damit das bestehende Angebot eingeschränkt?

Ganz im Gegenteil. Durch die Übernahme von Postbus können wir zukünftig Regionen besser anbinden, die bisher keinen ausreichenden Anschluss ans Fernbusnetz hatten. Auf Hauptstrecken zwischen Großstädten vermeiden wir, dass zwei Busse zur gleichen Zeit starten, denn wir können das jetzt zeitlich besser staffeln. Damit werden Kapazitäten frei, um künftig mehr kleinere Städte anzufahren, die bislang schlecht ans Fernverkehrsnetz angeschlossen sind. Es werden also noch mehr Menschen als bisher die Möglichkeit haben, mit dem Fernbus zu reisen.

Wenn Sie jetzt unangefochtener Marktführer sind, werden damit die günstigen Ticketpreise in den Fernbussen steigen?
Bei Fernbussen sind wir in der Tat größter Anbieter. Aber auf dem gesamten Verkehrsmarkt konkurrieren wir allerdings mit Bahn, Flugzeug, Mitfahrzentralen und vor allem dem Pkw. Das heißt, um weiter für alle Reisende attraktiv zu bleiben, müssen wir nicht nur bei Qualität und Service, sondern auch bei den Preisen attraktiv bleiben. Hinzu kommt, dass unsere Kunden sehr preisbewusst sind. Wenn wir möchten, dass mehr Menschen statt des Autos öffentliche Verkehrsmittel nutzen, können wir keinesfalls willkürlich an der Preisschraube drehen.

Wenn immer mehr Menschen mit dem Bus fahren, belastet das nicht die Umwelt?

Auch hier ist das klare Gegenteil der Fall: Im Vergleich zu Passagieren in Flugzeug, Bahn oder Pkw belasten Buskunden auf Fernstrecken die Umwelt mit Abstand am wenigsten mit CO2. Das bestätigt auch die Studie des Öko-Instituts aus dem Jahr 2013. Bei uns sind also nicht nur die Busse grün.

24 Ziele in fünf Ländern

FlixBus fährt von Graz aus 24 Ziele in fünf Ländern an. Zu den Zielen zählen in Österreich u.a. Wien, Linz, Wels, Salzburg oder Sankt Michael. Es gibt Direktverbindungen nach München, Udine, Triest und Venedig, nach Maribor und Ljubljana sowie nach Zagreb und in acht kroatische Städte.
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