17.08.2016, 06:30 Uhr

Wissen, woher das Schnitzel kommt

Knapp 140 steirische Gastrobetriebe tragen offiziell das AMA-Gastrosiegel – drei gibt es auch in Graz-Umgebung Nord. (Foto: bilderbox)

Beim Einkauf schauen wir darauf, woher die Lebensmittel stammen – wie sieht das beim Auswärtsessen aus?

Du bist, was du isst. In den heimischen Küchen werden verstärkt Lebensmittel verkocht, die auch bei uns gewachsen sind beziehungsweise gezüchtet wurden.

Faire Lebensmittel

Der Steirer legt Wert darauf, zu wissen, woher sein geliebtes Schnitzerl kommt. Studien zufolge essen 2,5 Millionen Österreicher täglich außer Haus – in Kantinen oder Restaurants ist die Herkunft der Lebensmittel aber oft schwierig nachzuvollziehen. Die Landwirtschaftskammer fordert deshalb bereits seit geraumer Zeit eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung von Fleisch- und Eierprodukten in der Gastronomie, wie es zum Beispiel in der Schweiz längst Pflicht ist. Unterstützung erhält sie dabei vom oststeirischen Verein 'Faire Lebensmittel', der sich seit 2014 für Kennzeichnungen auf Speisekarten starkmacht.
Den bisher einzigen Anhaltspunkt über die in österreichischen Gaststätten verarbeiteten Lebensmittel liefert das AMA-Gastrosiegel, das die Verwendung von heimischen Produkten bestätigt. Dieses Siegel steht somit für Regionalität und frische Zubereitung, sagt aber gleichzeitig nichts über Bio-Aufzucht aus. Österreichweit tragen 1.300 Betriebe diese Auszeichnung, knapp 140 davon finden sich in der Steiermark.

Regionale Gütesiegel

Drei Gastronomiebetriebe in Graz-Umgebung Nord verpflichten sich mit dem AMA-Gastrosiegel, die Herkunft der landwirtschaftlichen Rohstoffe auf ihrer Speisekarte anzugeben, diese frisch zuzubereiten und sich von unabhängigen Stellen kontrollieren zu lassen. Einer davon ist der 'Gasthof Grabmayer' in Schrauding bei Frohnleiten. Bereits seit acht Jahren wird hier mit dem Siegel auf regionale Produkte gesetzt. "Und die Gäste wissen das auch zu schätzen", sagt Franz Grabmayer, "denn immer mehr gehen bewusster mit ihrer Ernährung um". Seit heuer mit dem Siegel ausgestattet ist der 'Gasthof zur Linde' in Hörgas. Familie Falb-Oberreiter will den Gästen deutlich vermitteln, was kulinarische Qualität bedeutet. Vom Kernölpesto bis zum Tafelspitz – primär geht es Peter Falb um Transparenz. "Wir waren immer schon ein regionaler Gastrobetrieb. Aber nun soll klarer sein, wie das Preis-Leistungs-Verhältnis zustande kommt. Wir wollen heimische Produkte. Und das ist unseren Gästen gegenüber auch nur gerecht." Ebenso Gütesiegel-Träger ist seit Jahren das 'Hotel Restaurant Fischerwirt' in Gratwein. "Qualität fängt beim Umweltgedanken an. Wir setzen auf hohen Standard und keine Industrieware", meint Wolfgang Reinprecht. "Es hat einige Zeit gebraucht, bis der Regionalitätsgedanke bei allen gefruchtet hat, doch heute sind wir in der Steiermark auch schon Vorreiter in Sachen heimische Produktion. Und darauf können wir sehr stolz sein."
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