01.07.2016, 15:35 Uhr

Burgen, Wein und Traditionen

Semriach besucht Fauglia: Musik erweist sich immer wieder als gutes Instrument für die Völkerberbindung. (Foto: Gemeinde Semriach)

So unterschiedlich sie sind, eines haben die beiden Partnergemeinden von Semriach gemeinsam: jede verfügt über einen stolzen Adelssitz.

„Der Austausch mit einer Partnergemeinde ist schon etwas ganz Besonderes. Man lernt die Menschen vor Ort kennen und gewinnt Einblicke, die einem beim bloßen Urlaub wohl verwehrt bleiben“, berichtet Bürgermeister Gottfried Rieger. Solche Beziehungen, so betont er, müssen natürlich gepflegt werden: „Selbst wenn die Kontakte mitunter ein wenig abflauen, nach einiger Zeit werden sie umso intensiver wiederbelebt.“

Feurig

Die lauschige Kleinstadt Bóly, hierzulande besser bekannt als Bohl, liegt knappe zwei Fahrstunden südlich von Budapest und nur 25 km von Pécs entfernt. Seit 1991 besteht eine sehr erfolgreiche Partnerschaft zwischen Bóly und Semriach. Im Zuge diverser Besuche des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung auf beiden Seiten der Grenze entstanden im Laufe der Zeit freundschaftliche Beziehungen.
Da zwischen den beiden Orten eine Entfernung liegt, die per Auto durchaus in annehmbarer Zeit zurückzulegen ist, vertieften nicht zuletzt ein reger Schüleraustausch und private Besuche das gute Verhältnis zueinander. Einen besonderen Höhepunkt bildete die Untermalung der Stadterhebung von Bóly durch die Semriacher Musikkapelle und den Trachtenverein. Dass Bóly auch als Deutsch-Bohl (Németóly) bekannt ist, liegt daran, dass sich nach der Eroberung durch die Türken 1526 bei der großen Schlacht von Mohács und deren erfolgreiche Vertreibung 1687 im Jahr 1720 die ersten Deutschen hier ansiedelten. Viele Handwerker aus dem Raum Fulda ließen sich im Ort nieder.

Adelig

2006 schloss Semriach eine weitere Partnerschaft, diesmal mit der italienischen Gemeinde Fauglia. 20 km südlich von Pisa liegt Fauglia in einer besonders fruchtbaren Region. Auch hier kommt dem Weinbau große Bedeutung zu, wenngleich die Haupteinnahmen aus Industrie, Handwerk und speziell dem Tourismus stammen. Ebenso wie Bóly blickt auch Fauglia auf eine bewegte Geschichte zurück. So zerstörten die Florentiner nach einer Revolte 1431 die stattlichen Befestigungsbauten von Fauglia, darunter die alte Burg. Der Herrschaft der Medici-Großherzöge verdankt der Ort heute noch einige elegante Adelspaläste. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts besitzt Fauglia sogar ein eigenes Theater.

Infobox:


Bóly (Ungarn)
Fläche: 25,34 km2, 3.984 Einwohner
Kleinstadt nahe dem Weinbaugebiet Villány-Skilós, direkt an der Weißweinstraße Mohács-Villány.
Sehenswürdigkeiten: Schloss Batthyány-Montenuovo mit dem 11 ha großen Park, der unter Naturschutz steht; 353 gut erhaltene Kelterhäuser, Mezögazdasági Múzeum und die Redoute Elisabeth auf dem Hauptplatz.
Besonderheit: Hühnergulaschkochfestival – jeweils am ersten Samstag im September

Fauglia
Fläche: 42 km2, 3.601 Einwohner
Sehenswürdigkeiten: zahlreiche Gebäude aus dem 17.-19. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind die eleganten Villen wie die Villa Trovarsi, Villa Negri, Villa Arnia oder die Villa Rosselmini. Das klassizistische Rathaus von Fauglia wurde 1875 erbaut.
Hoch her geht es bei den Dorffesten Anfang August und Mitte Oktober.
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