07.07.2016, 09:49 Uhr

Was sie haben, teilen sie auch

Gemeinsam feiern, gemeinsam helfen - Gemeindepartnerschaften sind für beide Seiten ein Gewinn. (Foto: Gemeinde Kainbach)
„Organisation und Vorgehensweise der Freiwilligen Feuerwehr stehen heuer im Mittelpunkt unserer Partnerschaft“, berichtet Bürgermeister Manfred Schöninger vom aktiven Austausch der Gemeinde Kainbach mit ihrem rumänischen Partner.
Obwohl die Partnerschaft zwischen den Gemeinden Kainbach und Băuţar, einem kleinen Ort in der rumänischen Region Caraș-Severin, 1989 eher zufällig entstand, wurde die Verbindung über die Jahre zur Erfolgsstory. „Die Landesregierung hat damals angefragt, ob wir eventuell eine solche Kooperation eingehen wollen“, erzählt Bürgermeister Manfred Schöninger, dass für die Kainbacher nur noch eine Handvoll in Frage kommender Gemeinden zur Auswahl stand. Trotz Sprachbarriere ließ man sich auf beiden Seiten mit Vorfreude auf das unbekannte Abenteuer ein. Bereut hat man es bis heute nicht.

Gemeinsame Sprache

Die anfänglichen Verständigungsprobleme verloren bald an Gewicht, haben doch einige Băuţarer bereits Auslandserfahrung in Österreich oder Deutschland gesammelt und entsprechende Sprachkenntnisse nach Hause mitgebracht. Und ist es doch einmal notwendig, kommuniziert man über einen Dolmetscher.
Feuer und Flamme für das gemeinsame Projekt, wurde in Kainbach ein Rumänienkomitee gegründet, das mit Vertretern der rumänischen Partnergemeinde in ständigem Kontakt steht. Auf diese Art und Weise kann besonders effizient zusammengearbeitet werden. Anfangs sprangen die Kainbacher mit Produktspenden ein, wo in Rumänien dringender Bedarf bestand. Dass die beiden Gemeinden von den Einwohnerzahlen her in etwa gleich stark sind, verstärkt das gegenseitige Verständnis. Und dazu soll auch ein Deutschkurs an der Volksschule Băuţar beitragen. Außerdem wurden in der Steiermark Praktikumsstellen für Jugendliche aus Băuţar organisiert, womit man helfen will, eine gute berufliche Basis für die Jugend zu schaffen.

Großes Herz

Bei all dem Einsatz geht es aber nicht um große finanzielle Investitionen. Mit den vorhandenen Mitteln versucht man, gemeinsam ein Maximum an sinnvollen Einrichtungen und Aktivitäten umzusetzen. Nachdem bereits ein gebrauchtes Feuerwehrauto den Weg zu den rumänischen Freunden gefunden hat, steht das Thema Freiwillige Feuerwehr heuer generell im Zentrum des grenzüberschreitenden Kontakts. In Băuţar ist man – mit der Hilfe Kainbachs – gerade dabei, sich diese wichtige soziale Einrichtung aufzubauen. Entsprechend groß ist auch das Interesse am gegenseitigen Austausch.
Für dieses und andere Projekte begrüßt man Jahr für Jahr Vertreter der Partnergemeinde in Kainbach oder Băuţar. Untergebracht sind diese bei engagierten Familien, die den Gästen ihr Zuhause gerne öffnen. Zwar leben die Băuţarer in verhältnismäßig bescheidenen Verhältnissen in einem bäuerlichen Umfeld – für den Besuch aus Österreich tischt man aber mit herzlicher Gastfreundschaft auf, was man eben hat. Da sitzt man dann beisammen, genießt, bespricht die nächsten gemeinsam organisierten kulturellen Events oder eben die Einrichtung einer funktionierenden Freiwilligen Feuerwehr – und versteht sich prächtig.

Infos

Băuţar (Rumänien)
Fläche: 187,98 km2, 2.731 Einwohner

Băuţar liegt in der Region Caras-Severin in Siebenbürgen (auch bekannt als Transsilvanien), entlang einer langen Dorfstraße. Links und rechts gibt es ein paar kleine Nebenorte. Die Menschen leben vor allem von Land- und Forstwirtschaft sowie ein paar kleinen Gewerbebetrieben. Im Laufe seiner Geschichte war das heute in Rumänien liegende Siebenbürgen Teil des Königreichs der Daker, der römischen Provinz Dakien, von Bulgarien, Ungarn, der „Union der drei Nationen“ (Ungarn, Szekler, Sachsen) und stand unter osmanischer, später unter habsburgischer Oberhoheit.
Zu sehen gibt es den Steinbruch, den Stausee von Morul, die Reste der Römerstadt Sarmisegetuza und vor allem die herrliche Landschaft.
Ganz groß gefeiert werden die Ehrentage der regionalen Schutzpatrone. In Băuţar ist das der Hl. Ilie am 22. Juli und in Bukova der Hl. Dumitru am 26. Oktober.
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