13.04.2016, 10:00 Uhr

Wiederverwertung als Teil der DNA

Tischgespräche: BAN-Geschäftsführer Christian Wolf (rechts) und WOCHE-Redakteur Max Daublebsky sind mit dem Service von Wolfgang Auer im „S‘Reindl“ in Puntigam zufrieden. (Foto: Prontolux)

Christian Wolf,
Geschäftsführer von „BAN Ökoservice“, im WOCHE-Gespräch.

BAN wurde 1983 als soziales Integrationsunternehmen gegründet und setzt unter anderem mit Räumungen, einem Gartenservice und einem Re-Use-Shop auf soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit, seit 1993 unter der Leitung von Christian Wolf. Beim Business-Lunch spricht der Geschäftsführer über Arbeitsmarkt-Integration, Zielquoten und Wirtschaftlichkeit.

WOCHE: Wofür steht der Name BAN?
Christian Wolf: BAN steht für „Beratung, Arbeit, Neubeginn“. Durch unsere Re-Use-Aktivitäten haben wir mit „besser als neu“ auch eine zweite, neue Definition. Die ursprüngliche Bezeichnung bei der Gründung vor 33 Jahren war aber „Beratungsstelle für Arbeitslose und nicht-Sesshafte.“

Heute ist BAN ein soziales Integrationsunternehmen. Was bedeutet das?
1984 ist der Beschäftigungsbetrieb dazugekommen und die Beratungsstelle ist irgendwann verloren gegangen. Vor zwei Jahren haben wir außerdem mit der Ökoservice GmbH fusioniert, die wie wir eine Beschäftigungsgesellschaft ist. Unsere Ausrichtung ist also ganz klar: Wir schaffen Arbeitsplätze und unterstützen damit Menschen auf dem Weg zurück auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt. Diese Integrationsplätze bieten wir unter relativ normalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an. Und diese wirtschaftlichen Tätigkeiten oder Geschäftsfelder sind bei uns stark ökologisch ausgerichtet. Das Thema Wiederverwenden war eigentlich von Anfang an in unserer DNA.

Sie beziehen Fördergelder aus öffentlicher Hand?
Wir arbeiten sehr eng mit dem AMS zusammen. In weiterer Folge auch mit dem Land Steiermark und der Stadt Graz. Wir haben Förderverträge, wo definiert ist, wie viele Personen wir beschäftigen, was unser Konzept ist und es gibt eine Zielsetzung, wie viele Menschen wir integrieren sollen. Für diese sogenannten Zielgruppenplätze können wir auch nur Leute nehmen, die aus AMS-Sicht Teil dieser Zielgruppe sind. Da gibt es bestimmte Kriterien wie etwa Langzeitarbeitslosigkeit.

Und wie viele Menschen haben nun einen dieser Zielgruppenplätze?
Derzeit haben wir 64 Plätze. Die Leute sind im Schnitt sechs Monate bei uns, also kann man sagen, dass etwa 120 Personen im Jahr bei uns beschäftigt sind. Unabhängig davon gibt es auch noch Fixbeschäftigte.

Wie viele davon schaffen den Weg zurück von einem Zielgruppenplatz in den ersten, „regulären“, Arbeitsmarkt?
Unsere interne, langfristige Zielquote liegt bei 50 Prozent, mit dem AMS sind 30 Prozent vereinbart.

Was bedeutet das im Arbeitsalltag im Vergleich zu „normalen“ Unternehmen?
Zum einen sehen wir es als Zukunftsmodell, weil ich wirtschaftliche Leistungen und eine soziale Haltung vereine. Was es manchmal auch schwierig macht, ist, dass wir kein eindimensionales Ziel verfolgen. Als Wirtschaftsbetrieb sage ich, ich muss möglichst viel Umsatz erreichen – wir müssen außerdem Leute integrieren. Wir sind also einerseits gemeinnützig, die Kostendeckung muss aber gleichzeitig trotzdem gewährleistet sein.

Christian Wolf

Geboren am 3. Dezember 1962 in Graz.
Verheiratet mit Eva seit 1994, und Vater von Georg, 20, und Maria, 17.
BWL-Studium an der Uni Graz, Abschluss 1991.
Geschäftsführer bei BAN seit 1993, seit der Fusion mit „Ökoservice im Jahr 2014 gemeinsam mit Berthold Schleich.
Außerdem u. a. Vorstand bei bbs – Netzwerk der Beschäftigungsbetriebe Steiermark, und bei „Arbeit +“, dem Netzwerk gemeinnütziger, arbeitsmarktpolitischer Unternehmen in Österreich.
Erwartet von seinen Mitarbeitern Ehrlichkeit, Integrität und Selbstverantwortung.
Möchte Im Gegenzug als Vorgesetzter möglichst gute Arbeitsbedingungen schaffen.

BAN Ökoservice

1983 als soziales Integrationsunternehmen gegründet, das Arbeitslose und sozial benachteiligte Menschen beschäftigt, um die Vermittlung in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.
Neben der sozialen Komponente setzt BAN auch auf ökonomische und ökologische Aspekte.
Das Tätigkeitsfeld umfasst unter anderem Räumungen, ein Gartenservice, einen Re-Use-Shop, sowie einen Becher- und Geschirrverleih für Feste.
Kontakt: unter 0316/71 66 37 oder per Mail an office@ban.at
Web: smartcitypartner.at
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