18.05.2016, 10:17 Uhr

Wörgl: Umstrittener Park bleibt

Im Wörgler Gemeinderat scheiden sich die Geister, ob der Park am Madersbacherweg von der Bevölkerung angenommen wird.

Stadtgemeinde Wörgl pachtet für weitere fünf Jahre den Park am Madersbacherweg.

WÖRGL (mel). Kaum ist es um den Fischerpark etwas ruhiger geworden, wird nun über den Park am Madersbacherweg heiß diskutiert. Vergangene Woche musste der Gemeinderat entscheiden, ob der Pachtvertrag für weitere fünf Jahre verlängert wird. Derzeit beträgt der monatliche Pachtzins 1603,86 Euro. Zu viel für so manchen Mandatar: "20.000 Euro pro Jahr sind für einen Park, der von der Bevölkerung nicht angenommen wird, definitiv zu viel. Das Geld könnten wir besser nützen", stellte GR Michael Riedhart von der Jungen Wörgler Liste fest. Auch Vizebürgermeister Hubert Aufschnaiter (ÖVP) sprach sich bei der Gemeinderatssitzung gegen eine Verlängerung aus: "Bereits bei der letzten Pachtverlängerung wäre ein Nutzungskonzept angedacht gewesen. Das ist bis heute nicht zustande gekommen."
Für Grün-GR Richard Götz hat dieser Park gleich mehrere Nachteile: "Er gehört nicht der Stadt, die Pachtgebühren sind im Vergleich ziemlich hoch und es sind relativ wenig Leute da. Das Geld sollte man lieber in den Waldspielplatz stecken!"

Park sei bei Kindern beliebt

Anderer Meinung sind dagegen die Liste Hedi Wechner und die Freiheitlichen: Laut einer Umfrage der Bürgermeisterin halten sich vor allem Kindergartengruppen oft und gerne im Madersbacherpark auf. Auch GR Gabriele Madersbacher (LHW) bekräftigt, dass dieses Areal speziell von Familien und Slacklinern sehr gut angenommen werde. "Und wir haben derzeit keinen adäquaten Ersatz", betonte Madersbacher. Laut FWL-GR Peter Haaser seien allein am Tag der Gemeinderatssitzung zwei Kindergruppen im Park gewesen. Sein Parteikollege Christian Huter will die Grünfläche künftig "mit neuen Spielgeräten attraktivieren".

Mysteriöse Widmungspassage

Kurzzeitige Unklarheit herrschte zudem um einen Passus im Pachtvertrag, der besagt, dass mögliche Widmungsabsichten des Grundbesitzers von der Stadt positiv beurteilt werden sollen. "Ich bezweifle, dass eine Widmungszusage von vornherein rechtlich OK ist", gab GR Andreas Taxacher zu bedenken. VBgm. Mario Wiechenthaler (FWL) klärte im Verlauf der Sitzung auf, dass diese "Widmungsverquickung" mit einer bereits erfolgten Widmung zu tun hatte und somit hinfällig sei. Mit 12:8 Stimmen und einer Enthaltung konnten schließlich die Liste Hedi Wechner und die FWL eine Verlängerung des Madersbacherparks um weitere fünf Jahre durchsetzen.

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