30.03.2016, 07:47 Uhr

Die Zukunft von Kitzeck aktiv mitgestalten

Bgm. Ursula Malli will der Gemeinde ihren Stempel aufdrücken. (Foto: Ewald Schwindsackl)

Ursula Malli ist die einzige Frau im Bezirk Leibnitz, die das Amt des Bürgermeisters innehat.

29 Gemeinden umfasst der Bezirk Leibnitz und nur in einer wird das höchste Amt von einer Frau bekleidet.
Die WOCHE sprach mit Bürgermeisterin Ursula Malli (Kitzeck) über die Ambitionen, in die Politik zu gehen und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert wird.

WOCHE: Wie lange sind Sie schon in der Politik tätig?
Malli: Ich bin seit 1989 Fraktionsmitglied der ÖVP. Seit 2005 bin ich im Kitzecker Gemeinderat, 2010 wurde ich Vizebürgermeisterin und seit 2014 bin ich nun Bürgermeisterin.

Was hat Sie dazu bewogen, sich in der Politik zu engagieren?
Ich bin ein Mensch, der nicht nur von außen kritisiert, sondern aktiv mitgestalten will. Ich wollte schon immer etwas verändern, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen, daher der Schritt in die Gemeindepolitik.

Wird man als Frau im Amt des Bürgermeisters akzeptiert oder muss man gegen Vorurteile ankämpfen?
Vielleicht ist es nur mein persönliches Empfinden, aber es scheint, dass man als Frau besser vorbereitet sein muss. Wenn ich im Gemeinderat zum Beispiel über das Thema Straßenbau spreche, bereite ich mich gründlich vor, weil man als Frau bei solchen Themen gerne belächelt wird. Da hat es ein Mann sicher leichter. Ich trete solchen Vorurteilen mit Wissen entgegen.

Warum sollten mehr Frauen den Schritt in die Gemeindepolitik wagen?
Frauen haben von Natur aus einen anderen Blickwinkel auf die Dinge als Männer, was gerade in der Gemeinde gut tut. Es bedeutet jedoch einen großen Aufwand, weil man viel mehr Rechenschaft ablegen muss als Männer, daher sollte man sich diesen Schritt gründlich überlegen.

Was stößt Ihnen in Ihrer Gemeinde sauer auf?
Es stört mich generell, wenn jemand keine Meinung hat und sich der Verantwortung entzieht – ob in der Politik oder im Privaten.

Sie sind seit zwei Jahren im Amt. Was war positiv und was war negativ in dieser Zeit?
Positiv ist, dass doch einiges umgesetzt werden konnte, wie zum Beispiel die Ganztagesschule, der Umbau des Weinmuseums oder die Sanierung des Kindergartens. Negativ in Erinnerung bleiben natürlich die Anschuldigungen, die jeglicher Grundlage entbehren und mit denen man sich auseinandersetzen muss.

Welche Ziele wollen Sie in Ihrer Gemeinde umsetzen?
Kitzeck soll eine Wohlfühlgemeinde für alle Generationen werden. Überdies soll der Tourismus weiter verstärkt und angekurbelt werden, wobei wir hier schon sehr gut aufgestellt sind. Auch die Nachhaltigkeit für die nächsten Generationen ist mir sehr wichtig, daher ist bereits der Umstieg auf Naturstrom erfolgt und auch eine E-Tankstelle wird derzeit errichtet.
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