26.08.2016, 11:31 Uhr

Erste echte wissenschaftliche Grabung am Königsberg

Das Grabungsteam mit Grabungsleiter Marko Mele sowie Bgm. Alfred Lenz sowie Martin und Anton Koschak.

Internationale Zusammenkunft von Archäologiestudierenden in der Region Sulmtal-Sausal. Bei Grabungsarbeiten wurden am Königsberg erstmals verbrannte Überreste gefunden.

Wo immer man den Königsberg in Heimschuh erwandert, es ist historischer Boden. In den letzten Wochen wurde hier die erste wissenschaftliche Grabung durchgeführt.
Zum vierten Mal veranstaltete das Universalmuseum Joanneum in Zusammenarbeit mit dem Institut für Archäologie der Karl-Franzens Universität Graz, der Gemeinde Heimschuh und der Marktgemeinde Großklein ein internationales archäologisches Camp mit Studierenden aus Deutschland, Slowenien und Österreich. "Heuer konnte die Kooperation erstmals auch auf das Gebiet der Gemeinde Heimschuh ausgeweitet werden, wo wir verlässliche Partner in Bgm. Alfred Lenz, Gasthaus Koschak und Familie Pail finden konnten", freut sich Grabungsleiter Marko Mele.

Neue Erkenntnisse

In der Woche von 8. bis 12. August 2016 konnten die Studierenden unter der Leitung des Chefkurators für Ur- und Frühgeschichte am Joanneum Marko Mele wertvolle Erfahrungen bei der Erforschung von zwei prähistorischen Höhensiedlungen sammeln, dem Burgstallkogel bei Großklein und dem Königsberg bei Heimschuh. Mit der Grabung werden wertvolle Erkenntnisse zur Urgeschichte der Steiermark gewonnen. Darüber hinaus konnte das archäologische Grabungs-Know-How aus drei Ländern ausgetauscht werden und wurden neue internationale Kontakte geknüpft, die später zu gemeinsamen länderübergreifenden Projekten führen sollen.
Dem Grabungscamp folgte von 16. bis 26. August 2016 eine Lehrgrabung des Instituts für Archäologie der Karl-Franzens Universität Graz. Elf Studierende aus der Steiermark nutzten die Zeit um neue Kenntnisse und Erfahrungen bei modernen archäologischen Grabungen zu sammeln. "Die ersten Ergebnisse bestätigen, dass die urgeschichtlichen Bewohner des Königsbergs einen mächtigen Erdwall mit Steinsetzungen zu ihrem Schutz errichteten und in der geschützten Lage Häuser auf Steinfundamenten bauten", erläutert Marko Mele, bei einem Rundgang mit Bgm. Alfred Lenz und der WOCHE Leibnitz.


Wertvoller Grabungscamp

Das Grabungscamp und die darauf folgende Lehrgrabung sind ein Teil der Vorbereitungen auf das kommende EU-Projekt „Paläolandschaft der Steiermark und ihre Biodiversität von der Urgeschichte bis zu Entdeckung der Neuen Welt (PaleoDiversiStyria)“, das aus den Mitteln des Kooperationsprogramms Interreg V-A Slowenien-Österreich 2014-20 finanziert wird und im Oktober 2016 startet. Das Projekt umfasst neben der Identifizierung ursprünglicher Pflanzenarten in archäologischen Kontexten und ihrer Revitalisierung auch die Entwicklung neuer Produkte für den Tourismus, die im Trend alternativer Ernährungsgewohnheiten liegen. Im Rahmen des Projekts wird deswegen die Zusammenarbeit der Wissenschaftler mit lokalen Betrieben und Tourismusanbietern besonders gefördert.

Danke für die Unterstützung

„Die traditionell hervorragende Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Großklein führte zum vierten Mal zu einem spannenden Ereignis für Studierende aus drei Ländern. Wir sind besonders froh, dass wir heuer auch den Bgm. Alfred Lenz, die Familie Koschak und die Familie Pail gewinnen konnten und somit unsere Forschungen auf die ,Festung' der eisenzeitlichen Fürsten über dem Sulmtal, den Königsberg bei Heimschuh, ausweiteten. Die Fundstelle wurde mit modernsten technischen Hilfsmitteln wie LIDAR und Geophysik voruntersucht, bevor die jungen Archäologinnen und Archäologen gezielt den Spaten ansetzten durften“, fasst Dr. Marko Mele, Chefkurator für Ur- und Frühgeschichte am Joanneum, zusammen.
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