11.07.2016, 14:33 Uhr

"Amarcord Wien" eröffnete den "Judenburger Sommer" 2016

Das Ensemble "Amarcord Wien" mit Sebastian Gürtler (Violine), Michael Williams (Cello), Gerhard Muthspiel (Bass) und Tommaso Huber (Akkordeon) bei seinem Auftritt im Judenburger Veranstaltungszentrum. Fotos: Pfister

Adjuvant zu den sommerlichen Temperaturen wurde am Freitag, 8. Juli 2016, der "Judenburger Sommer" vom genialen Quartett "Amarcord Wien" im Judenburger Veranstaltungszentrum eröffnet.

Die Abgeordnete zum Steiermärkischen Landtag und Vizebürgermeisterin Gabriele Kolar begrüßte als Judenburger Kulturreferentin die Besucher der diesjährigen Premierenveranstaltung zum "Judenburger Sommer" 2016. Kolar konnte dazu auch einige Ehrengäste, darunter Bürgermeister Hannes Dolleschall, LAbg. Hermann Hartleb, BH Hofrätin Mag. Ulrike Buchacher und den ehemaligen Pfarrer von St. Magdalena, Ferdinand Kochauf, willkommen heißen. Den Sponsoren und Gönnern dieser hochkarätigen Kulturveranstaltung dankte sie für die großzügige Unterstützung. Einige Vertreter der genannten Firmen waren anwesend und wurden von Gabriele Kolar auch namentlich erwähnt. Ihr besonderer Dank galt natürlich auch dem Intendantenduo des Judenburger Sommers, Mag. Sibylle Rarej und Musikschuldirektor Mag. Wolfgang Messner, die wieder ein anspruchsvolles Programm für diesen "Sommer" erstellt haben. Lob gab es auch für die Technik, für die Markus Sattler im Veranstaltungszentrum verantwortlich zeichnet.
Danach hieß es Bühne frei für die vier exzellenten Musiker Sebastian Gürtler (Violine), Michael Williams (Cello), Gerhard Muthspiel (Bass) und Tommaso Huber (Akkordeon). Sie entführten das Publikum in musikalische Klangwelten nicht alltäglicher Kompositionen, die auch in recht eigenwilligen Arrangements von "Amarcord Wien" interpretiert wurden. Für normal entwickelte musikalische Ohren fern eines absoluten Gehörs wirkten einige Stücke echt schräg. Die Klangbilder erfuhren durch Mimik und verbale Zutaten Akzente, die das Publikum zum Schmunzeln brachten und Heiterkeit im Publikum erzeugten.
Tommaso Huber oblag es, die Eigenheiten und besonderen Qualitäten von Komponisten wie Erik Satie, Claude Debussy, Carlos Gardel oder Astor Piazzolla zu skizzieren und dem Publikum den eigenen Zugang zu dieser sehr speziellen Musik zu erklären.

Kritiken und Stimmen zu "Amarcord Wien"

"Müsste man den Begriff Musik in seiner schier unfassbaren Vieldeutigkeit erklären, so gäbe es eine kurze und prägnante Antwort: ,Amarcord Wien'", so die großen Worte eines bekannten österreichischen Musikkritikers anlässlich eines Konzerts im Brucknerhaus Linz. Und Dirigent Franz Welser Möst schrieb: "Man diskutiert heute so oft über neue Wege im Konzertleben: hier ist ein großartiges Paradebeispiel, das der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Den klassischen Tugenden verpflichtet, finden diese Künstler auf höchstem Ausführungsniveau Pfade, die noch nicht ausgetreten sind." Bekanntlich kommt jeder, der ausgetretenen Pfaden folgt nur dort hin, wo andere schon waren.
Beim Festhalten an gängigen Etikettierungen gerät man beim Versuch, "Amarcord Wien" einzuordnen, leicht in Schwierigkeiten. Mit eindeutigen Wurzeln in der Klassik bewegen sich die vier Musiker durch ihren Zugang zur Musik weit über die Grenzen einer eindeutigen Zuordnung hinaus. Ein Grundprinzip ist es, Arrangements gemeinsam zu finden, sie immer wieder neu zu formen, damit zu spielen und die Musik ohne Scheu vor der Endgültigkeit des Originals zu bearbeiten. Bis sie eben zu "Amarcord" wird. Will heißen: ungebremste Spiellust steht vor Werktreue, gepaart mit dem so typischen "Amarcord"-Sound, absolut transparent, hoffnungslos verspielt und improvisatorisch zufällig, alles auf der Basis höchster technischer Perfektion, die ihresgleichen sucht. Dem außergewöhnlichen Ensemble gelang damit seit seiner Gründung im Jahr 2000 die Schaffung einer Marke, mit der es sein Publikum in der ganzen Welt begeistert.
"Amarcord Wien" ist zu Hause im Wiener Musikverein und im Konzerthaus Wien, dem Grazer Congress und dem Brucknerhaus Linz. Das stimmige Quartett gastierte unter anderem in Deutschland bei den Schwetzinger und den Ludwigsburger Festspielen, dem Bodenseefestival, dem Istanbul Festival, dem Osterklang Wien und der Klangwolke Linz, den Luzerner Festspielen, dem Nomus Festival Novi Sad, dem Attergauer Kultursommer und bei den Gustav Mahler Musikwochen im italienischen Toblach, spielte Konzerte in Paris, Bratislava, München, Mailand, Venedig und vielen anderen Orten.
Die Saison 2011/2012 führte das Ensemble auch nach Russland in den großen Saal der Philharmonie St. Petersburg und das Opernhaus in Shanghai.
Auf bisher fünf CD’s ist die Arbeit des Ensembles dokumentiert.

(Quelle: Homepage Amarcord Wien)

Einen Bericht von der Eröffnung des "Judenburger Sommers" 2016 finden Sie auch in der Print-Ausgabe Ihrer Murtaler Zeitung.
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