10.06.2016, 11:31 Uhr

"Es sollte nicht zu kuschelig sein"

Liane Moitzi sitzt seit einem Jahr für die FPÖ im Landtag. Foto: KK

FPÖ-Mandatarin Liane Moitzi, jüngste Abgeordnete im Landtag, über Asyl, Gerüchte und neue Allianzen.

JUDENBURG. Eine Polit-Bilderbuchkarriere hat Liane Moitzi seit dem Vorjahr hingelegt. Erst ist sie im März 2015 in den Judenburger Gemeinderat eingezogen, im Juni folgte die Angelobung als jüngste Abgeordnete im steirischen Landtag. Ganz nebenbei ist sie auch noch Bezirksobfrau und Landesobfrau im RFJ (Ring freiheitlicher Jugend). Moitzi im Gespräch über ...

... das erste Jahr im Landtag: "Ich bin nach einer kurzen Einarbeitungsphase gut gestartet und habe bereits einige Initiativen gesetzt, vor allem im Bereich Jugend. Natürlich vertrete ich auch die Region, auch da gab es brisante Themen: Etwa das Landespflegezentrum Knittelfeld, das LKH Stolzalpe oder die Airpower. Da sind wir Murtaler sehr geschlossen aufgetreten."

... die Rolle der FPÖ in der Opposition: "Es ist manchmal enttäuschend. Zum Beispiel, wenn Anträge nur deshalb abgelehnt werden, weil sie von uns kommen. Als Freiheitlicher bist du ständig unter Beschuss. Aber ich kann ganz gut damit umgehen. Es soll auch nicht zu kuschelig sein - dann geht nichts weiter."

... die Bundespräsidentenwahl: "Ich sehe die Wahl als Riesenerfolg! Wir sind noch nie so weit gekommen. Ich schätze Norbert Hofer sehr und wir haben im Murtal einen super Wahlkampf hingelegt. Es waren alle gegen uns. Aber das Ergebnis ist hinzunehmen."

... Hofer oder Strache?: "Das ist sehr schwierig. Es hat jeder seine Qualitäten. Es wird an der Parteispitze sicher keine Rochaden geben. Die Kombination der Personen ist perfekt."

... die Allianz mit der Jungen ÖVP und der Jungen Generation im Murtal: "Wir haben uns zusammengeschlossen, um Ideen auszutauschen. Wir wollen für die Region gemeinsam arbeiten und in naher Zukunft Themen setzen."

... das "Asylchaos": "Wir hätten gerne darauf verzichtet. Aber wir sind die Einzigen, die in dieser Sache auf der Seite der Steirer stehen. Wenn man hört, dass Menschen sich nicht mehr alleine auf die Straße trauen, dann kann es keine falsch verstandene Toleranz geben. Kriegsflüchtlingen muss man selbstverständlich helfen, wir sind aber keine Willkommensklatscher. Da ist viel am Volk vorbeigeschehen und da hätte ich mir auch mehr Kooperation von den anderen Parteien erwartet. Wenn ich eine Stricherlliste darüber führen würde, wie oft wir als „Hetzer“ beschimpft wurden, dann hätte ich jetzt volle Seiten."

... die Situation in der Region: "Es ist ganz schwierig, auch für die Polizei. Wenn etwas passiert, gibt es natürlich Berichte - das darf dann aber nicht an die Öffentlichkeit gehen. Die Bürger haben aber ein Recht auf die Wahrheit. Durch Gerüchte wird nur verunsichert. Man sollte die Karten offenlegen und Maßnahmen präsentieren."

... die Identitäre Bewegung: "Ich bin selbst nicht dabei. Sie stehen zu ihrer Überzeugung und das ist in Ordnung. Ich denke aber, man kann in der Partei mehr bewirken. Luca Kerbl (Anm.: ehemaliger FP-Gemeinderat in Fohnsdorf) ist nach dieser Aktion in Graz zurecht mit einem Funktionsverbot belegt worden."

Das vollständige Interview gibt es in der aktuellen Murtaler Zeitung.

Zur Person:

Liane Moitzi ist 23 Jahre alt und sitzt für die FPÖ seit einem Jahr im Gemeinderat Judenburg und als Abgeordnete im steirischen Landtag. Außerdem ist sie RFJ-Bezirksobfrau und geschäftsführende Landesobfrau.
Im Landtag sitzt Moitzi in den Ausschüssen für Bildung, Landwirtschaft und Petitionen. Sie ist Jugendsprecherin der FPÖ.
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