Wie die Ybbs (wieder) sauber wurde
- In den 1970ern: Zu erkennen sind rote, "übermäßig verschmutzte Flussabschnitte, etwa an der Ybbs zwischen Kematen und Donaumündung.
- Foto: Gewässergütekarte 2006, Amt der NÖ Landesregierung
- hochgeladen von Thomas Leitsberger
Verschmutzt: Bis in die 1990er-Jahre war die Ybbs teilweise massiven Belastungen ausgesetzt.
BEZIRK AMSTETTEN. Ein Sprung in die erfrischende Ybbs oder zumindest ein wenig mit den Füßen planschen – das war nicht immer und überall empfehlenswert.
Die Ybbs heute
"Güteklasse II", also "mäßig belastet" – je weiter ins Ybbstal hinein, umso geringer – bei der Mündung etwas stärker: So weist die sogenannte Gewässergütekarte die Ybbs heute aus. Ein Blick in die 1970er-Jahre zeigt ein ganz anderes Bild.
Die Ybbs damals
Ab Waidhofen nahm die Verschmutzung zu. Ab Kematen ist der Fluss schließlich außerordentlich stark verunreinigt. Ein Hauptgrund war die dort ansässige Papierfabrik. "Im Bereich des südlichen Alpenvorlandes ist vor allem die Ybbs unterhalb Kematen bis zur Donau vorwiegend durch Abgänge aus der Zellstoff- und Papierindustrie, aber auch durch kommunale Abwässer außerordentlich verschmutzt", heißt es im "Gütebild der Fließgewässer von Niederösterreich", das 1977 vom Bundesministerium herausgegeben wurde.
Verbesserung ab den 1990ern
"Sichtbares Zeichen waren braune, zum Teil stechend riechende Gewässer mit hohen Schaumkronen", schildert etwa Heinz Wiesbauer im Buch "Die Ybbs – Ein Fluss macht Geschichte" die Situation – siehe Buchtipp. Beträchtlich verbessert hat sich der Zustand und damit auch das Erscheinungsbild der Ybbs erst ab Beginn der 1990er-Jahre mit strengeren gesetzlichen Regelungen, aber auch durch Verbesserungen bei Kläranlagen.
Aktuelle Messdaten von der Ybbs
Aktuelle Messdaten geben Auskunft um die Wasserqualiät der Ybbs (bei Amstetten):
Ph-Wert: 8,4 (Der Wert ist ein Hinweis für die Qualität des Gewässers als Lebensraum für Fische und sollte optimalerweise zwischen ca. 4 und 9 liegen.)
Ammonium: 0,023 (Weißt auf die Verschmutzung hin. Der Grenzwert liegt bei 0,45 mg/l)
Nitrat: 1,6 (Anzeiger für die Gewässergüte in Fließgewässern. Der Grenzwert ist abhängig von der Fließgewässerart und kann zwischen 2 und 7 mg/l liegen.)
Orthophosphat: 5,7 (Phosphateinträge, etwa durch die Landwirtschaft, können zu einer Überbelastung von Gewässern führen. Der Grenzwert ist ebenfalls gewässerabhängig und zwischen 20 und 200 µg/l festgelegt.)
BSB5: 1,6 (Biologischer Sauerstoffbedarf. Der BSB5 Wert gibt Auskunft über die Qualität der Reinigung der Abwässer und kann zwischen 1 und 6 liegen.)
Quelle: Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Wasserwirtschaft
Buchtipp: Ein umfassendes Bild der Ybbs bietet das Buch "Die Ybbs – Ein Fluss macht Geschichte" von Heinz Wiesbauer. Herausgegeben 2015 vom BMLFUW (Lebensmittelministerium) und vom Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Wasserbau. Verlag der Provinz.
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