26.01.2018, 11:40 Uhr

Amstettens "Grenzen der Physik"

Im Graben gelandet: Unfall auf der B121. (Foto: FF Amstetten)

Regen, Sonne, Schnee und Eis: Das Wetter fordert Einsatzkräfte und Autofahrer im Bezirk.

BEZIRK AMSTETTEN. Ein Auto liegt im Straßengraben. Dieses Bild hatten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren quer durch den Bezirk in den vergangenen Tagen und Wochen vielfach vor sich.

Einsätze in der Region

So etwa die Feuerwehren Amstetten und Niederhausleiten-Höfing, die zu einem Unfall auf der B121 zwischen Neufurth und Kematen gerufen wurden. Oder die Aschbacher Florianis, die auf die B122 ausrücken mussten, um ein Fahrzeug aus dem Graben zu ziehen. Der Lenker hatte auf der rutschigen Fahrbahn die Kontrolle verloren.
Aber auch im Nachbarbezirk waren Amstettner Kameraden im Einsatz. So unterstützte die Amstettner Feuerwehr mit dem Kranwagen die Feuerwehr Weins-Ysperdorf. Dort landete immerhin ein Kühllaster in der Böschung.

Es rutscht im Bezirk

Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schnee und Regen wechseln sich ab, Sonne und Windböen sind auch mit dabei – die vergangenen Wochen hatten es für Autofahrer in sich. Ein Ende ist – zumindest auch in den kommenden Wochen – noch nicht absehbar.

Damit müssen Lenker rechnen

„Mit Glatteis muss man nicht nur bei klirrender Kälte rechnen. Die wenigen Plusgrade bringen auf vereisten Stellen nur die Oberfläche zum Schmelzen. Der Untergrund ist an vielen Stellen weiter gefroren. Wenn es abends abkühlt, friert das Schmelzwasser und es ist innerhalb weniger Minuten spiegelglatt“, weiß Gerhard Prantner, Amstettens ÖAMTC-Stützpunktleiter.

Die Grenzen der Physik

„Vorausschauendes Fahren, angepasstes Tempo und das Einhalten größtmöglicher Abstände gehören ebenso zu den Grundvoraussetzungen wie weiches und sanftes Lenken und ein gefühlvoller Umgang mit Bremse und Gas“, rät Prantner.
"Besonders an exponierten Lagen auf Brücken, Kuppen, in Waldstücken oder auf Straßenabschnitten entlang von Bächen und Flüssen sollten Autolenker vorsichtig sein", so der Verkehrsexperte. „Viele Autos sind heute mit modernster Sicherheitselektronik ausgestattet. Aber auch Fahrzeuge mit ABS und ESP unterliegen den Grenzen der Physik“, so Prantner.

Radler sollten aufpassen

Radler sind derzeit ebenfalls gefordert. „Allwetterradler wissen in der Regel schon sehr genau, worauf es ankommt: vorausschauend und angepasst fahren. Außerdem sind sie mit den Gegebenheiten bereits gut vertraut und können die Gefahren gut einschätzen“, erklärt der ÖAMTC-Stützpunktleiter, der ungeübten Radlern rät, auf das Fahrrad zu verzichten. Speziell eine Fahrt mit dem E-Bike kann äußerst gefährlich werden. „Aufgrund der Kälte verlängert sich der Bremsweg um ein Vielfaches. Mit der höheren Geschwindigkeit und dem teilweise spiegelglatten Untergrund steigt die Verletzungsgefahr erheblich“, rät Prantner zum Tragen eines Helms.
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