Biosphärenpark Wienerwald
Wanderer verärgert über Wegeverbot am Hohen Lindkogel

Diese Tafel wurde bereits am 4. März 2020 fotografiert.
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  • Diese Tafel wurde bereits am 4. März 2020 fotografiert.
  • hochgeladen von Gabriela Stockmann

BAD VÖSLAU. "Betreten verboten" steht auf rund 15 Tafeln im Inneren des Biosphärenparks Wienerwald. Das Wegeverbot gilt für Fußgänger, Radfahrer und Reiter. Einen Hinweis darauf gibt es am Beginn der Tour, etwa in Großau/Haidlhof, nicht.
Harald Brenner vom Biosphärenpark Wienerwald (betrieben von den Bundesforsten) bestätigt: "Derzeit läuft ein Pilotprojekt am Hohen Lindkogel, nur hier sind diese Hinweistafeln aufgestellt - insgesamt 15." Grund dafür: "Zu viele Erholungssuchende abseits der offiziell markierten Wege." Als Kernzone ist ein besonders schützenswerter Abschnitt im Biosphärenpark Wienerwald definiert, wo durch weitgehenden Verzicht auf menschliche Eingriffe der Urwald von morgen entstehen soll. Ausnahmen gibt es nur für Autofahrten, weil man etwa für forstliche Sicherungsarbeiten (morsche Bäume) die Zufahrt zu bestimmten Abschnitten benötigt.

Viele Tafeln beschädigt

Viele Wanderer sehen einen Eingriff in das "Wegerecht". Entsprechend wurden viele Tafeln bereits beschädigt oder überhaupt entfernt, wie Harald Brenner bestätigt. Es herrscht also Missstimmung im Wald. Wären nicht weitergehende Erklärungen auf den Verbotstafeln oder überhaupt Hinweise auf die "Kernzone Hoher Lindkogel" am Eingang der Wanderwege sinnvoll? Harald Brenner: "Wir wollen weder die Standorte der Tafeln veröffentlichen, noch können wir sagen, wie viele Kilometer Wege wegfallen."
Brenner sieht das Wegeverbot gesetzlich gedeckt, es handle sich um ein Wegegebot laut §11 des NÖ Naturschutzgesetzes. Darin wird in Absatz 4 angesprochen, dass das Betreten außerhalb der bezeichneten Wege und Bereiche verboten ist. In der Ausnahme vom Betretungsverbot sind Eigentümer, Nutzungsberechtigte und Personen mit gesetzlichem Auftrag genannt.
Daher besteht am Hohen Lindkogel kein allgemeines Recht den Wald zu betreten, sondern ein Wegegebot. Das heißt, Erholungssuchende müssen auf den offiziell markierten und angebotenen Wegen bleiben."
Kritische Beobachter solcher Wege-Einschränkungen sind etwa die Wandervereine, wie Alpenverein oder Naturfreunde. Sie berufen sich auf den Paragrafen 33 des Forstgesetzes 1975, darin steht: "Jedermann darf ... Wald zu Erholungszwecken betreten und sich dort aufhalten."

Mountainbikestrecke gesperrt

Aktuell wurde übrigens auch eine Mountainbikestrecke am Hohen Lindkogel gesperrt. Dies deshalb, so Wienerwald-Tourismus-Chef Christoph Vielhaber auf orf.at, um in Corona-Zeiten Unfällen vorzubeugen. Diese aktuelle Maßnahme ist aber unabhängig von den andere Wegsperrungen zu sehen.

Lesermeinungen

Verbote sind kontraproduktiv

Weiterführende Berichte

Interview mit Biosphärenparkmanager Harald Brenner

Stellungnahme der Naturfreunde

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