16.10.2017, 19:35 Uhr

Unsere Analyse der Wahl vom Sonntag für den Bezirk Baden

Carmen Jeitler Cincelli vor der Wahl (Foto: Jeitler-Cincelli)

Mit Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP-Kurz), Peter Gerstner (FPÖ) und Andreas Kollross (SPÖ) werden voraussichtlich drei neue Nationalratsabgeordnete aus dem Bezirk ins Parlament einziehen. Fix ist das Ergebnis erst am Donnerstag

BEZIRK BADEN. "Ein historisches Ergebnis!" freut sich LAbg. Christoph Kainz für die ÖVP, die nun "Liste Kurz - Neue ÖVP" heißt. Im einst tiefroten Bezirk Baden liegen die Türkisen nur noch hauchdünne 300 Stimmen hinter der SPÖ. Bis Redaktionsschluss konnte noch nicht mit Gewissheit gesagt werden, ob Carmen Jeitler-Cincelli, Badens Kandidatin im neuen Wahlkreis Thermenregion, den Sprung in den Nationalrat schaffen wird. Ausschlag geben die Vorzugsstimmen - aus der Wahlbehörde auf der BH Baden hört man während des Auszählens: "Es sieht gut für Carmen aus." Jeitler-Cincelli selbst sagte zu Redaktionsschluss: "Kopf an Kopf-Rennen mit Hans Stefan Hintner."
Fix ins Parlament zieht der Trumauer Bürgermeister Andreas Kollross ein - er folgt Otto Pendl nach. Gleichzeitig hat er das beste SPÖ-Ergebnis im Bezirk vorzuweisen: 40,6% für die Roten. Kollross: "Ich gehe davon aus, dass Schwarz-Blau eine ausgemachte Sache ist, für uns als einzige linke Kraft wird das heißen, dass wir mit öffentlichem Druck das Schlimmste verhindern müssen. Unsere Bewegung braucht auch Veränderung, aber fix für mich ist: Christian Kern muss bleiben."

"Historisches FPÖ-Ergebnis"
Die FPÖ freut sich - so Bezirkssprecher Peter Gerstner - über "den vierten satten Zugewinn in Folge". Der Bezirk Baden sei für die Blauen der stärkste NÖ-Bezirk, gemessen an den absoluten Stimmen. Die blauen Hochburgen sind Blumau und Mitterndorf mit über 40 Prozent, von den Bezirksstädten ist Ebreichsdorf die beste blaue Stadt. Peter Gerstner, ein Bad Vöslauer, gewinnt als 9.-Gereihter auf der Landesliste mit "ziemlicher Sicherheit" ein NR-Mandat. Wieder fix im Nationalrat: Christian Höbarth (Guntramsdorf).

"Grüne Katastrophe"
Für die Grünen - so Landessprecherin und Vizebürgermeisterin in Baden Helga Krismer - ist das Ergebnis vom Sonntag eine ungeschminkte "Katastrophe - ein Rückschlag für Umwelt- und Überlebensfragen." Noch zu Redaktionsschluss musste die im Bezirk auf unter 3 Prozent geschrumpfe Öko-Partei überhaupt um den Einzug in den Nationalrat zittern. Der grüne Nationalratsabgeordnete Dieter Brosz verliert vermutlich sein Mandat. Sein Statement: "Wir müssen uns neu aufstellen".
Die Liste Peter Pilz hat mit Ausnahme einer einzigen Gemeinde im Bezirk überall ein besseres Ergebnis als die Grünen erzielt. Bekanntester Kandidat ist Erich Hengl aus Klausen-Leopoldsdorf. Für ihn ist "Schwarz-Blau wahrscheinlich", und umso mehr müsse die Liste Pilz nun "ihren Fokus auf Kontrolle und Opposition legen". In Klausen-Leopoldsdorf wirkte sich sein Wechsel von Grün zu Pilz so aus: Die Grünen haben hier nur noch sieben von 60 Stimmen aus 2013 erhalten, die Liste Pilz bekam 54 Stimmen.

Neos top in Baden
Leichte Zugewinne gab es auch für "Neos" - ihr Top-Ergebnis im Bezirk kommt mit 7,9 % aus Baden.


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