Hochwasser im Bezirk Braunau

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BEZIRK. Nach einem brennendheißen Tag verdunkelte sich gegen Abend der Himmel in Oberösterreich und dicke heftige Gewitterwolken brauten sich zusammen. Die schweren Unwetter gingen dann ab 19 Uhr über dem Innviertel nieder. Laut Landesfeuerwehrkommando wurden in den Spitzenzeiten bis zu zwölf Einsätze pro Minute angenommen.

"Seit den Morgenstunden sind 11 Feuerwehren mit 120 Mannern neuerlich im Einsatz, um Keller auszupumpen, Fahrzeuge zu bergen, in Gewerbebetrieben Aufraumungsarbeiten zu unterstutzen und der betroffenen Bevolkerung Hilfe bei der Bewaltigung des katastrophalen Hochwasserereignisses zu leisten. Betroffen von den Uberflutungen sind insbesondere auch das Gemeindeamt und das Feuerwehrhaus in Polling und etwa 60 weitere Gebaude", berichtet Bezirksfeuerwehrkommandant Alois Wengler. Auch in der Gemeinde Aspach waren die Feuerwehren mit Hilfseinsatzen belastet. Verkehrswege waren freizumachen, Oltanks zu sichern, Hausbrunnen zu schutzen. "Der Einsatz wird derzeit noch nicht absehbare Zeit erforderlich sein", so Wengler weiter.

Waghalsige Rettungsaktion in Polling:
Durch das schlagartig eintretende Hochwasser mussten die Rieder Bundesstraße B 141 zwischen Imolkam und Polling, die Imolkamer Landesstraße L1091 zwischen Imolkam und Wildenau (Gmd Aspach) und die Pollinger Landesstraße L1092 zwischen Polling und Wagham (Gmd Altheim) gesperrt werden. Teilweise stand das Wasser bis zu einem Meter hoch.

Um 01:02 Uhr ging über Notruf ein Hilferuf ein. Eine bettlegrige Person in Imolkam war vom Hochwasser betroffen – es reichte bereits bis zur Bettkante. Die verständigte Streife Altheim setzte sich sofort mit den Einsatzkräften der Feuerwehr in Verbindung, da ein Weiterkommen mit dem Streifenwagen aufgrund Hochwassers unmöglich war. Doch auch das Feuerwehrfahrzeug bliebt infolge der Wassermassen hängen.

Da ein Weiterkommen zum Anwesen mit Fahrzeugen unmöglich war, entschieden sich der Polizist und drei Freiwillige der Feuerwehr Weng , zu Fuß durch die Wassermassen zum Anwesen vorzudringen. Auf dem etwa 100 m langen Anmarsch stand den Einsatzkräften das Wasser zweitweise bis zur Brust.

Beim Anwesen angekommen konnte die 85-jährige hilflose Person im Erdgeschoss im Bett liegend angetroffen werden. Das gesamte Haus war überflutet und das Wasser stand bis zur Matratze. Sie wurde von einer slowakischen Pflegerin betreut. Ihr 89-jähriger Gatte hielt sich in einem Schlafzimmer im Obergeschoss auf.
Mit einem Schlauchboot wurden alle drei schließlich gerettet. Das Ehepaar wurde in das Krankenhaus Braunau eingeliefert. Sie erlitten zwar keine Verletzungen, waren aber unterkühlt und standen unter Schock. Die slowakische Betreuerin wurde bei Angehörigen der Familie untergebracht.

Rettung in letzter Sekunde:
Um 22:50 Uhr ging erneut ein Notruf ein. In Aspach war nach dem heftigen Gewitter die Waldzeller Ache aus ihrem Bachbett getreten und überflutete die Wildenauer Landessstraße auf einer Breite von 400 Metern. Innerhalb kürzester Zeit stieg das Wasser auf der Straße und den angrenzenden Wiesen mindestens einen Meter hoch, teilweise auch höher, und überflutete sämtliche sich in dem Bereich zwischen Au und Ornading befindlichen Wohnhäuser und Bauernhöfe ehe es Richtung Imolkam und Polling weiterfloss.

Ein auf der Wildenauer Landesstraße in Au fahrender 25-jähriger PKW-Lenker aus Mettmach wurde von den Fluten eingeschlossen und konnte sich in letzter Sekunde über das Schiebedach des PKW ins Freie retten. Kurz darauf wurde das Auto von den Fluten mitgerissen. Alle Feuerwehren der Gemeinde Aspach und Umgebung waren am Einsatzort anwesend, führten die Evakuierung der Anwohner durch, und versuchten auch noch mittels Sandsäcken das Wasser zu stoppen bzw. weitere Überflutungen zu verhindern.

Das Schadensausmaß ist noch nicht absehbar. Die Feuerwehren beginnen nun mit den Aufräumungsarbeiten, welche voraussichtlich den ganzen Tag über andauern werden.

Verena Butter, Ortsberichterstatterin der BezirksRundschau, hat am Donnerstag Bilder vom Hochwasser in Polling gemacht.

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