Drogennetzwerk aufgedeckt
Mehrere Kinder aus problematischem Umfeld herausgeholt
- Mehrere Festnahmen nach Hinweis auf Drogenplantage.
- Foto: PantherMedia/Andriy Popov
- hochgeladen von Christina Hartmann
Eine Hausdurchsuchung im Bezirk Braunau führte zu mehreren Festnahmen und Inhaftierungen.
BEZIRK BRAUNAU. Im März 2026 erhielt der Koordinierte Kriminaldienst Braunau von der Grenzpolizeiinspektion Simbach einen Hinweis auf eine mutmaßliche Cannabisplantage im Bezirk Braunau. Anfang April kam es schließlich zur Hausdurchsuchung. Vor Ort wurden der 44-jährige Beschuldigte, seine 37-jährige Lebensgefährtin und zwei minderjährige Kinder von den Beamten angetroffen. Die professionell betriebene Cannabisplantage, rund 1,6 Kilogramm Marihuana, synthetische Suchtmittel und diverse Hieb- und Stichwaffen konnten im Keller des Hauses sichergestellt werden.
Drogenaufzucht und Pornodrehs
Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass das Paar in den letzten Monaten zumindest 25 Kilo Marihuana produziert haben dürfte. Davon sollen zumindest 18 Kilogramm sowie rund 500 Gramm Amphetamin und geringe Mengen Methamphetamin und Kokain an eine Vielzahl von Subdealern und Abnehmern in Verkehr gesetzt worden sein. Neben Räumen für die Aufzucht von zumindest 200 Cannabispflanzen konnten zudem in einem eigens für die Produktion privater, pornografischer Aufnahmen eingerichteten Raum, eine selbst gebaute Videoaufzeichnungsanlage und zahlreiche Datenträger sichergestellt werden.
Kinder abgenommen
Aufgrund der massiv kindeswohlgefährdenden Zustände wurde unverzüglich die Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft Braunau beigezogen. Noch während der Hausdurchsuchung mussten die beiden minderjährigen Kinder wegen Gefahr im Verzug abgenommen werden. Darüber hinaus erforderten die desolaten Wohnverhältnisse ein Einschreiten der Freiwilligen Feuerwehr und des Bürgermeisters als Baubehörde.
Die weiteren Ermittlungen führten in die unmittelbare Nachbarschaft. Auch dort konnte bei zwei Verdächtigen, ein 39-Jähriger und eine 33-Jährige, der Ankauf von Suchtgift im Kilogrammbereich nachgewiesen werden. Gleichzeitig wurden neuerlich derart kindeswohlgefährdende Zustände festgestellt, dass weitere Kinder behördlich abgenommen werden mussten.
Zahlreiche Festnahmen
Den Ermittlern gelang es, die Lieferkette für die synthetischen Suchtmittel zurückzuverfolgen. Ein 29-Jähriger, eine 36-Jährige, ein 31-Jähriger und ein 32-Jähriger, alle aus dem Bezirk Braunau, stehen im Verdacht, zumindest sechs Kilogramm Amphetamin sowie Kokain und Methamphetamin in das Wohnhaus für den Weiterverkauf geliefert zu haben. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried wurden die Verdächtigen im Mai und im Juni 2026 in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt OÖ festgenommen.
Opfer von Sexualdelikten identifiziert
Bis dato konnten sechs Personen inhaftiert, rund 40 Abnehmer in Österreich und Niederbayern ausgeforscht und vier mutmaßliche Opfer von Sexualdelikten identifiziert werden. Weiters wurden 1,6 Kilogramm Marihuana, ein Kilogramm Amphetamin, größere Mengen Ecstasy-Tabletten sowie Drogengeld und digitale Beweismittel sichergestellt. Sämtliche festgenommene Personen zeigten sich zu den Drogendelikten umfassend geständig.
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