Wacker schreibt tiefrote Zahlen
Sparprogramm wird auch Beschäftigte in der Region treffen

Die Wacker Chemie AG am Standort Burghausen beschäftigt etwa 750 Österreicher. | Foto: Wacker Chemie AG
  • Die Wacker Chemie AG am Standort Burghausen beschäftigt etwa 750 Österreicher.
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  • hochgeladen von Barbara Ebner

Der Chemiekonzern Wacker Chemie AG ist 2025 deutlich unter Druck geraten. Umsatz und operatives Ergebnis gingen zurück. Unterm Strich steht ein Millionenverlust im hohen dreistelligen Bereich. Mit einem großen Sparprogramm will das Unternehmen wieder profitabler werden – weltweit sollen mehr als 1.500 Stellen wegfallen. Welche Folgen das für den größten Produktionsstandort im bayerischen Burghausen und für Beschäftigte aus dem benachbarten Bezirk Braunau haben könnte, ist noch offen.

MÜNCHEN, BURGHAUSEN, BEZIRK BRAUNAU. Die Wacker Chemie AG hat 2025 ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich. Der Umsatz sank um vier Prozent auf 5,49 Milliarden Euro. Noch stärker brach das operative Ergebnis ein: Das EBITDA lag mit 427 Millionen Euro um 43 Prozent unter dem Vorjahr. Gründe sind eine schwache Nachfrage in vielen Industrien, geopolitische Unsicherheiten, neue Wettbewerber und weiterhin hohe Energiekosten in Deutschland.

Durch umfangreiche Sonderabschreibungen und Restrukturierungskosten rutschte der Konzern sogar tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich steht ein Jahresverlust von 805 Millionen Euro. Deshalb wollen Vorstand und Aufsichtsrat für 2025 erstmals seit Jahren keine Dividende ausschütten. Besonders belastend wirkten Wertberichtigungen von rund 600 Millionen Euro – unter anderem auf Beteiligungen und Vermögenswerte. Gleichzeitig investierte das Unternehmen deutlich weniger als im Jahr zuvor.

Burghausen: Unklar, wie viele Jobs wegfallen

Um die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, hat Wacker das Sparprogramm „PACE“ gestartet. Ziel ist es, jährlich mehr als 300 Millionen Euro einzusparen. Dafür sollen weltweit über 1.500 Stellen abgebaut werden, der Großteil davon in Deutschland. Wie viele Arbeitsplätze konkret betroffen sind und welche Standorte es trifft, ist derzeit Gegenstand von Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern.

Für den Standort Burghausen – das größte Werk des Konzerns – ist die Entwicklung besonders relevant. Tausende Beschäftigte arbeiten dort, viele davon pendeln täglich aus dem benachbarten Oberösterreich, etwa aus dem Bezirk Braunau und dem Innviertel. Ein möglicher Stellenabbau hätte daher auch wirtschaftliche Auswirkungen auf die Grenzregion.

Trotz der schwierigen Lage investiert das Unternehmen weiterhin in Zukunftsbereiche. In Burghausen wurden etwa die Kapazitäten für besonders reines Polysilizium für die Halbleiterindustrie ausgebaut. Dieses Geschäft entwickelt sich deutlich besser als das schwächelnde Geschäft mit Polysilizium für Solarzellen.

Für 2026 leichtes Wachstum erwartet

Für 2026 erwartet der Konzern eine leichte Erholung. Der Umsatz soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen, das operative Ergebnis zwischen 550 und 700 Millionen Euro liegen. Eine echte Trendwende sieht die Unternehmensführung allerdings noch nicht. Entscheidend werde sein, ob das Sparprogramm greift und die Nachfrage in wichtigen Industrien wieder anzieht.

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Foto: Franziska Marhold
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