S-Link Salzburg
Gegner wollen das Milliardenprojekt zu Fall bringen
Das geplante Projekt S-Link soll die bestehende Salzburger Lokalbahn bis nach Hallein verlängern und so für eine Verkehrsentlastung sorgen. Die "Initiative Stopp U-Bahn" ist gegen das Projekt und forciert eine Bürgerbefragung. Eine Unterschrift-Sammlung, am Samstag, 15. April 2023, am Alten Markt in Salzburg soll die notwendigen 2.000 Unterschriften für eine Unterstützungserklärung bringen.
SALZBURG/FLACHGAU. Man sei schon seit vielen Monaten auf der Straße, um die Menschen zu informieren, aber jetzt fällt der Startschuss für eine etwaige Bürgerbefragung. Als erster Schritt will die "Initiative Stopp U-Bahn" 2.000 Unterstützungserklärungen sammeln. Teilnehmen können jedoch nur Österreicher und Österreicherinnen und EU-Bürger und EU-Bürgerinnen mit Hauptwohnsitz in der Stadt Salzburg.
Laut Soyoye-Rothschädl würden "sehr viele Menschen" auf eine Bürgerbefragung warten. In der Vergangenheit führte man Gespräche mit Anrainern und Geschäften und spürte hier eine Furcht, der negativen Auswirkungen, wie Lärm und Kundenverlust, so die beiden Aktivisten, Wilfried Rogler und Hadwig Soyoye-Rothschädl im Pressegespräch.
Mehr Transparenz im S-Link gefordert
In der Vergangenheit sollen diverse Gespräche geführt worden sein, doch das Ergebnis für die Initiative ließ zu wünschen übrig, die S-Link Prognosen halte man für fragwürdig.
So habe man bei den Verantwortlichen nachgefragt, wie die genaue S-Link Trasse aussehe, die Zeitpläne seien oder wie man den Autoverkehr in der Stadt einschränken möchte und nie eine Antwort bekommen. Deshalb fordert die Initiative, das Ende "dieser Intransparenz".
"Der S-Link ist eine Schuldenfalle und verhindert die notwendige Verkehrswende. Wenn jetzt die Milliarden mit dem Tunnel im Seeton versinken, bleibt für andere dringende Maßnahmen kein Geld." Wilfried Rogler
- Die Initiative Stopp U-Bahn fordert das Erschließen der Regionen mit dem höchsten Pendler und Pendlerinnen-Aufkommen durch oberirdische RegionalStraßenbahnen.
- Foto: sm
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Auch an die umliegenden Gemeinden wird appelliert, einen finanziellen Beitrag zu leisten, wenn sie direkt an der Trassenführung liegen.
"Wir sehen es als sehr wichtig, dass sich die Gemeinden auch außerhalb der Stadt Salzburg zum S-Link positionieren." Hadwig Soyoye-Rothschädl
Tunnel als Milliardenprojekt
Anfang des Jahres wurde der Kostenrahmen für das Projekt S-LINK präsentiert. Die Kosten belaufen sich laut den Prognosen und je nach Ausführung zwischen 1,985 und 2,838 Milliarden Euro.
50 Prozent davon würde der Bund tragen. Erste Probebohrungen haben bereits stattgefunden.
Stadt Salzburg am meisten betroffen
Der Initiativen-Sprecher Rogler ist der Meinung, dass die Stadt Salzburg am meisten betroffen sei und am stärksten unter dem geplanten Projekt zu leiden habe. Er vermisse ein ganzheitliches Verkehrskonzept und glaubt, dass der Stadt durch den S-Link eine Verschlechterung drohe und kritisiert, dass sich die Gemeinden finanziell raushalten.
"Die Gemeinde Anif trägt nichts dazu bei, aber die Stadt Salzburg soll alleine für den ersten Abschnitt 50 Millionen zahlen. Da fragen wir uns schon, warum das so ist", sagt Rogler.
Verkehrswende gefordert
Anstatt das Projekt S-Link weiterhin voranzutreiben, würde die Initiative auf eine Erschließung der Regionen mit dem höchsten Aufkommen von Pendler und Pendlerinnen durch oberirdische Regional-Straßenbahnen (Richtung Mattsee, Mondsee, St. Gilgen und Wals, Berchtesgaden) setzen. Schließlich würde der S-Link, so Soyoye-Rothschädl nur jenen was bringen, die "zufällig an dieser Achse wohnen oder arbeiten."
Statt einer Nord-Süd-Erschließung sei es laut Rogler "viel klüger sein, eine Ost-West-Erschließung" zu überdenken.
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