08.02.2017, 09:46 Uhr

Einsätze bei Nacht, Eis und Sturm

Früh übt sich: Bereits der Nachwuchs lernt, wie man einen Menschen im Wasser transportiert. (Foto: ÖVR Mattsee/Riedl)

In Mattsee gibt es 25 aktive Wasserretter, die sich rund um die Uhr freiwillig in den Dienst stellen, um Menschen zu helfen.

MATTSEE (buk). Rund um die Uhr sind die Mattseer Wasserretter freiwillig in Alarmbereitschaft. "Bei uns gibt es keine Angestellten, nur Ehrenamtliche", erzählt Ortsstellenleiterin Julia Riedl. Insgesamt sind hier 25 Wasserretter aktiv, der Nachwuchs besteht derzeit aus 15 Kindern und Jugendlichen. Ein Mindest-Einstiegsalter gibt es offiziell nicht. Ähnlich wie beim Roten Kreuz können die Wasserretter ab einem Alter von 17 Jahren in den aktiven Dienst gehen, ab 13 dürfen sie etwa im Strandbad mithelfen.

"Jederzeit willkommen"

"Voraussetzung ist sicher, dass man gerne schwimmt", sagt Riedl. Grundsätzlich seien Interessierte aber jederzeit willkommen. Für den aktiven Dienst benötigen die Mitglieder eine Erste-Hilfe-Ausbildung und den Retter-Schein. Für letzteren müssen 15 Punkte erfüllt werden – etwa 30 Minuten Dauerschwimmen, 25 Meter Streckentauchen und eine gleich schwere Person 50 Meter weit zu ziehen. Eine Vorstufe dafür ist der Helfer-Schein, den jeder ab dem vollendeten 13. Lebensjahr machen kann. Die Ausbildung und entsprechende Kurse bietet die Wasserrettung direkt an.

Starker Zusammenhalt

Wie oft die Retter tatsächlich ausrücken, lässt sich pauschal nicht sagen. "Letztes Jahr war stark, heuer hoffen wir, dass es nicht ganz so viel wird", so die Ortsstellenleiterin. Vor allem der Tod eines 13-Jährigen im vergangenen Jahr war für die Mattseer sehr belastend. "Solche Ereignisse passieren zum Glück nur selten. Danach setzen wir uns zusammen und reden sehr viel darüber", erzählt Riedl. Der Zusammenhalt müsse stark sein, damit Einsätze überhaupt funktionieren.

Häufige Sturmeinsätze

Neben den Menschen bergen die Wasserretter auch immer wieder Material. Häufig müssen sie zu Sturmeinsätzen ausrücken. "Da geht es dann darum, umgestürzte Segelboote wieder aufzustellen oder Tret- und Elektroboote zurückzuholen", sagt Riedl. Vor allem Touristen würden die Wetterlage oft unterschätzen. Dennoch geht die Menschenrettung immer vor. Besonders herausfordernd sind Einsätze bei Nacht und Eis-Einsätze. Bei letzteren spielt vor allem der Zeitfaktor eine Rolle, in der Nacht macht den Rettern die eingeschränkte Sicht zu schaffen.

Nachwuchs hilft bereits mit

In den Sommerferien wird auch das fünfköpfige Bademeister-Team im Strandbad unterstützt. Hier kommen bereits die jugendlichen Wasserretter zum Einsatz. Je nach Bedarf werden zwei bis drei Mitglieder dafür abgestellt. "Das ist einfach ein zusätzlicher Schutz und eine Entlastung für die Bademeister", weiß die Ortsstellenleiterin. Vor allem in starken Saisonen besuchen täglich bis zu 3.000 Menschen das Strandbad.
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