"Ich mache mich nicht aus dem Staub"

Christiane Jogna aus Hagenberg ist seit 2002 Mitglied bei den Grünen und seit 2013 deren Bezirkssprecherin.
  • Christiane Jogna aus Hagenberg ist seit 2002 Mitglied bei den Grünen und seit 2013 deren Bezirkssprecherin.
  • hochgeladen von Roland Wolf

BRS Freistadt: Haben Sie den Schock von der Nationalratswahl, als die Grünen aus dem Parlament flogen, schon einigermaßen verdaut?
Christiane Jogna: Ja, aber es war schon hart und ohne „verdauungsfördernde“ Maßnahmen hätte ich das sicher nicht geschafft. Geholfen haben mir sachliche Analysen, um die vielfältigen Ursachen besser zu verstehen und darauf aufbauend die Entwicklung einer neuen Zukunftsperspektive.

Wie wirkt sich das Wahldesaster der Grünen auf Bundesebene auf den Bezirk Freistadt aus?
Die derzeitige politische Situation ist für mich paradox. Noch nie wären die Grünen so notwendig gewesen wie jetzt, wo sie eine historische Krise durchmachen. Das gilt auch für den Bezirk Freistadt. Wenn man beobachtet, welche Kürzungen im Sozial- und Kulturbereich und im Bereich der Kinderbetreuung durch die Schwarz-Blaue Landesregierung auf uns zukommen, so ist es unschwer sich vorzustellen, welcher Geist demnächst auf Bundesebene herrschen wird. Gerade in ländlichen strukturschwachen Regionen wie der unseren treffen derlei Einsparungen besonders hart.

Wie geht es mit dem Büro der Grünen in der Eisengasse in Freistadt weiter?
Das Grüne Büro in Freistadt ist ein Kooperationsprojekt der Bezirksorganisation und der Gemeindegruppen und somit grundsätzlich von der Bundespartei unabhängig. Durch die finanzielle Solidarität der Landesparteien mit der Finanzmisere der Bundespartei wird unser ohnehin sehr bescheidener Finanzrahmen für Projekte sicher noch enger. Existenziell zukunftsentscheidend für uns werden die Wahlergebnisse der Landtags- und Gemeinderatswahlen im Jahr 2021 in Oberösterreich sein.

Sind Sie nach wie vor motiviert, die Funktion als Bezirkssprecherin der Grünen auszuüben?
Es ist nicht meine Art, dass ich mich bei Schwierigkeiten aus dem Staub mache. Ganz im Gegenteil, ich sehe Krisen als Herausforderung und möchte mit meinen Erfahrungen und meinen Vorschlägen konstruktiv zu Verbesserungen beitragen. Zudem erlebe ich unsere Bezirksgruppe als sehr aktive Gemeinschaft von tollen Persönlichkeiten, in der Vielfalt und Toleranz gelebt wird. Daher bin ich sehr gerne weiterhin Bezirkssprecherin.

Welche Themen sind den Grünen im Bezirk Freistadt in naher Zukunft wichtig?
Im kommenden Jahr wollen wir uns im Bezirk verstärkt mit dem Thema Mobilität im Allgemeinen sowie Tarif und Angebot des Öffentlichen Verkehrs im Besonderen auseinandersetzen. Wir werden uns in der Plattform „Für Kultur und Menschlichkeit“ engagieren, um Angebote im Kultur-und Sozialbereich und in der Kinderbetreuung aufrechtzuerhalten. Und wir werden weiterhin für Nachhaltigkeit im Umgang mit Boden- und Hochwasserschutz eintreten.

Was müssen die Grünen machen, um wieder in Schwung zu kommen?
Die Grünen müssen interne Streitigkeiten beenden, einen neuen Listenwahlmodus finden und sich wieder mehr nach außen öffnen. Wir sollten versuchen, die Welt weniger zu erklären und stattdessen vermitteln, wie wir sie verändern wollen. Dabei darf ruhig wieder mehr auf Aktionismus gesetzt werden. Es muss uns gelingen, möglichst viele Menschen zur Mitarbeit zu motivieren und das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.

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