Gift im Tal der Geier
Ermittlungen nach tödlichem Anschlag auf geschützte Greifvögel
- Im Lesachtal sorgen mehrere tote Gänsegeier für Aufregung.
- Foto: Zoo Salzburg
- hochgeladen von Beate Meixner
Im Grenzraum zwischen Kärnten und Osttirol sind mehrere tote und vergiftete Gänsegeier entdeckt worden. Analysen bestätigen den Einsatz des in der EU verbotenen Nervengifts Carbofuran und lösen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Wildtierkriminalität aus.
LESACHTAL. Im Grenzraum zwischen Kärnten und Osttirol herrscht tiefe Bestürzung: Mehrere tote und ein schwer geschwächter Gänsegeier wurden in den vergangenen Wochen in abgelegenen Bereichen entdeckt. Nun bestätigen unabhängige Analysen den schlimmsten Verdacht – ein verbotener Wirkstoff hat die Tiere getötet.
Spur führt zu verbotenem Nervengift
Die Untersuchungen der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie der Ludwig-Maximilians-Universität München ergaben übereinstimmend: In den Proben der verendeten Gänsegeier wurde Carbofuran nachgewiesen. Der Stoff gilt in der EU seit Jahren als verboten, wird aber offenbar weiterhin illegal eingesetzt. Besonders betroffen sind Funde aus dem Raum Untertilliach in Tirol und St. Lorenzen in Kärnten, wo insgesamt sieben Tiere dokumentiert wurden.
Burg Landskron als Rettungsstation
Ein einzelnes Tier konnte lebend geborgen werden und wurde in der Greifvogel-Pflegestation auf der Burg Landskron versorgt. Dort gelang es den Tierärztinnen und Pflegern, den geschwächten Vogel zu stabilisieren und später wieder freizulassen. Die übrigen Tiere waren bereits verendet, als sie gefunden wurden.
"Gezielter Anschlag"
Johannes Hohenegger von BirdLife Österreich schildert, dass die Häufung der Fälle auf engem Raum früh den Verdacht einer Vergiftung nahegelegt habe. Nach Abschluss der Analysen sieht er diesen Verdacht bestätigt. Auch Christina Wolf-Petre vom WWF Österreich bewertet den Vorfall als schweren Angriff auf geschützte Arten und fordert eine umfassende Aufklärung der Hintergründe.
Tiere haben wichtige Funktion
Die Vögel, die im Alpenraum regelmäßig anzutreffen sind, erfüllen eine wichtige ökologische Funktion. Sie beseitigen Kadaver und tragen damit wesentlich zur natürlichen Hygiene in hochalpinen Regionen bei. Laut José Tavares von der Vulture Conservation Foundation hat das betroffene Gebiet eine zentrale Bedeutung im europäischen Netzwerk dieser Art, da es verschiedene Populationen miteinander verbindet.
Appell an die Bevölkerung
Die Naturschutzorganisationen BirdLife Österreich, WWF Österreich und die Vulture Conservation Foundation verlangen eine lückenlose Aufklärung des Falls. Die Bevölkerung wird aufgerufen, verdächtige Beobachtungen an die Landespolizeidirektion Kärnten, die BirdCrime-Hotline oder die anonyme Meldestelle weiterzugeben. Jede Information könne entscheidend sein, um die Verantwortlichen auszuforschen und weitere Vorfälle zu verhindern.
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