Schotterabbau im Roßwald
Geboltskirchen wehrt sich entschlossen gegen Schottergrube
- Die Gemeinde macht auf ihre Bedenken gegen die geplante Schottergrube aufmerksam.
- Foto: Gemeinde Geboltskirchen
- hochgeladen von Cornelia Karrer
Der Gemeinderat von Geboltskirchen spricht sich in einer aktuellen Resolution klar gegen die Errichtung einer zweiten Schottergrube im Gemeindegebiet aus. Geplant ist ein Abbau auf 4,7 Hektar im Roßwald, wobei rund 900.000 Kubikmeter Schotter über 25 Jahre abgebaut werden sollen. Die Gemeinde sieht darin eine erhebliche Belastung für Bevölkerung, Natur und Infrastruktur.
GEBOLTSKIRCHEN. Das Projekt sieht vor, dass die Schmid Christian GmbH als Betreiber auf einer Fläche von 4,7 Hektar im Ausläufer des Hausruckwaldes Schotter abbaut. Etwa 1,5 Hektar sollen dauerhaft als offene Abbaufläche genutzt werden. Der Antrag für das Vorhaben befinde sich derzeit in Vorbereitung und soll demnächst bei der Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen eingereicht werden.
Mehr Lkw-Verkehr sorgt für Sorgen
Ein Hauptargument des Gemeinderates ist die erwartete Zunahme des Schwerverkehrs. Mindestens 36 Lkw-Fahrten pro Tag würden künftig durch und entlang der Ortschaften führen. Die Gemeinde befürchtet mehr Lärm, Staub und Erschütterungen. Die Gemeindestraßen seien für einen derartigen Verkehr nicht ausgelegt, Schäden an Straßen und Brücken sowie eine Wertminderung von Grundstücken werden als Folge genannt.
Wasser und Erholungsgebiet in Gefahr
Darüber hinaus könnte die geplante Rodung des Waldgebiets laut Gemeinde negative Folgen für das lokale Klima, die Artenvielfalt und das Grundwasser haben. In unmittelbarer Nähe des Abbaugebiets befinden sich mehrere Quellen mit Trinkwasserqualität, weshalb langfristige Auswirkungen auf die Wasserversorgung nicht ausgeschlossen werden können. Auch die Bedeutung des Gebiets als Erholungsraum für Einheimische und Gäste wird betont.
Resolution als Zeichen für die Bevölkerung
Obwohl der Gemeinde im Genehmigungsverfahren keine formelle Entscheidungsbefugnis zukommt, sieht sich der Gemeinderat in der Pflicht, die Interessen der Bevölkerung zu vertreten. Die Resolution wurde an die zuständigen Behörden, das Land Oberösterreich und den Projektbetreiber übermittelt.
„Viele Bürgerinnen und Bürger haben das Gefühl, dass ihre Sorgen und Bedenken nicht ausreichend gehört werden. Die Angst, dass wirtschaftliche Interessen Einzelner über das Wohl der gesamten Bevölkerung gestellt werden, ist groß. Der Gemeinderat sieht es als seine Pflicht, diese Sorgen ernst zu nehmen und die Interessen der Bevölkerung klar zu vertreten“
, heißt es in der Begründung des Gemeinderates.
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