Der Traum vom warmen Ofen endet oft als Brandruine

Überhitzte oder durch unsachgemäße Handhabung befeuerte Öfen führen in der Kälteperiode vor allem in älteren Gebäuden und Wochenendhäusern immer wieder zum flammenden Inferno.
Foto: Archiv Tiroler Versicherung
  • Überhitzte oder durch unsachgemäße Handhabung befeuerte Öfen führen in der Kälteperiode vor allem in älteren Gebäuden und Wochenendhäusern immer wieder zum flammenden Inferno.
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  • hochgeladen von Martin Reiter

Die Heizsaison hat durch die derzeitige Kälteperiode ihren Höhepunkt erreicht. Nun werden Öfen und Kamine oftmals auf Teufel komm raus angeschürt, oftmals mehr als erforderlich. In der TIROLER VERSICHERUNG, bei der nahezu jedes zweite Tiroler Haus gegen Feuer versichert ist, verzeichnet man jedes Jahr in der Kälteperiode zwischen November und Februar eine Anhäufung solcher Brände: Die Schadensummen betragen zwischen 150.000 und 500.000 Euro pro Brand.

Die häufigsten Brände entstehen durch Überhitzung, Hitzestaus in alten Zwischendecken, Baumängel, Funken oder Holzscheite, die auf den Boden fallen oder brennbaren Gegenstände, die auf den Feuerstätten liegen gelassen werden.

Thomas Steixner von der TIROLER VERSICHERUNG warnt vor Gefahren aus Kamin und Kachelofen. Diese würden oft leichtsinnig ignoriert. Doch das könne im schlimmsten Fall lebensbedrohlich enden. „Brennbare Materialien wie Holzscheite oder Papier dürfen nicht direkt am Ofen gelagert werden“, sagt der Versicherungsexperte. Auch sollten Ofenbesitzer darauf achten, ausreichend zu lüften und vor der Inbetriebnahme eines neuen Ofens den Rauchfangkehrermeister konsultieren.

Bei alten Öfen kommt es oft zum Hitzestau in Zwischendecken, dadurch kann es bei älteren Häusern zum Glimmbrand kommen, was oft lange gar nicht bemerkt wird, durch ein wenig Zugluft kann dann der Vollbrand entstehen.

Auch Baumängel durch uralte Gebäude sind häufig. „Das haben wir öfters. Gerade bei alten Objekten, die nicht ständig bewohnt sind, sehr stark auskühlen und dann relativ schnell aufgeheizt werden“, erklärt Steixner.

So schön, kuschelig und wärmend Stuben-, Wohnzimmeröfen & Co auch sind, so schlimm können die Auswirkungen bei unachtsamen Umgang mit dem Feuer sein. Auch wenn man einen solchen Ofen schon seit Jahren beheizt und geübt in der Anfeuerung und im Nachlegen ist, sollte man trotzdem respektvoll mit dem Feuer umgehen und vor allem jene Personen, die mit dem Anheizen nicht vertraut sind, entsprechend einschulen .

Besonders beliebt sind in Tirol die Kachelöfen. In den vergangenen Jahren wurde diese historische Wärmequelle neu entdeckt. Steixner weiß aus der Praxis, dass früher viele Kachelöfen explodiert sind, auffallend ist aber, dass diese Explosionen stark zurückgegangen sind, was vor allem auch auf mehr Aufklärungsarbeit zurückzuführen ist. Leute sind behutsamer geworden.

Auffallend ist aber auch, dass Brände durch falsch beheizte oder durch Baumängel beeinträchtigte Öfen (Kachelöfen, Grundöfen etc.) vor allem in älteren Bauten, vermieteten Almen und Asten, Wochenendhäusern, alten Bauernhäusern usw. vorkommen.

Immer wieder entstehen Brände durch Feriengäste, die mit dem richtigen Beheizen offensichtlich nicht vertraut sind.

Was kann im Ernstfall passieren? Steixner: „Obliegenheiten in den Feuerversicherungen müssen beachtet werden, damit im Ernstfall nicht der Geschädigte auf seinem Schaden sitzen bleibt.“ Ein Appell ergeht an die Vernunft und vor allem Vermieter sind aufgefordert, ihre Gäste zu unterweisen, wie man richtig einheizen soll. Denn oft sei bei Gästen auch Alkohol im Einfluss, sodass übermütig eingeheizt wird und dadurch auch andere Personen gefährdet werden.

Unter Beachtung der folgenden Sicherheitstipps steht dem sicheren Genießen des Ofens uns seiner wohligen Wärme nichts mehr im Wege:

* Unbedingt feuerfeste Bodenplatte vor dem Kachelofen implementieren großen Sicherheitsabstand zu brennbare Materialien in der Umgebung einhalten (Teppich, Vorhänge, Decken, getrockneten Blumen, …)
* Asche mit genügend Wasser vermengen und in einem feuersicherem Gefäß entsorgen
* Vorsicht mit Brandbeschleunigern, nie Spiritus u. ä., vor allem in bereits angeheizten Ofen geben
* keinen Abfall im Kachelofen verbrennen
* Kachelofen regelmäßig warten lassen
* respektvoller Umgang mit dem Feuer

Unter www.tiroler.at findet sich der kostenlose Download einer „Heizanleitung“, die speziell bei Öfen, die von Gästen befeuert werden, angebracht werden sollte. Ganz nach dem Motto: Vorbeugen ist besser als löschen!

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