Das ist in unseren Gemeinden erlaubt
Rasenmähen oder Ruhezeiten

- Bald ist es wieder Zeit für den ersten Rasenschnitt
- Foto: Müller
- hochgeladen von Michaela Müller
Grün vor Neid werden, wenn der Nachbar seinen lautlosen Rasenmähroboter beschäftigt? Die Bezirksblätter haben nachgefragt, wie es mit dem Lärm beim Garteln in der Region so aussieht.
REGION HERZOGENBURG. Ja, Frühjahrs- und Sommerzeit ist Zeit zum Garteln – leider auch inklusive Lärm durch Rasenmäher, Motor- und Kreissäge. Ein grober Richtwert was das lautstarke Gartenarbeiten angeht: Generell gilt, zwischen 22 Uhr und 6 Uhr früh jeglichen Lärm zu unterlassen, und natürlich am Wochenende auch ab Samstag Nachmittag und sonntags sowie feiertags sowieso.
Unsere Gemeinden
In den meisten kleineren Gemeinden rund um Herzogenburg wie beispielsweise Kapelln, Perschling, Inzersdorf-Getzersdorf und Statzendorf gibt es keine konkreten Verordnungen bezüglich der Lautstärke bei der Gartenarbeit. Es gelten also die allgemeinen gesetzlichen Grundlagen. In Herzogenburg Stadt gibt es eine Rasenmäher Verordnung, die online einzusehen ist, und die besagt, dass täglich zwischen 20 Uhr Uhr und 8 Uhr am Folgetag, sowie samstags ab 17 Uhr und sonn- und feiertags gänzlich Ruhe einzuhalten ist.
Gartenarbeit oder laute Musik
"In der Gemeinde Statzendorf gibt es an und für sich keine Regeln, welche die Lautstärke von Geräten oder Musikanlagen. Die gesetzlichen Vorgaben für die Einhaltung der Nachtruhe sollten für jeden Gemeindebürger selbstverständlich sein. In Statzendorf gibt es jedoch seit Jahren die Empfehlung, ab Samstag mittags keine lauten Gartengeräte wie Rasenmäher zu betreiben. Es gibt natürlich Ausnahmesituationen wie zum Beispiel Erntemaschinen am Feld, Baumaschinen im Zuge eines Wohnbaues, welche auch unter der Woche, am Abend und am Wochenende im Einsatz sind", so Bürgermeister Herbert Ramler. Er räumt aber was Lärm angeht noch einen anderen Punkt ein: "Laute Musik zur Unterhaltung eines Einzelnen ist möglichst zu vermeiden, da es die Möglichkeit eines Kopfhörers gibt, um andere nicht zu stören. Partymusik und Gesprächslärm aufgrund einer privaten Feier sollten meines Erachtens im Vorfeld mit den Nachbarn und Anrainern abgesprochen werden. Dann steht auch einer Gartenfeier in einer lauen Sommernacht nichts im Wege."

- Foto: Müller
- hochgeladen von Michaela Müller
Ein Erfahrungsbericht
Für Elisabeth Wegl aus Traismauer hat die potenzielle Lärmbelästigung durch Gartenarbeit noch nie so wirklich ein Problem dargestellt. "Eigentlich sind unsere Nachbarn alle sehr rücksichtsvoll, wir hatten noch nie Probleme mit Lärmbelästigung. Keiner mäht hier am Sonntag und auch nicht spät nachts oder dergleichen", erzählt die Stadträtin von ihrer Erfahrung. "Viele von uns in dieser Gegend haben auch schon einen elektrischen und selbstfahrenden Rasenmäher, und die hört man wirklich kaum, wenn sie fahren", beschreibt Elisabeth Wegl.

- Foto: pixabay
- hochgeladen von Michaela Müller
Aus polizeilicher Sicht
"Beim Verstoß gegen Ruhezeiten sind wir als Polizei jedoch nicht in die Vollziehung eingebunden. Manche Gemeinden legen sogar db-Werte fest, oder erweitern die Ruhezeiten. Manche Bürger sind dann irritiert, wenn wir sie an den/die Bürgermeister*in verweisen", erklärt der Bezirkspolizeikommandant für St. Pölten Land, Philipp Harold. "Es wird schon manchmal beim Notruf oder bei den Dienststellen direkt angerufen, um sich über Bau/Gartenlärm zu beschweren. Oftmals wird hier seitens der Polizei mit einer Abmahnung nach Herstellung des gesetzmäßigen Zustandes agiert. Sprich: Wir weisen den Nachbarn darauf hin, dass es Beschwerden gibt und es erledigt ist, wenn er jetzt das Arbeiten einstellt. In sehr seltenen Fällen wird ein Organmandat ausgestellt", so Bezirkspolizeikommandant Philipp Harold. „Grundsätzlich gilt jedoch: Wenn der Lärm eingestellt ist, sind die Anrufer zufrieden. Anmerken möchte ich auch, dass es empfehlenswert ist, zuvor selbst mit dem Nachbarn zu sprechen bevor man die Polizei involviert. Dies kann sehr schnell zu Missverständnissen in einem sonst guten Nachbarschaftsgefüge führen. Hier gilt, wie in vielen anderen Bereichen, dass Kommunikation der Schlüssel zu einem harmonischen Miteinander ist.“
Fazit
Welche Regeln in der Heimatgemeinde festgelegt sind, erfährt man am Gemeindeamt. Ansonsten hängt alles von der Kommunikation mit den Nachbarn ab, damit ein harmonisches Miteinander gewährleistet sein kann.
Das könnte dich auch noch interessieren:



Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.