Lesung mit Margit Jordan - Autorin präsentierte Lyrikband „fenstertage" im Wiederlesen in Imst

Margit Jordan zu Gast im Wiederlesen in Imst.
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IMST(alra). Die Innsbrucker Autorin Margit Jordan stellte im Buchladen Wiederlesen in Imst ihren Gedichtband „fenstertage" vor. Auf Einladung der Wortraum Literatinnen fand am Mittwoch eine Lesung mit musikalischer Umrahmung statt.

Angelika Polak-Pollhammer, Autorin und Obfrau des Wortraums, sprach zur Begrüßung und stellte Margit Jordan dem Publikum vor. Jordan ist in der Tiroler Literaturszene auch durch ihre Arbeit für den Turmbund Verlag bekannt, den ihr Ehemann Roland als Präsident führt. Als Schriftführerin, in der Programmplanung und der literarischen Beratung ist sie dort tätig. Sie hat bereits zahlreiche literarische Beiträge veröffentlicht, die „fenstertage" sind jedoch ihr erster eigenständiger Gedichtband. Die lyrischen Texte sind zwischen 2012 und 2017 entstanden.

Margit Jordan ist eine feinsinnige Beobachterin, die aus ihrer Umgebung intensive Eindrücke filtert und diese zu sehr klaren und prägnanten Gedichten strukturiert. Das Buch umfasst sieben Zyklen, denen jeweils drei Schlagwörter zugeordnet sind. „Berge - Wände - Grenzen" oder „Tage - Schatten - Fluchten" sind etwa Begriffskombinationen, die sich als thematische Gemeinsamkeiten in den kurzen Gedichten verweben. Die Autorin hat ihre Arbeit auch mit inspirierenden Werken anderer Schriftsteller verbunden. In vier Gedichten setzt sich Jordan mit Texten von Gerhart Hauptmann, Günther Anders, Hannah Arendt und Theodor Storm auseinander. Mit literarischen Fremdeinflüssen spielt Margit Jordan sehr subtil und nennt da und dort unverkennbare Hinweise auf Klassiker wie Kleists „Der zerbrochene Krug" oder Günter Grass „Die Blechtrommel".

Die in Innsbruck lebende und im Unterland aufgewachsene Autorin, die ursprünglich aus Habichen bei Oetz stammt, vermittelte im Rahmen der Lesung ihre persönlichen Zugänge zum Schreiben. „Gedichte öffnen in ihrer Kürze und Spannung die Fenster zur Welt, " so Margit Jordan, die damit den Titel ihres Buches „fenstertage" und auch ihre kritische Betrachtung des Weltgeschehens in ein deutliches Bild rückte.

Sehr sensibel aber bestimmt wählt Jordan Worte, die sich bildhaft zusammenfügen und zugleich kraftvoll für sich selbst stehen. Wenn „Scheinwirklichkeiten" auf „Glasfaserträume" treffen und die Autorin ihren Blick aus dem Fenster weit über die „von Bergen abgeschottete Stadt" richtet, sich dabei auf die Suche nach „Ankerplätzen" begibt und „das Mädchen mit den Streichhölzern" von einer besseren Welt träumen lässt - verhilft sie dem Leser auf eigene gedankliche Sprünge. Stilistisch reduziert und sprachlich vertieft treffen die „ fenstertage" sehr deutlich auf Leser und Zuhörer. Der gefühlvolle Vortrag und die erklärenden Überleitungen der Literatin verstärkten die Kraft der Worte bei der Lesung in Imst. Zum Abschluss präsentierte Margit Jordan ein berührendes Gedicht, dass sie der anwesenden Imster Künstlerin Dietlinde Bonnlander und ihrem unermüdlichen Einsatz für Kinder im Krieg widmete. Roland Jordan sorgte für musikalische Unterhaltung und angenehme Klänge im Wiederlesen - er unterhielt mit altbekannten Liedern, die sich im Arrangement für Zither vollkommen neu entdecken ließen.

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