11.02.2018, 12:21 Uhr

Sprühende Lebensfreude und fantasievolle Kostüme - Begeisterung beim Umzug der 6. Imster Weiberfasnacht

IMST(alra). Dem alten Brauch der Weiberfasnacht, der aus dem Mittelalter stammt, nimmt man sich in Imst seit 2013 auf besonders schillernde Art und mit wachsender Beliebtheit an. Was einst als "verkehrte Welt" angedacht war - nämlich den Frauen die Macht zu überlassen, demonstrierten am Unsinnigen Donnerstag an die 160 Teilnehmerinnen als mittlerweile professionelle Fasnachtsveranstaltung mit aufwendigen Kostümen und fantasievollen Masken und Bemalungen. Auch beim 6. Umzug galt es mit Eigenständigkeit, viel Humor und Lebensfreude den Beweis der femininen Kräfte - gepaart mit alten Bräuchen, Mythen und frischem Pep anzutreten - die Mitwirkenden taten dies ohne Altersbeschränkung - vom Kleinkind bis zur reifen Frau wurden Lebenslust und Leichtigkeit zelebriert.

Pünktlich um 15 Uhr erfolgte der Auftakt am Sparkassenplatz mit der Präsentation der Maskengruppen. Das wortgewaltige Duo - Roswitha Matt und Anneliese Krabacher - übernahm die Vorstellung. Mit kleinen Showeinlagen aus Tanz, Akrobatik und Gesang liefen die Formationen auf dem roten Teppich ein, um sich der versammelten Menge zu zeigen. Gewürzt wurde der Einstieg von den Moderatorinnen mit humorvollen Seitenhieben auf das lokale Geschehen - so blieb das "Goldene Dachl" von Imst, unter dem sich die Gruppen sammelten, in seiner Formgebung auch von der Weiberfasnacht nicht verschont.

Der gemeinsame Aufbruch in die Regentschaft der Stadt wurde mit dem Anstimmen des Weiberfasnachtsliedes besiegelt, bevor es durch die dicht gesäumte Kramergasse ging.
Zu den bekannten Masken, wie etwa den Hexen aus Wald und Moor, den Saligen, den Wiatigen, den Wilderern, hatten sich heuer auch neue Kostüme gesellt - die Verantwortlichen sind um Abwechslung und Kreativität der wachsenden Veranstaltung bemüht. Märchen- und Feenwesen, Fabeltiere, Zigeunerfrauen, Sambatänzerinnen und Heilerinnen belebten mit Übermut und närrischem Treiben die Stadt. Allerlei kleine Wägelchen mit magischem Zubehör waren für die Zuschauer vorgesehen - manch äußerliche Anwendungen hinterließ ihre sichtbaren Spuren - vom verabreichten Segen bis zur Dosis Zivilcourage, vom Probeliegen in Schneewittchens Sarg, einem Ausflug in den Rosengarten bis zur offiziellen Ernennung zur Edelzicke, fand der Spaß seine Auswüchse.

Den Umzug von der Sparkasse bis zum Pflegezentrum führten traditionell die drei Beten an. Mit Fahnenträgerin, Hohenpriesterin, dem Totenpaar - Tötin und Tod - bildeten sie in mystischer Eleganz, die prachtvollen Wegbereiterinnen für den stimmungsvollen Tross der Imster Weiberfasnacht. Gegen 18 Uhr versammelten sich alle Maskengruppen am Vorplatz des Pflegezentrums, um erneut in das Lied der Weiberfasnacht einzustimmen und die erfolgreiche Übernahme der Regentschaft über Imst noch bis spät in die Nacht im "Rosengartl" zu feiern.
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