Klimastrategie
Grüner Hoffnungsschimmer für die Ölheizung

Heizölbranche hofft auf "sauberes" Heizöl aus Abfallstoffen.
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  • Heizölbranche hofft auf "sauberes" Heizöl aus Abfallstoffen.
  • Foto: Neste
  • hochgeladen von Linda Osusky

Energiehandel testet grünes Heizöl. Energieagentur rät Ölheizungsbesitzern dennoch zum Ausstieg aus Heizöl.

ÖSTERREICH. Bis zum Jahr 2050 soll es in Österreich keinen Haushalt mehr geben, in dem mit Heizöl geheizt wird. So steht es in der Klimastrategie der Regierung. Aktuell heizen österreichweit von rund 3,8 Millionen Haushalten 16 Prozent mit Heizöl. 

Ab 2020 landesweites Verbot

Das sind umgerechnet etwa 700.000 Ölheizungen. Die überwiegende Mehrheit davon ist im Durchschnitt über 20 Jahre alt. Laut Energieagentur-Chef Peter Traupmann sind gerade einmal 70.000 dieser Ölheizungen auf dem neuesten Stand. Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger möchte die Zahl der Ölheizungen bis 2030 halbieren. Sie belohnt Haushalte, die ihre Ölheizung durch ein klimafreundliches Heizsystem ersetzen – das kann eine Holzzentralheizung, ein Fernwärmeanschluss, eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe sein – mit dem 'Raus aus dem Öl'-Bonus in der Höhe von bis zu 5.000 Euro. Anträge sind noch bis zum 28. Februar möglich. Der Einbau fossiler Heizsysteme in Neubauten ist ab 2020 österreichweit verboten. In Niederösterreich gilt das Verbot bereits seit Anfang diesen Jahres.

Grünes Öl klimafreundlich

Die Heizölbranche sucht nun nach grünen Alternativen für das fossile Heizöl und testet seit Kurzem "hydrotreated vegeta-#+ble oil" (HVO), das eigentlich als Kraftstoff für Autos entwickelt wurde. Parallel beauftragte die Branche auch die Österreichische Energieagentur mit einer Studie, die zeigen soll, inwieweit dieser Brennstoff zu den Klimazielen beiträgt. Fazit der Studie ist, dass "green liquid fuels die Ziele der #mission2030 unterstützen."

Keine Produktion im Inland

Der aus pflanzlichen Ölen und tierischen Fetten bestehende Brennstoff kann auch aus Abfallstoffen hergestellt werden, wie Roth betont. "Unsere Vision ist, statt 700.000 Heizungen zu tauschen, was 20 Milliarden Euro kosten würde, mit HVO zu beheizen", so Roth weiter. Das Problem: Der Stoff wird derzeit nur an zwei Standorten hergestellt.

HVO ab 2025 erhältlich?

Die Mineralölkonzerne Neste in Finnland und Eni in Italien produzieren HVO als alternativen Kraftstoff. Außerdem sei HVO stark nachgefragt. Roth möchte daher die Produktion in Österreich aufbauen und führt dazu Gespräche mit der Landwirtschaftskammer. Zuletzt lag der Heizölverbrauch in Österreich bei 800.000 Litern. Roth rechnet damit, das Produkt bis 2025 einzuführen.

Experten raten zum Ausstieg aus Ölheizung

Im Energiekostenvergleich ist die Ölheizung laut einer Studie der Energieagentur für 2018 sowohl im unsanierten als auch im sanierten Zustand das teuerste Heizsystem. 



Peter Püspök vom Dachverband Erneuerbare Energie Österreich bezeichnet den Vorstoß des Energiehandels als Ablenkungsmanöver. Es sei Ressourcenverschwendung, alte, ineffiziente Ölheizungen mit HVO zu beheizen. "In diesem Falle ist es besser, gleich auf erneuerbare umzusteigen", so Püspök. Auch Traupmann rät Haushalten, die jetzt ihre alte Ölheizung tauschen wollen, auf ein erneuerbares System umzusteigen. "Aus dem einfachen Grund, weil HVO derzeit noch nicht verfügbar ist", so der Energiefachmann. Allenfalls mache es für die Besitzer der 70.000 modernen Ölheizungen Sinn, auf das grüne Heizöl zu warten.

Weiterführende Links:
- Informationen zum Sanierungsscheck aus öffentlichen Mitteln
- Private Förderung für Ölkesselaustausch der Mineralölwirtschaft

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