Jubiläumsfest im 1. Bezirk
Galaabend zu 150 Jahre Haus der Barmherzigkeit
- König, Gisinger und Müller (v.l.) in der Aula der Wissenschaftfen.
- Foto: Valentina Marinelic/MeinBezirk
- hochgeladen von Patricia Hillinger
Rund 700 geladene Gäste füllten am Donnerstag, 13. November, die Aula der Wissenschaften in der Wollzeile, um ein besonderes Jubiläum zu feiern: 150 Jahre Haus der Barmherzigkeit. MeinBezirk war vor Ort, als Wegbegleiter, Unterstützer und Vertreter aus Politik und Wissenschaft gemeinsam eine Institution ehrten, die seit eineinhalb Jahrhunderten Pflegegeschichte schreibt.
WIEN/INNERE STADT. Ein Festakt voller Wertschätzung, historischem Rückblick und Blick in die Zukunft: Das Haus der Barmherzigkeit, ein Pionier der österreichischen Geriatrie, feierte am Donnerstag, 13. November, seinen 150. Geburtstag nach pandemie- und trauerbedingter Verschiebung mit vollem Saal und großer Dankbarkeit. MeinBezirk war dabei:
1875 gegründet, entstand das Haus der Barmherzigkeit in einer Zeit, in der Wien rasant wuchs und unter massiven sozialen Problemen litt. „Damals herrschten katastrophale Wohnverhältnisse, Krankheiten wie Tuberkulose breiteten sich aus – sie wurde sogar Morbus Viennensis genannt“, erklärte Institutsdirektor Christoph Gisinger im Gespräch mit MeinBezirk. Aus dieser Not heraus gründeten engagierte Bürgerinnen und Bürger einen Ort, an dem Menschen unabhängig von Herkunft oder Religion medizinische Hilfe bekommen konnten.
Dass die Einrichtung 150 Jahre später noch besteht, führt Gisinger auf ein Prinzip zurück: „Das Geheimnis unseres Erfolgs ist die Barmherzigkeit – Not erkennen, auf Augenhöhe begegnen und tatkräftig helfen.“ Trotz Krisen wie Weltkriegen, Enteignung in der NS-Zeit oder Wiederaufbau habe das Haus immer wieder Stärke bewiesen. Bedeutende Momente wie der Besuch von Papst Johannes Paul II. 1983 oder die umfassenden Neubauten um die Jahrtausendwende prägen seine Geschichte.
Zwischen Tradition und Zukunftsfragen
Heute zählt das Haus der Barmherzigkeit zu den führenden Anbietern interdisziplinärer Langzeitpflege in Wien und Niederösterreich – mit knapp 2.000 Mitarbeitern und ebenso vielen betreuten Menschen. Die demografische Entwicklung bleibe jedoch herausfordernd, betonte Gisinger: „Wir werden neue Modelle entwickeln müssen, denn klassische Pflegeberufe allein werden den Bedarf nicht decken.“
- Karin Haubenwaller ist Pflegeberaterin im HB Seeböckgasse.
- Foto: Valentina Marinelic/MeinBezirk
- hochgeladen von Patricia Hillinger
Beim Festakt folgten auf Gisingers Begrüßung eine Rede von Markus Müller, Rektor der MedUni Wien, sowie politische Grußworte von Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), Niederösterreichs Landesrätin für Bildung, Soziales und Wohnbau Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) sowie Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ), Staatssekretärin für Gesundheit. Auch eine Segnung durch Kardinal Christoph Schönborn stand auf dem Programm.
Zu den prominenten Gästen zählten zudem Erbprinzessin Sophie von Liechtenstein, Tanzschulleiter Thomas Schäfer-Elmayer, Opernsänger Peter Edelmann und zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer.
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