60 Jahre Macondo: Ein kleines Dorf für Flüchtlinge

Maria musste 1968 mit ihren Kindern aus der ehemaligen Tschechoslowakei fliehen. In Macondo hat sie eine Heimat gefunden.
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Maria wohnt schon lange in Macondo. "Ich bin 1968 mit meinen vier Kindern aus der ehemaligen Tschechoslowakei geflohen. Die ersten vier Jahre waren wir in Traiskirchen. Das war nicht schön. Meine erste eigene Wohnung habe ich 1981 bekommen, das war in Macondo. Sie war zwar nur 45 Quadratmeter groß, aber einige Jahre später habe ich die Nachbarswohnung dazubekommen", erzählt Maria.

"Mir hat es von Anfang an in Macondo gefallen, es war so schön grün und wie ein Dorf. Außerdem habe ich seit damals einen Garten, in dem ich heute noch Obst und Gemüse anbaue. Vor allem als meine Kinder klein waren, hat mir das sehr geholfen", so die 67-Jährige.

Die Gärten haben sich die Bewohner selbst erobert, sie wurden nicht vergeben. Jeder hat sich ein Platzerl gesucht, an dem er sich wohl fühlt. Lange mussten die Kleingärtner nichts dafür zahlen. Erst in den jüngsten Jahren wurde eine Pacht fällig. "Mittlerweile werden die Gärten als sogenanntes Prekarium vergeben. Die Pacht ist sehr niedrig und beträgt 1,20 Euro pro Quadratmeter im Jahr", so Jan Kubis von der Diokonie, die in Macondo ein Büro betreibt.

Menschen aus aller Welt

So wie Maria sind auch die anderen Bewohner von Macondo ehemalige Flüchtlinge. Die ersten waren die Ungarn, die im Jahr 1956 vor dem Volksaufstand flüchteten. Und so feierte Macondo heuer mit einem Fest für die Bewohner den 60. Geburtstag.

"Heute wohnen vor allem anerkannte Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Sudan in Macondo, in Integrationsstartwohnung", erzählt Kubis: "In diesen Wohnungen können sie drei Jahre wohnen und zahlen die gleiche Miete wie alle anderen Bewohner."

Es gibt aber auch unbefristete Wohnungen, in denen ehemalige Flüchtlinge aus Chile, Vietnam, Polen, dem ehemaligen Jugoslawien, Rumänien oder der ehemaligen Tschechoslowakei leben. "Die Bungalows wurden vor allem für die Chilenen und Vietnamesen gebaut", so der 40-Jährige.

Wohnen in der Kaserne

Die Wohnungen von Macondo sind in einer ehemaligen k.u.k. Kaserne entstanden. "Wobei die Kaserne nie militärisch genutzt wurde", weiß Kubis. "Sie wurde 1914/15 erbaut und später von den Nazis und der Roten Armee benutzt.". Es gibt aber auch einen neueren Teil, in dem sich auch das Büro der Diakonie sowie ein Kindergarten befinden.

"So gut wie alle Kinder aus Macondo besuchen hier den Kindergarten, er ist sehr gut besucht", so Kubis. Um die älteren Kinder kümmern sich Mitarbeiter von gleich drei Jugendzentren.

"Eine Zeitlang haben wir uns gewundert, warum ausgerechnet die Kinder aus Somalia die Angebote nicht nutzen. Dann sind wir draufgekommen, dass die Eltern dachten, dass es sich um das Jugendamt handelt, das die Kinder ausspionieren will", so Kubis.

Diakonie berät und hilft

Die Wohnungen in Macondo werden von der Bundesimmobiliengesellschaft verwaltet. Es gibt etwa 350 Wohnungen im alten Teil und 100 im neuen Teil. Bewohnt werden diese von etwa 2.500 ehemaligen Flüchtlingen. Für alle ist das Büro der Diakonie Ansprechpartner.

"Zu uns kann jeder kommen, auch die Anrainer aus der Umgebung. Wir leisten Sozial- und Integrationsarbeit im Bereich Schule, Arbeit, Kindergarten und beraten auch auf Arabisch. Außerdem bieten wir Deutschkurse an. Und wir kümmern uns um das Gemeinwesen", so Kubis.

Neben den asylberechtigten Personen leben auch Subsidiär Schutzberechtigte hier. Und es gibt noch eine Gruppe von Bewohnern. Denn hier in der Zinnergasse, in Macondo, befindet sich ein Familien-Schubhaftzentrum mit zwölf Wohneinheiten für Familien und unbegleitete Minderjährige bis 16 Jahren. Untertags können sich die Menschen frei bewegen, in der Nacht müssen sie aber in die Schubhaft.

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