Austritte sinken weiter, Wiedereintritte steigen leicht

Bischofsweihe

(dibk). Mit Ende Dezember 2017 beträgt die Zahl der KatholikInnen in der Diözese Innsbruck nunmehr 381.920. Das bedeutet ein Minus von 0,92 Prozent gegenüber dem Jahr davor. 2017 sind 3.298 Menschen aus der Kirche ausgetreten, das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 2,40 Prozent. Erneut stieg die Zahl der Wiedereintritte, damit konnte der Höchststand aus dem Vorjahr übertroffen werden.

Um mit den Menschen mehr ins Gespräch zu kommen und noch genauer die Gründe für die Austritte zu erfahren, steht in der Diözese Innsbruck mit Pfarrer Wolfgang Meixner seit einem Jahr ein „neutralen Ansprechpartner für Ausgetretene“ zur Verfügung. Die Bilanz ist bemerkenswert: Meixner führte mit mehr als 100 Menschen „sehr wertvolle Gespräche, die auch zum Handeln bewegten“.

Mit Stichtag 31.12.2017 beträgt die Zahl der KatholikInnen in der Diözese Innsbruck 381.920 (2016: 385.459). Das bedeutet ein Minus von 0,92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2017 sind 3.298 Menschen aus der Kirche ausgetreten, das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 2,40 Prozent (2016: 3.379). Damit konnte in Folge ein weiterer kleiner Rückgang verzeichnet werden. Schon 2016 traten um 3,24 Prozent weniger als 2015 aus der Kirche aus.

Die Zahl der Wiedereintritte steigt – wie auch im Vorjahr - langsam weiter. 409 Menschen sind wieder in die Kirche eingetreten, das ist ein Plus von 7,07 Prozent (2016: 382).
Auffallend bei den Reversionen ist die Altersstruktur: Nahezu zwei Drittel der Menschen, die wieder in die Kirche eintreten, sind zwischen 21 und 40 Jahre alt.
36 Personen sind im Vorjahr von anderen Konfessionen zum katholischen Glauben konvertiert, diese Zahl hat sich gegenüber 2016 verdoppelt. Und ebenfalls 36 Menschen gaben ihren Widerruf vom Austritt bekannt (2016: 42).

Glettler: Wiedereintritt ist mindestens so leicht möglich wie Austritt

Bischof Hermann Glettler merkt an: „Jeder Austritt aus unserer Kirche tut mir leid – auch wenn es für einige nur eine vorübergehende Distanzierung sein mag. Die Türen für ein Gespräch stehen immer offen. Der Wiedereintritt in die Kirche ist mindestens so leicht möglich wie der Austritt.“
Glettler weiter: „Ein herzliches Danke sage ich all jenen, die mit ihrem verlässlichen finanziellen Beitrag die Vielfalt seelsorglicher und caritativer Arbeit ermöglichen. Der Kirchenbeitrag bietet die wirtschaftliche Grundlage für eine lebendige Kirche.“

Pfarrer Wolfgang Meixner: Kirche muss die Kommunikation weiter ausbauen und die unterschiedlichen Beweggründe für einen Austritt ernst nehmen

Seit einem Jahr besteht seitens der Diözese Innsbruck die Möglichkeit eines Gesprächs mit einem „neutralen Ansprechpartners für Ausgetretene“. Er ist damit eine zusätzliche Ansprechperson zu den Pfarrern und SeelsorgerInnen vor Ort.
Wolfgang Meixner, Pfarrprovisor im Seelsorgeraum SSR Jenbach-Wiesing-Münster, zieht eine erste Bilanz: „110 Personen haben 2017 das Angebot angenommen, nochmals über ihren Kirchenaustritt mit mir in Kontakt zu treten. Eine bemerkenswerte Zahl. 110 Kontakte bedeuten vor allem sehr wertvolle Gespräche und E-Mails, die mich zum Nachdenken brachten und uns zum Handeln bewegten.“
Meixner weiter: „Ich durfte erfahren, dass es sich Menschen nicht leicht machen, diesen Schritt zu setzen. Wir müssen uns vor Ort in den Pfarren, in den einzelnen Beitragsstellen und den diözesanen Einrichtungen weiter darum bemühen, den Menschen aufzuzeigen, welche wichtige Arbeit sie mit ihrem Beitrag unterstützen und möglich machen.“
Meixner abschließend: „Ich wünsche mir für 2018, dass wir Menschen vor und nach dem Schritt des Austretens weiter im Blick haben. Wir müssen die unterschiedlichen Beweggründe ernst nehmen und unsere Kommunikation noch mehr ausbauen. Jeder einzelne Austritt ist es wert, genauer hinzusehen.“

Finanzkammerdirektor Markus Köck: Wichtige Investitionen mit dem Kirchenbeitrag

Markus Köck, Finanzkammerdirektor der Diözese Innsbruck, bedankt sich für die gute Zahlungsbereitschaft: „Ein herzliches Vergelt's Gott sagen wir den Mitgliedern unserer Gemeinschaft für ihren wertvollen und solidarischen Beitrag. Sie ermöglichen damit auch wichtige Investitionen in die Zukunft wie etwa den Neubau des Bildungshauses St. Michael, des Integrationshauses in Innsbruck und neue seelsorgliche Initiativen.“ Außerdem finanziert die Diözese mit den Kirchenbeitragsgeldern Grundkosten der Seelsorge: Die regelmäßigen Gehaltszahlungen an Priester und kirchliche Angestellte (in der Diözese, in Pfarren, Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Beratungsstellen...) und verschiedener kirchlicher Einrichtungen wie z.B. Telefonseelsorge, Priesterseminar, Welthaus.

Köck verweist auf ein neues automatisiertes Service ab 2018: „Der Kirchenbeitrag ist mit bis zu 400 Euro steuerlich absetzbar. Künftig muss die Zahlungsbestätigung nicht mehr aufgehoben werden.“ Die Kirchenbeitragszahlungen werden ab heuer direkt an das Finanzamt gemeldet und automatisch in die Arbeitnehmerveranlagung übernommen. Der Finanzkammerdirektor macht auch auf den Frühzahlerbonus aufmerksam: Bei einer Zahlung des gesamten Jahresbeitrages bis Ende März kann man drei Prozent sparen.
Weitere Informationen zum Thema Absetzbarkeit unter www.bmf.gv.at/kirchenbeitrag

Die Gesamtzahlen 2017 der Diözese Innsbruck im Überblick
(in Klammer die Veränderung zum Vorjahr):

Katholiken: 381.920 (- 0,92%)
Austritte: 3.298 (- 2,40%)
Konversionen: 36 (+100,00 %)
Reversionen (Wiedereintritte): 409 (+ 7,07%)
Widerrufe: 36 (- 14,29%)

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