Weniger Austritte und Höchststand an Wiedereintritten

(dibk). Mit Ende Dezember 2016 beträgt die Zahl der KatholikInnen in der Diözese Innsbruck nunmehr 385.459. Das bedeutet ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Jahr davor. 2016 sind 3.379 Menschen aus der Kirche ausgetreten, das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 3,24 Prozent. Um mit den Menschen mehr ins Gespräch zu kommen und noch genauer die Gründe für die Austritte zu erfahren, bietet die Diözese Innsbruck mit Pfarrer Wolfgang Meixner, ehemals Jugendseelsorger der Diözese, ab sofort einen „neutralen“ Ansprechpartner für Ausgetretene. Einen Höchststand kann die Diözese bei den Wiedereintritten verzeichnen.

Mit Stichtag 31.12.2016 beträgt die Zahl der KatholikInnen in der Diözese Innsbruck 385.459 (2015: 388.552). Das bedeutet ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2016 sind 3.379 Menschen aus der Kirche ausgetreten, das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 3,24 Prozent (2015: 3.492). Zudem gab es im Vorjahr einen Anstieg bei den Wiedereintritten (Reversionen). 382 Menschen sind wieder in die Kirche eingetreten, das ist ein Plus von 8,22 Prozent (2015: 353). Dazu Seelsorgeamtsleiterin Elisabeth Rathgeb: „Die jährliche Zunahme an Wiedereintritten ist erfreulich. 2016 ist mit 382 Wiedereintritten ein neuer Höchststand erreicht. Zwar machen die Wiedereintritte die Austritte nicht wett, aber es zeigt sich ein erfreulicher Trend, dass auch eine Rückkehr in die Kirche immer öfter in Betracht gezogen wird.“ Auffallend bei den Reversionen ist die Altersstruktur: Nahezu zwei Drittel der Menschen, die wieder in die Kirche eintreten, sind zwischen 21 und 40 Jahre alt.
18 Personen sind im Vorjahr (gleich viel wie 2015) von anderen Konfessionen zum katholischen Glauben konvertiert. 42 Menschen gaben ihren Widerruf vom Austritt bekannt (2015: 52).

Bürgler: Das Engagement jedes Einzelnen ist für uns als Kirche wichtig

Diözesanadministrator Bürgler sieht große Chancen für ein Engagement in der Kirche: „In Zeiten, die verunsichern oder ängstigen, spüren wir besonders deutlich, wie wichtig Werte, Grundsätze und Strukturen sind, die dem einzelnen Menschen Orientierung und Sicherheit geben. Eine christliche Prägung des Landes lässt sich nur durch ein stärkeres Praktizieren erreichen. Wir laden als römisch-katholische Kirche alle Menschen ein, sich bei uns einzubringen und mit ihren Gedanken, Ideen und Fähigkeiten den Weg der Kirche mitzugestalten.
Bürgler weiter: „Jede und jeder ist uns wichtig. Ich danke allen, die ihren finanziellen und persönlichen Beitrag leisten und damit der Kirche in unserem Land helfen, für die Menschen und ihre Anliegen da zu sein.“
Der Innsbrucker Administrator verweist gleichzeitig auf das neue Angebot eines zusätzlichen Ansprechpartners für Ausgetretene, der ab sofort – neben den MitarbeiterInnen in den Pfarren – für Gespräche zur Verfügung steht.

Pfarrer Wolfgang Meixner: Kein Austritt ohne Versuch, im Gespräch zu bleiben.

Der langjährige Diözesanjungschar- und Jugendseelsorger Wolfgang Meixner, nun Pfarrer im Seelsorgeraum Jenbach-Münster-Wiesing, steht ab sofort - neben den SeelsorgerInnen und MitarbeiterInnen in den 291 Pfarren und Seelsorgestellen der Diözese Innsbruck – Ausgetretenen als zusätzlicher Ansprechpartner zur Verfügung.
Meixner: „Es muss uns als Gemeinschaft der Kirche eine wirkliche Herzensangelegenheit sein, hinzuhören und hinzusehen, warum jemand diesen Schritt setzt. Wenn jemand die Gemeinschaft der Kirche verlässt, hat er dazu eine Begründung und diese Gründe möchte ich erfahren, um selbstkritisch uns und unsere pastorale Arbeit zu hinterfragen, auch um neue Wege auszumachen“
Und Meixner abschließend: „Ich wünsche mir eine nachgehende Seelsorge, die nichts unversucht lässt, mit jedem konkreten Menschen, der hinter den so genannten Austrittszahlen steckt, in Kontakt ist.“

Seelsorgeamtsleiterin Elisabeth Rathgeb sieht einen wichtigen Schritt in dem neuen Angebot: „Wir wollen damit Ausgetretenen einen Ansprechpartner vermitteln, um ihren Ärger, ihren Kirchen-Frust oder auch ihre Glaubenszweifel zu besprechen. Natürlich stehen dafür auch die Pfarren vor Ort zur Verfügung. Aber manchmal ist es hilfreich, mit jemand ‚Neutralem‘ zu reden. Wolfgang Meixner bringt als ehemaliger Jugendseelsorger der Diözese viel Erfahrung und Offenheit dafür mit.“

Finanzkammerdirektor Markus Köck: Wichtige Investitionen mit dem Kirchenbeitrag

Der Finanzkammerdirektor bedankt sich für die gute Zahlungsbereitschaft: „Ein herzliches Vergelt's Gott sagen wir den Mitgliedern unserer Gemeinschaft für ihren wertvollen und solidarischen Beitrag. Sie ermöglichen damit auch wichtige Investitionen in die Zukunft wie etwa den Neubau des Bildungshauses St. Michael und des Integrationshauses in Innsbruck.“ Außerdem finanziert die Diözese mit den Kirchenbeitragsgeldern Grundkosten der Seelsorge: Die regelmäßigen Gehaltszahlungen an Priester und kirchliche Angestellte (in der Diözese, in Pfarren, Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Beratungsstellen...) und verschiedener kirchlicher Einrichtungen wie z.B. Telefonseelsorge, Priesterseminare, Welthaus ...
Auch verweist Köck auf ein neues automatisiertes Service ab 2017: „Der Kirchenbeitrag ist seit 2012 mit bis zu 400 Euro steuerlich absetzbar. Künftig muss die Zahlungsbestätigung nicht mehr aufgehoben werden.“ Die Kirchenbeitragszahlungen werden ab heuer direkt an das Finanzamt gemeldet und automatisch in die Arbeitnehmerveranlagung übernommen. Der Finanzkammerdirektor macht auch auf den Frühzahlerbonus aufmerksam, der sehr gut angenommen wird.
Weitere Informationen zum Thema Absetzbarkeit unter www.bmf.gv.at/kirchenbeitrag

Die Gesamtzahlen 2016 der Diözese Innsbruck im Überblick

(in Klammer die Veränderung zum Vorjahr):

Katholiken: 385.459 (- 0,80 %)
Austritte: 3.379 (- 3,24 %)
Konversionen: 18 (0,00 %)
Reversionen: 382 (+ 8,22 %)
Widerrufe: 42 (- 19,23 %)

Autor:

Arno Cincelli aus Innsbruck

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