Jugendliche am Prandtauerufer
"Ängste müssen wir ernst nehmen"

Das Jugendzentrum am Inn steht im Fokus: Hier soll es zwischen AnrainerInnen und Jugendlichen zu Konflikten kommen.
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  • Das Jugendzentrum am Inn steht im Fokus: Hier soll es zwischen AnrainerInnen und Jugendlichen zu Konflikten kommen.
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Randalierende Jugendliche: Am Prandtauerufer fühlen sich die AnrainerInnen nicht mehr zuhause.

INNSBRUCK. Beschädigte Fassaden, pöbelnde Jugendliche, anrückende PolizistInnen: AnrainerInnen am Prandtauerufer gehen nur noch im Regen spazieren, denn dann müssen sie sich mit solchen Situationen nicht mehr konfrontieren. Das Jugendzentrum am Inn ist eine der vielen Anlaufstellen für junge Menschen. Viele von ihnen sitzen aber nicht im Jugendzentrum selbst, sondern davor. Sie rauchen, sind laut und pöbeln die FußgängerInnen und AnrainerInnen an. Nicht selten schmieren sie die Fassaden voll, reißen Plakate ab oder lassen ihren Müll im Park liegen. Viele der AnrainerInnen haben schon Anzeigen bei der Polizei eingebracht. Eine Aufklärung gab es bisher noch keine.
Das Problem ist der Polizei – Leiter des Kriminalreferates Christoph Kirchmair – zwar bekannt, eine Handhabe hat die Exekutive nur dann, wenn es sich um konkrete Straftaten handelt. Kirchmair hat die Erfahrung gemacht, dass die Jugendlichen, die in den Parkanlagen randalieren, oft nicht die gleichen Jugendlichen sind, die sich im Jugendzentrum aufhalten. "Wenn es vermehrt zu Problemen kommt, kann es zu einer Schließung des Sozialzentrums führen – so ist es beispielsweise im Rapoldipark geschehen, wo es immer wieder Auseinandersetzungen mit der nordafrikanischen Drogenszene gegeben hat", erklärt Kirchmair. Jugendzentren seien seiner Erfahrung nach oft Anziehungs- und Sammelpunkte für Kriminelle, gleichzeitig aber auch ein großer Präventionspartner für die Polizei. Wichtig ist seiner Einschätzung nach die Schaffung von unterschwelligen Möglichkeiten – z. B. Vereine – in denen die Jugendlichen in ihrer Freizeit beschäftigt sind. "Die fehlende Kinderstube ist aber nicht zu ersetzen", gibt er abschließend zu bedenken.

Runder Tisch

Auch der für Sicherheit verantwortliche Stadtrat Franz X. Gruber (ÖVP) hat von dem Problem am Prandtauerufer, nähe des Slackline-Parkes, gehört. Körperliche Übergriffe sind augenscheinlich und dokumentiert, wie er sagt. "Wir werden der Sache auf den Grund gehen", verspricht er und will ein Treffen einberufen, bei dem sich Polizei, AnrainerInnen, MitarbeiterInnen des Jugendzentrums und der Stadt an einen Tisch setzen. "Dass es bei einem Jugendzentrum manchmal laut ist, das ist normal, aber verbale Aggression ist oft die Vorstufe zu weiteren Attacken. Dem müssen wir vorbeugend entgegenwirken."

Bedingt Einfluss

Dass sich die Situation in den letzten Monaten wieder verschärft hat, ist auch der Leiterin der ISD-Jugendzentren, Tanja Sommer, bekannt. "Wir nehmen die Beschwerden der AnrainerInnen sehr ernst und bieten einmal im Monat eine Sprechstunde mit den Leitern des Jugendzentrums an." Dass das nicht die Lösung ist, weiß sie auch. "Wir versuchen gemeinsam mit der Polizei und Politik daran zu arbeiten." Gleichzeitig will sie schlichten: Das von AnrainerInnen gezeichnete Bild von ständiger Eskalation würde nicht stimmen – zumindest nicht in den Öffnungszeiten. "Was außerhalb der Öffnungszeiten passiert, darauf haben wir keinen Einfluss."
Eine allumfassende und sofortige Lösung scheint es nicht zu geben, einen Versuch, die Eskalationen zu minimieren, allerdings schon. Der Termin für den runden Tisch ist zwar nicht fixiert, soll aber in den nächsten Wochen stattfinden.

Autor:

Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck

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