Barrierefreies Tirol
Barrierefreie ÖBB-Bahnhalte werden vorgezogen

Die planmäßige Sperre der Karwendelbahn wird für Baumaßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit genutzt.  | Foto: ÖBB/Kapferer
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Die planmäßige Sperre der Karwendelbahn wird für Baumaßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit genutzt. Die Bahnhalte Gießenbach und Leithen werden 2025 neu gestaltet. Das Land Tirol investiert rund 480.000 Euro, die Gesamtkosten für den Umbau betragen 1,9 Mio. Euro. 

INNSBRUCK. In Tirol gibt es knapp 100 Bahnhaltestellen im ÖBB-Netz. Rund 83 Prozent dieser Bahnhaltestellen sind zumindest teilweise barrierefrei, mehr als die Hälfte kann von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe benutzt werden. Bis 2032 soll die Anzahl der vollumfänglich barrierefreien Bahnhalte auf 70 Prozent erhöht werden.

Maßnahmen vorgezogen

Die beiden Bahnhalte Gießenbach (Gemeinde Scharnitz) und Leithen (Gemeinde Reith bei Seefeld) an der Karwendelstrecke (Bezirk Innsbruck-Land) werden umgebaut. „Es bleibt unser Ziel, die Bahnstationen in Tirol laufend barrierefrei umzugestalten und nach den Bedürfnissen der Fahrgäste modern auszubauen. Insbesondere die Nutzbarkeit für mobilitätseingeschränkte Personen steht im Fokus, aber auch Verbesserungen für Blinde und Sehbehinderte. Durch die Maßnahmen wird darüber hinaus auch der Komfort beim Ein- und Aussteigen für alle anderen Fahrgäste erhöht, auch für jene mit Gepäck oder Kinderwagen.“, so Tirols Mobilitätslandesrat René Zumtobel.

15 Tiroler Bahnhöfe werden bis 2032 barrierefrei

Bauarbeiten auf der Karwendelstrecke

Auf der Karwendelstrecke stehen heuer jedenfalls Gleisarbeiten an, wodurch der Bahnverkehr durch die von 12. Juli bis 1. September 2025 notwendige Streckensperre zwischen Innsbruck und Mittenwald beeinträchtigt wird. Land Tirol und ÖBB haben sich daher darauf geeinigt, die Umgestaltung der Bahnhalte in Gießenbach und Leithen, die eigentlich erst 2029 oder 2030 geplant waren, vorzuziehen, und so die Haltestellen zeitnahe und kosteneffizient barrierefrei zu gestalten sowie die Fahrplaneinschränkungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten.

ÖBB-Regionalleiter Michael Mangeng unterstreicht: „Die ÖBB verfolgen konsequent ein ambitioniertes Ausbauprogramm für Bahnhöfe und Haltestellen in ganz Österreich. Dabei wird zur Mobilitätsförderung in den Regionen auch besonderes Augenmerk auf Maßnahmen abseits der Hauptstrecken gelegt. Wir freuen uns, in naher Zukunft noch mehr Fahrgästen am Seefelder Plateau einen barrierefreien Regionalverkehr auf der Schiene bieten zu können.“

Sowohl in Gießenbach als auch in Leithen werden die Bahnsteige erhöht, sodass der Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und einfahrenden Zügen so gering wie möglich ist. Das erleichtert den Zustieg für Personen mit Mobilitätseinschränkungen und mit Kinderwagen und Fahrrad. Die modernen Fahrzeuge der ÖBB im Nahverkehr sind bereits barrierefrei. Im Zuge der Bauarbeiten werden die Bahnsteige zudem auch verlängert, um künftig auch längeren Zuggarnituren einen Halt zu ermöglichen. Für sehbehinderte Menschen wird ein taktiles Leitsystem angebracht. Die Gesamtkosten für den Umbau beider Bahnhalte betragen rund 1,9 Millionen Euro, davon trägt das Land Tirol rund 480.000 Euro.

LR René Zumtobel | Foto: Steinlechner

Großprojekte

In den kommenden Jahren stehen auch Umbauten von größeren Bahnhöfen auf dem Programm, um die Zugänglichkeit weiter zu verbessern: Aktuell wird der Bahnhof Fritzens-Wattens zu einer barrierefreien Mobilitätsdrehscheibe umgebaut, ebenfalls noch 2025 starten Bauarbeiten in Schönwies und Rattenberg-Kramsach.

Ein Bahnhofsumbau ist stets ein Großprojekt, bei dem die Auswirkungen auf den Schienenverkehr frühzeitig mitbedacht werden müssen und der hohe Investitionskosten erfordert. Bei der Planung von Bauprojekten wird somit auch auf eine intelligente Verknüpfung mit ohnehin anstehenden Infrastrukturarbeiten gesetzt. Die gute Zusammenarbeit von ÖBB und Land Tirol ermöglicht es die Projekte Gießenbach und Leithen vorzuziehen, die Fahrplaneinschränkungen für unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten und Mittel gezielt und kosteneffizient einzusetzen“, so LR Zumtobel. 

Bereits seit fast eineinhalb Jahren laufen die Arbeiten für den neuen barrierefreien Bahnhof Fritzens-Wattens auf Hochtouren. | Foto: ÖBB
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