Gespräch mit Stromboli-GF Julia Mumelter
Die Digitalisierung und Spontanität der Kultur

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HALL (mr). Das Kulturlabor Stromboli ist eine Institution in Hall. Hervorgangen aus dem 1989 formierten Jugendforum, ist es nun schon lange eine der wichtigsten Plattformen für Musik, Theater, Literatur, Kabarett und Kinderkultur in der Umgebung Halls. Geschäftsführerin Julia Mumelter hat sich mit den BEZIRSKBLÄTTERN getroffen um über die derzeitige Situation zu reden.

Rückblick auf 2020
"Am Anfang, also während des ersten Lockdowns, war der Blick natürlich noch relativ optimistisch und daher wurden die meisten geplanten Veranstaltungen einfach verschoben", erklärt GF Mumelter. Gleichzeitig wurde bereits das Projekt "Couch Surfing 2020" ins Leben gerufen und das Stromboli kurzerhand in eine Wohnzimmer-Bühne umfunktioniert. Über Livestream konnten so zahlreiche Kulturveranstaltungen verfolgt werden und damit doch noch stattfinden. Im Sommer wurde schließlich das Programm erweitert und nach draußen verlagert. "Auch der Herbst ist gut angelaufen", obwohl indoor nur noch ein Drittel der normalen Kapazitäten zur Verfüngung stand. "Viel Probleme konnten mit der Spotanität der Beteiligten und einer sehr flexiblen Planung bewältigt werden". Doch im November war bekanntlich auch damit Schluss. Ermüdungserscheinungen und eine gewisse Schockstarre machten sich auch im Kulturlabor breit.

Stromboli Survival Club
"Aber es war uns wichtig auch im November und Dezember eine Plattform für Künstler bieten zu können und sie nicht im Regen stehen lassen zu müssen", stellt Mumelter klar. Daher wurde entschlossen das ganze technisch auf allen Ebenen professioneller anzugehen. So entstand die Sendung "Stromboli Survival Club", welche jeweils moderiert wurde und als Hauptprogrammpunkt vor mit allem Highlights von Band-Auftritten glänzte. Auch humorvolle Einlagen und Interviews wurden geboten - die Sendungen erforderten daher sogar ein Drehbuch. Im Zuge dessen wurden zudem die kultverdächtigen "StromboVisions Song-Kont-Teste" welche von 1999 bis 2001 stattfanden auf Youtube gestellt. Auch ein Clowntheater für Kinder und eine Lesebühne wurde so in voller Länge veröffentlicht.

Blick in die Zukunft
"Es ist ja derzeit leider immer noch sehr ungewiss wie es weitergeht" erklärt Julia Mumelter. "Programm mit Publikum ab April, Mai oder Juni wäre die Hoffnung", doch planbar ist unter diesen Umständen nichts. Daher hat man sich entschlossen auf jeden Fall eine zweite Staffel des "Stromboli Survival Clubs" zu produzieren. Flexibiltät wurde reichlich entwickelt, "aber man kann sie nicht überstrapazieren". Ewig kann man so jedenfalls - ohne Veranstaltungen mit Publikum - nicht weitermachen. Die Ausfälle der Gastronomie nagen trotz finanzieller Hilfen an den Einnahmen - und dieses Geld fließt schließlich primär in die Unterstützung der KünstlerInnen. "Ein Zeitplan wie es weitergeht, anstatt der ständigen kurzfristigen Entscheidungen wäre schon sehr hilfreich."

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