Stadtverkehr
Die Taxis und die MÜG – es brodelt

In der Heiliggeiststraße warten die Taxis, bis am Bahnhof wieder Platz ist und sie nachrücken können. Doch auch hier reicht der Platz nicht.
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Die TaxifahrerInnen von Innsbruck haben ein Problem, und das heißt MÜG (mobile Überwachungsgruppe der Stadt Innsbruck).

Die mobile Überwachungsgruppe der Stadt Innsbruck macht den Taxlern das Leben schwer – und die sind langsam wirklich verärgert. Ein Taxifahrer, der namentlich nicht genannt werden möchte, beschreibt die Situation als unmöglich: "Wir werden abgestraft, wenn wir außerhalb unserer Standplätze parken. Aber es gibt viel mehr Taxis als Standplätze. Was also sollen wir machen? Die Stadt zockt uns ab."

Schwierige Situation

In Innsbruck gibt es 382 aktive Taxis von insgesamt 241 Taxiunternehmen. Ob das viel oder wenig ist, kommt, salopp gesagt, auf’s Wetter an. Je ungemütlicher das Wetter, desto mehr Taxis werden benötigt. Es gibt für die 382 Taxis aber nur 160 Standplätze. Das sich das, gerade bei schönem Wetter, wo viele zu Fuß gehen, nicht ganz ausgeht, kann man sich vorstellen. Was macht ein Taxler, eine Taxlerin, wenn kein Standplatz frei ist? Gute Frage, denn: Ohne Fahrgast bzw. Bestellung dürfen Taxis nicht außerhalb der Standplätze stehen – man nennt das „stapeln“. Sie dürfen ohne Fahrgast auch nicht einfach so herumfahren. Auch in der Kurzparkzone dürfen sie nicht parken. An öffentlichen Plätzen oder vor Lokalen, von denen sie wissen, dass im Minutentakt ab einer gewissen Uhrzeit Taxis gebraucht werden (wie zum Beispiel vor dem „Felix“), dürfen sie auch nicht stehen, wie unter Artikel 18 im Gesetz zur Personenbeförderung nachzulesen ist.

Sitzen auf Nadeln

Ein Taxifahrer schildert das Sitzen auf Nadeln: „Da sich kein Taxi in Luft auflösen kann, muss es halt doch irgendwo stehen, und dann stellt man sich halt in eine Kurzparkzone in der Nähe von Stellplätzen und wartet, dass einer frei wird. Und zack, ist die MÜG auch schon da und straft ab. Da sind Strafen von 80 oder 120 Euro. Ein Taxler verdient 1280 Euro im Monat, für 59 Wochenstunden! Dass das nicht lustig ist, kann man sich ausrechnen.“

Demo in Vorbereitung

Der Taxilenker ist ratlos: „Es frustriert, wenn man zehn bis zwölf Stunden arbeitet und dann eine Verwaltungsstrafe bekommt – dann hat man den ganzen Tag umsonst gearbeitet. Mit der Polizei haben wir kaum Probleme, ich glaub, die sind ganz froh, dass wir ihnen die Betrunkenen heim- und weg von der Straße bringen. Aber die MÜG hat mich sogar einmal gestraft, als ich auf dem sehr breiten Gehsteig vor dem Hörtnagl geparkt habe, um einem alten Fahrgast ins Geschäft zu helfen. Hier wäre die Stadtpolitik gefragt, aber die macht nichts gegen die Situation. Wir sind wirklich kurz davor, auf die Straße zu gehen, eine Demonstration ist in Vorbereitung.“

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