Neue Daten durch EU-Projekt
Innsbruck zählt wohnungslose Menschen
- Innsbruck beteiligt sich am "City Count Homelessness"-Projekt. Dieses soll Daten zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit liefern.
- Foto: Huber
- hochgeladen von Marlene Huber
Leistbarer Wohnraum ist für viele Innsbruckerinnen und Innsbrucker ein drängendes Problem. Das hat direkte Auswirkungen auf die Zahl obdach- und wohnungsloser Menschen. Um dem Trend entgegenzuwirken, beteiligt sich Innsbruck am EU-Projekt "City Count Homelessness". Ziel ist es, verlässliche Daten zu sammeln und langfristig Wohnungslosigkeit zu bekämpfen.
INNSBRUCK. Die Stadt Innsbruck beteiligt sich an einem EU-Projekt zur Wohnungs- und Obdachlosigkeit. Ziel des Projekts ist es, innerhalb von 10 Jahren Obdachlosigkeit in allen Städten der EU zu bekämpfen – ein sehr ambitioniertes Ziel wie auch Vizebürgermeister und Sozialreferent Georg Willi einräumt. Dennoch soll die Datenerhebung "eine fundierte Basis für wirksame Hilfsstrategien" schaffen, wie Willi betonte.
Ein EU-weites Projekt
Ziel des "EU City Count Homelessness"-Projekts ist die Entwicklung einer einheitlichen Zählmethode für wohnungs- und obdachlose Menschen in Europa. Damit soll ein internationales Forschungsnetzwerk gegründet werden, das Lokalexpertisen miteinbezieht. Das Projekt startete bereits letztes Jahr – 15 Städte beteiligten sich. Dieses Jahr weitete sich das Projekt auf 35 Städte in 21 Ländern aus, darunter auch Innsbruck. Wissenschaftlicher Leiter in Innsbruck ist Philipp Schnell von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
- Diese EU-Städte beteiligen sich 2025 am Projekt. Innsbruck zählt neben Salzburg und Wien zu den ersten österreicheischen Städten.
- Foto: KU Leuven
- hochgeladen von Marlene Huber
Die Datenerhebung findet noch im Oktober dieses Jahres statt. Innerhalb von zwei Wochen bemühen sich lokale Sozialdienste, Notunterkünfte und Streetworkerinnen sowie Streetworker mit möglichst vielen wohnungslosen Menschen in Innsbruck in Kontakt zu treten, um die Daten mithilfe von Fragebögen zu sammeln. Ein anonymisierter Code soll dafür sorgen, dass es keine Doppelungen in der Zählung gibt, um ein möglichst präzises Ergebnis zu erhalten.
Die erfassten Personen werden in einer von sechs Kategorien zugeordnet – diese starten bei Obdachlosigkeit auf der Straße und reichen bis hin zu Menschen, die zwar in einem konventionellem Wohnraum leben, diesen allerdings nur temporär – etwa als Unterschlupf bei Freunden oder Familienmitgliedern – nutzen können.
"Housing First" statt Notschlafstellen
Eine wesentliche Veränderung der letzten Jahre im Umgang mit Obdachlosigkeit ist das sogenannte "Housing First"-Prinzip – ein bundesweites Programm zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit. Ziel ist es, weniger auf Notschlafstellen zu setzen. Stattdessen steht im Vordergrund, obdachlosen Menschen Wohnungen zu vermitteln und selbstständiges Leben zu trainieren.
Auch Julia Schratz von der Initiative "lilawohnt" begrüßt das Projekt. Sie betont, dass die Thematik besonders in der Bevölkerung stigmatisiert wird. Vielen sei nicht bewusst, dass Wohnungslosigkeit in jeder Form mit traumatischen Erfahrungen einhergeht, was zu Vorurteilen führt. Durch die Datenerhebung erhofft sich Schratz mehr Sichtbarkeit und Aufklärung.
Das könnte dich auch interessieren:
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.