Love Scam
Internetbetrug mit der Liebe

Immer wieder werden Internetuser Opfer von Internetbetrug (Scam). Das Ziel ist es, an Geld oder Dokumente zu kommen.

TIROL. Kürzlich wurde in Landeck eine Frau Opfer von Love-Scamming. Aber was ist Scam bzw. Scamming überhaupt?

Was ist Love-Scam?

Love Scam oder Romance Scam ist eine Form von Internetbetrug. Bei dieser Form des Internetbetrugs wird von einem Scammer (Betrüger) die große Liebe versprochen. Sobald die Opfer emotional bei der Sache sind, kommen die ersten Geldforderungen. Die Opfer zahlen meist, da sie bereits davon überzeugt sind, den richtigen Partner gefunden zu haben – auch wenn der Kontakt bisher nur über Mail oder Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram oder Single-Plattformen gelaufen ist. Betroffen können sowohl Männer als auch Frauen sein.

Wie läuft Love-Scam ab?

In Online-Partnerbörsen oder auch in Social Media-Plattformen suchen die Betrüger nach potentiellen Opfern. Haben diese Liebesbetrüger ein Opfer gefunden, schreiben sie dieses an. Aus Small-Talk werden dann Online-Flirts und die Opfer mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft. Online wird der Betrüger ins Leben des Opfers gelassen. Man erzählt über sich und über kurz oder lang verliebt sich das Opfer in den Betrüger.

Ist dieser Punkt erreicht, kommt der Betrüger in eine Notsituation und bittet das Opfer um finanzielle Hilfe. Willig überweist das Opfer dann unterschiedlich hohe Geldbeträge. Die Opfer sind zu diesem Zeitpunkt meist schon emotional abhängig und sehen im Betrüger einen Partner bzw. eine Partnerin. Diese haben es durch ihre Aufmerksamkeiten und Liebeserklärungen geschafft, im täglichen Leben der Opfer unverzichtbar zu werden.

Scam mit falschen Identitäten

Die Scammer (Betrüger) verwenden falsche Identitäten. Dazu verwenden sie häufig falsche, gestohlene Fotos. Diese zeigen attraktive, weiße Männer ungefähr im Alter des potentiellen Opfers. Sie geben sich als amerikanische Soldaten im Auslandseinsatz bei einer Friedensmission im Irak oder in Syrien aus. Andere behaupten sie seien wohlhabende Geschäftsleute. Sie sagen, sie seien in der Auto-, Gold- oder Ölbranche. Auch hier kommt es nach einer bestimmten Zeit mit regelmäßigen Chats, teilweise Telefonaten über WhatsApp, Skype oder ähnlichem, zu einem Notfall. Auch hier wird dann, sobald das Opfer in den Betrüger verliebt ist, um Geld gebeten. Die Gespräche und Chats werden vor allem auf Englisch geführt.

Scam-Frauen sind häufig Krankenschwestern, Ärztinnen, Geschäftsfrauen oder ähnliches. Auch sie verwenden gestohlene Fotos von attraktiven Frauen. Häufig geben sich diese Frauen als Russinnen aus. Jedoch sind hier auch andere Herkunftsländer möglich. Auch bei ihnen werden die Telefonate und Chats auf Englisch geführt. Manche von ihnen sprechen auch Deutsch.

Andere Scam-Versuche

Wesentlich bekannter als der Love- oder Romance-Scam sind die Mails über Millionengewinne beim Lotto, Erbschaften, gewinnbringende Nebenjobs oder günstige Wohnungen. Der Kreativität der Scammer ist kaum Grenzen gesetzt. Alle haben aber ein Ziel gemeinsam: Sie wollen vom Opfer möglichst hohe Geldzahlungen bekommen. Dabei versuchen die Betrüger so lange Geld zu bekommen, bis das Opfer erkennt, dass es einem Betrüger in die Falle gegangen ist.

Wie kann man sich vor Scam schützen?

Für alle diese Scam-Versuche gilt: Sind die Angebote zu schön um wahr zu sein, sollten alle Alarmglocken läuten. Auch im Internet hat niemand etwas zu verschenken.

  • Man sollte nicht auf die E-Mails reagieren und die Mails sofort löschen. Auf Facebook/Instagram sollte der Kontakt abgebrochen und die Person blockiert werden. Man kann sie auch zusätzlich auf der Social-Media-Plattform melden (beispielsweise dem Meldebutton auf Facebook).
  • Man sollte generell vorsichtig sein, wenn man auf Social Media-Plattformen wie Instagram oder Facebook von Fremden angeschrieben wird.
  • Man sollte auf keinen Fall Menschen, die man noch nie gesehen hat, Geld oder Dokumente überweisen, auch keine Gefälligkeiten wie Botendienste sollten erledigt werden.
  • Ist der Kontakt hergestellt, sollte man sich bei Geldzahlungen nie unter Druck setzen lassen.
  • Google hilft, wenn man sich bei der neuen "Bekanntschaft" nicht sicher ist: Namen der unbekannten Person und den Begriff Scam in die Suchmaschine eingeben. Man kann auch die Bildersuche verwenden. Häufig findet man dann das Originalbild und die richtige Person auf dem Foto.
  • Die in E-Mails angegebenen Telefonnummern sollte man nicht anrufen, häufig sind dies teure Mehrwertnummern.
  • Ist man bereits Opfer geworden, sollten die Mails und die Chat-Texte gesichert werden. Auch wenn die Strafverfolgung kaum möglich ist, sollte man Anzeige erstatten.

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Autor:

Sabine Knienieder aus Innsbruck

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