Infrastruktur in Kranebitten wird noch weiter ausgedünnt

Kranebitten

Mit Wegfall der „Klammstube“ droht Leben im Stadtteil zu verkümmern

Geradezu stiefmütterlich wird der Stadtteil Kranebitten durch die Innsbrucker Stadtregierung seit Jahren behandelt. Im Stadtteil gibt es de facto keine Infrastruktur. Nun sperrt sogar eines der letzten beiden verbliebenen Gasthäuser zu.

(gstr). Um jede noch so kleine infrastrukturelle Verbesserung müssen die Bewohner des westlichsten Stadtteils von Innsbruck kämpfen. Zumindest die Busverbindung in die Innenstadt wurde in den vergangenen Jahren auf ein erträgliches Maß intensiviert. Doch ansonsten gibt es in Kranebitten nichts. Keine Schule, keinen Kindergarten, keinen Kinderhort, keinen Nahversorger, keine Apotheke, keine Post, keine Polizei – nichts. Einzig zwei Gasthöfe hatte der vernachlässigte Stadtteil bislang zu bieten – den Kranebitter Hof und die „Klammstube“. Doch auch hier liegt die Betonung auf hatte. Denn die „Klammstube“ wird in Kürze für immer schließen – soll abgerissen werden um für weitere Wohnungen Platz zu schaffen.

„Wir sind nicht Hötting-West!“
In Kranebitten ist mittlerweile eine echte Katerstimmung ausgebrochen, die man von seiten der Stadt nicht wahrnehmen will. Denn bei fast allen Veröffentlichungen und Argumentationen der Stadt wird Kranebitten dem Stadtteil Hötting-West zugerechnet. Denn in Hötting-West ist in allen Bereichen die entsprechende Infrastruktur vorhanden. „Für uns war genau das ein Argument, warum wir unser eigenes Stadtteilwappen kreiert haben. Wir wollten damit klar machen, dass Kranebitten ein eigener Stadtteil ist und nicht zu Hötting gehört“, argumentiert Hildegard Auer, Frontfrau der Initiative „Lebensraum Kranebitten“, die sich seit Jahren massiv um eine Verbesserung des Status quo bemüht – wie sich zeigt vergeblich. „Dass die Klammstube zusperrt ist für uns sehr bedauerlich. Dadurch geht ein weiterer der wenigen sozialen Treffpunkte im Stadtteil verloren“, schildert Auer. Die Bemühungen ihrer Initiative, auf dem Areal der Klammstube in weiterer Folge zumindest eine Kinderbetreuungseinrichtung zu lozieren schlugen bislang fehl.

Hoffnung auf neue Stadtchefin
Nunmehr setzten viele Anwohner des vernachlässigten Stadtteils ihre Hoffnungen in die neue Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Diese hatte bereits in iher Antrittsrede die Attraktivierung der Stadtteile zum Ziel erklärt. „In den vergangenen Jahren lag der Fokus auf dem Zentrum der Stadt. Nun wollen wir das Augenmerk auf die Stadtteile richten“, erklärt Oppitz-Plörer. Auf Nachfrage des Stadtblatt wollte die neue Bürgermeisterin in Bezug auf Kranebitten jedoch weder von einem „Problemkind“ noch von „Handlungsbedarf“ sprechen.

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