Innsbrucker Polit-Ticker
Superhelden am Fischerhäuselweg, umstrittene Baumschutzverordnung

Klare Ansage der Superhelden am Fischerhäuslweg: Fahr langsam.
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  • Klare Ansage der Superhelden am Fischerhäuslweg: Fahr langsam.
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INNSBRUCK. Superhelden machen auf die Wichtigkeit der Verkehrssicherheit aufmerksam, die Baumschutzverordnung sorgt für Diskussionen.

Superhelden

"Wir wollen Bewusstsein schaffen für das Tempo der Autos am Fischerhäuslweg, denn nicht nur für unsere Kinder stellt das überqueren der Zebrastreifen dort oft eine Gefahr dar, weil die meisten Autos viiiiieeeel zu schnell unterwegs sind", erklären die NIFF - Nachbarschafts Initiative Fürstenweg Fischerhäuslweg, ihre Aktion: "Also sagen wir: "Sei ein:e Superheld:in für Kinder! Fahr langsam!"

Die NIFF (Nachbarschafts Initiative Fürstenweg Fischerhäuslweg) stellt die Verkehrssicherheit für Kinder in den Mittelpunkt.
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"In der Höttinger Au, einem der größten Innsbrucker Stadtteile, leben mehr als 4000 Kinder und Jugendliche. Gerade Kinder sind im Straßenverkehr am meisten gefährdet, von Autofahrerinnen und -fahrern übersehen und damit Opfer von Verkehrsunfällen zu werden. Die letzte Verkehrszählung 2017 ergab, dass den Fischerhäuslweg täglich über 10 000 Autos, Busse und LKW passieren, darunter auch ein Großteil des Flughafenverkehrs", informieren die NIFF-Vertreter. Im Rahmen der dritten NIFF-Aktion wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Fischerhäuslweg für Kinder eine besonders gefährliche Barriere im Stadtteil ist. Auch die drei Zebrastreifen bieten keine wirklich sicheren Überquerungsmöglichkeiten - "besonders vor dem Zebrastreifen von der Pirmingasse zum M-Preis bleiben Fahrzeuge kaum freiwillig stehen, was nach der Straßenverkehrsordnung aber Pflicht wäre". Eine der Initiatorinnen von NiFF und selbst Anrainerin am Fischerhäuslweg, Jennifer Porpaczy, sagt: "Gerade in der angrenzenden Heiligjahr-Siedlung ebenso wie in der Gießensiedlung leben wieder viele Familien mit Kindern. Ich kann vom Kinderzimmerfenster aus täglich beobachten, wie schwer sich Fußgängerinnen und -gänger tun, diesen Zebrastreifen zu überqueren. Gerade Kinder werden oft übersehen. Und zudem fahren die meisten Autos hier viel zu schnell!" Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, haben Kinder als Superhelden verkleidet Fußgängerinnen und -gänger über den Zebrastreifen begleitet. Bei Kaffee und Kuchen im Carport haben sich die Anrainerinnen und Anrainer über die täglichen Gefahren durch den Verkehr ausgetauscht. Besonders gefährlich ist zum Beispiel auch der Schulweg für Kinder aus der Storchenstraße. Hier gibt es auf der Flughafenseite des Fischerhäuslwegs keinen Gehsteig und auch keinen Zebrastreifen. Die Eltern wünschen sich daher neben einer Temporeduktion am Fischerhäuslweg auch eine Gestaltung des Straßenraums auf dieser Seite, wo jetzt nur Autos parken. "Wir sind bereits beim Planen der nächsten Aktionen, zu der wir auch wieder die Innsbrucker Verkehrspolitikerinnen und -politiker einladen werden", sagt Jennifer Porpaczy abschließend.

Baumschutzverordnung

Innsbruck, Hall, Imst, Kufstein, Kitzbühel, Schwaz, Lienz, Landeck, Wörgl, Telfs, Wattens, Rum, Jenbach und Reutte wurden vom Land Tirol zum Thema Baumschutzverordnung eingeladen, außer der Stadt Innsbruck hat jedoch niemand Interesse gezeigt. Zu diesem Interesse gibt es aber unterschiedliche politische Ansicht. GR Gerald Depaoli meint in einer Aussendung: „Georg Willi und die Innsbrucker Grünen sind rethorische Baumschützer.“ Zu den Fakten erklärt Depaoli: Die Gemeinderatsfraktion Gerechtes Innsbruck hat bereits bei der Gemeinderatssitzung am 30. April 2020 einen Antrag für eine Baumschutzverordnung für die Stadt Innsbruck eingebracht. Bürgermeister Georg Willi (GRÜNE) hat bei der Gemeinderatssitzung am 20. Mai 2020 den Antrag für eine Baumschutzverordnung für die Stadt Innsbruck a limine zurückgewiesen, da seiner Rechtsmeinung nach die Grundlage für die Baumschutzverordnung erst vom Tiroler Landtag geschaffen werden muss. Die Gemeinderatsfraktion Gerechtes Innsbruck hat daraufhin bei der Gemeinderatssitzung am 25. Juni 2020 neuerlich einen Antrag für eine Baumschutzverordnung für die Stadt Innsbruck mit folgendem Antragstext eingebracht: "Der Gemeinderat möge beschließen, der Bürgermeister wird beauftragt, gemeinsam mit dem Land Tirol, den zuständigen Behörden und Gremien, eine Baumschutzverordnung für die Stadt Innsbruck auszuarbeiten, welche in Folge von den demokratisch legitimierten Organen der Tiroler Landeshauptstadt in Abstimmung zum Schutz der Bäume ehestmöglich erlassen werden soll." Der Antrag wurde bei der Gemeinderatssitzung am 16. Juli 2020 von den Gemeinderatsfraktionen Georg Willi - Die Innsbrucker Grünen, Für Innsbruck, ÖVP, NEOS und Tiroler Seniorenbund mehrheitlich abgelehnt. Auch die Innsbrucker Freiheitlichen weisen auf die Ablehnung des Antrages hin. „Nicht der grüne Bürgermeister Georg Willi hat ein Herz für Bäume und Grünoasen, sondern andere Fraktionen im Gemeinderat, die bereits schon mehrmals versucht haben eine Baumschutzverordnung in Innsbruck zu etablieren“, erläutern Vizebgm. Markus Lassenberger und StR Rudi Federspiel in einer Aussendung: „Erst als vom Land eine Anfrage zur Möglichkeit der Erlassung einer Baumschutzverordnung in Gemeinden zur Stellungnahme eintraf, kamen die Innsbrucker Grünen nicht mehr aus, denn gegen ihresgleichen im Land zu stimmen, wäre ein fatales Zeichen gewesen“, schildert Lassenberger. Federspiel konkretisiert: „Dass, die Liebe zu Bäumen beim grünen Bürgermeister Willi enden wollend ist, zeigt die Neugestaltung am Bozner Platzes. Dort kommen Grünflächen weg, und ein kerngesunder Baum soll gefällt werden. Mit einer gültigen Baumschutzverordnung wäre dies nicht möglich aber diese haben die Grünen in der Landeshauptstadt immer vehement verhindert.“
 
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