Wissenschaft soll für Frauen attraktiver werden

Im Rahmen der Freiwilligenmesse haben BesucherInnen die Möglichkeit mit Landesrätin Christine Baur zu sprechen.
  • Im Rahmen der Freiwilligenmesse haben BesucherInnen die Möglichkeit mit Landesrätin Christine Baur zu sprechen.
  • Foto: Land Tirol / Berger
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Im November 2015 beschloss die UN-Generalversammlung, den 11. Februar zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft zu erklären. „Schon heute leisten Frauen Großes in Wissenschaft, Technologie und Innovation“, betont Frauenlandesrätin Christine Baur und verweist auf namhafte aus Tirol stammende oder in Tirol tätige Wissenschaftlerinnen wie die Physikerin Monika Ritsch-Marte, die Altersforscherin Beatrix Grubeck-Loebenstein, die Astrophysikerin und Vizerektorin an der Universität Innsbruck Sabine Schindler oder WU-Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger.

Aufholprozess in der Bildungsbeteiligung

„Der uneingeschränkte und gleichberechtigte Zugang von Frauen und Mädchen jeden Alters zur Wissenschaft ist ausschlaggebend für ihre volle und gleichberechtigte Teilhabe und leistet einen entscheidenden Beitrag für die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft“, ist LRin Baur überzeugt. In den vergangenen Jahrzehnten kam es zu einem Aufholprozess von Frauen in der Bildungsbeteiligung, was beispielsweise dazu führte, dass seit Beginn der 1990er Jahre mehr Frauen als Männer ein Studium beginnen. Der AkademikerInnenanteil bei den jungen Frauen ist laut Tiroler Gleichstellungsbericht um 5 Prozentpunkte höher als bei Männern. Nichtsdestotrotz ist der Anteil der PflichtschulabsolventInnen bei Frauen mit 24 Prozent um mehr als die Hälfte höher als bei Männern (15 Prozent). Damit haben sie auch ein höheres Arbeitslosigkeits- und Armutsrisiko.

„Trotz des Aufholprozesses von Frauen in der Bildung haben sich die Unterschiede in den Einkommen nur wenig verändert. Gleiches Einkommen bzw. gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist längst noch nicht erreicht“, stellt LRin Baur klar. Aus diesem Grund findet im Frühjahr die von der Frauenlandesrätin organisierte Enquete „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ statt, bei der ExpertInnen und PolitikerInnen Strategien zur Einkommensgerechtigkeit diskutieren.

Perspektiven aufzeigen

Um Frauen und Mädchen ihre Perspektiven in Wissenschaft und Technik aufzuzeigen, wird jedes Jahr der Girls‘ Day organisiert, der Mädchen Lust auf „männertypische“ Berufe machen soll. Mit dabei sind auch die Universitätsinstitute für Informatik und medizinische Mikrobiologie. „Der Girls‘ Day soll Mädchen darauf aufmerksam machen, dass nicht ihr Geschlecht die Berufswahl bestimmt, sondern ihr Talent und ihr Interesse. Damit wird einerseits ihre Eigenständigkeit gefördert und andererseits bekommen die Mädchen die Möglichkeit, ihr Potenzial voll auszuschöpfen“, erläutert LRin Baur die Intention hinter diesem jährlich im April stattfindenden Aktionstag.

Förderung von hochqualifizierten Wissenschaftlerinnen

„Der Anteil der Frauen in der Wissenschaft, vor allem in den gehobeneren Positionen, ist nach wie vor – auch an den Tiroler Hochschulen – äußerst gering“, weiß Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg. Konnte früher argumentiert werden, dass Frauen in geringerem Ausmaß universitäre Bildung in Anspruch nehmen und es deshalb an weiblichem Nachwuchs fehle, so gilt dies inzwischen schon lange nicht mehr. Obwohl Frauen den größeren Teil der Studierenden stellen und auch mehr Studienabschlüsse vorweisen, ist der Anteil von Frauen an DissertantInnen sowie am wissenschaftlichen Personal geringer. Noch eklatanter ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern bei Habilitationen und Professuren.

„Die österreichische und die Tiroler Forschungsförderung, die Universitäten und Hochschulen fördern Frauen in der Wissenschaft daher gezielt“, berichtet LR Tilg. Auch das Land Tirol unterstützt im Rahmen von Frauenförderprogrammen im Tiroler Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung Frauen in der Forschung und den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs. Im Rahmen von Wissenschaftspreisen oder Auszeichnungen wie den Ring des Landes Tirol werden immer wieder weibliche Vorbilder wie Ingeborg Hochmair-Desoyer vor den Vorhang geholt, um auf die Leistungen von Frauen in der Wissenschaft aufmerksam zu machen.

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