AK-Pendlerstudie Kärnten
Pendeln mit Öffis günstiger, aber schwer möglich

Die Kärntner pendeln immer mehr und immer weiter bzw. länger. Die Arbeitnehmerförderung für Pendler sei weiterhin ein wichtiges Instrument, um Menschen in Beschäftigung zu halten.
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  • Die Kärntner pendeln immer mehr und immer weiter bzw. länger. Die Arbeitnehmerförderung für Pendler sei weiterhin ein wichtiges Instrument, um Menschen in Beschäftigung zu halten.
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Die Kärntner pendeln immer mehr und immer weiter bzw. länger. Die Arbeitnehmerförderung für Pendler sei weiterhin ein wichtiges Instrument, um Menschen in Beschäftigung zu halten.

KÄRNTEN. Die Arbeiterkammer (AK) Kärnten beauftragte Joanneum Research mit einer Pendlerstudie unter rund 200.000 Arbeitnehmern (Zahlen von 2019). Denn Kärnten ist ein Land der Pendler – 159.570 Arbeitnehmer pendeln (80.176 Auspendler*, 79.394 Einpendler**). 
In nur drei Bezirken pendeln mehr Menschen ein als aus – in Klagenfurt (+ 22.081), in Villach (+ 8.518) und im Bezirk Wolfsberg (+ 245). Das industriell geprägte Wolfsberg fällt vor allem aufgrund von überregionalen und ausländischen Einpendlern auf.

In nur drei Bezirken pendeln mehr Menschen ein als aus.
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Zahl der Einpendler nimmt in Unterkärnten zu

In den Bezirken Wolfsberg und auch Völkermarkt hat die Zahl der Einpendler seit 2014 deutlich zugenommen (plus 52,6 Prozent in Wolfsberg; plus 38,3 Prozent in Völkermarkt). Eric Kirschner von Joanneum Research erklärt dies aufgrund der ausländischen Beschäftigten. Die Regionen werden als Arbeitsplatz für diese Menschen immer attraktiver. Im Produktionssektor würde es ohne diese ausländischen Beschäftigten ein leichtes Beschäftigungsminus geben. "Vor allem die Tagespendler aus Slowenien, etwa zur Firma Mahle, spielen eine wesentliche Rolle", erklärt AK-Präsident Günther Goach. 
Durch die Fertigstellung des Koralmtunnels werde das Beschäftigungswachstum in Unterkärnten weiter zunehmen. Landeshauptmann Peter Kaiser bemerkt: "Mobilität ist einer der wichtigsten Standortfaktoren für Kärnten."

Kaum Einpendler im Bezirk Hermagor

Zentrale Arbeitgeber sind natürlich die Bezirke Klagenfurt und Villach. Doch, so Goach, auch aus den Ballungsräumen passiert ein Auspendeln: "Das nimmt zu, denn auch in den peripheren Gebieten gibt es immer mehr Arbeitsplätze, wo auch mehr verdient wird."
Der Bezirk Hermagor steht auf der anderen Seite: Hier pendeln kaum Arbeitnehmer aus anderen Regionen ein.

Woher kommen die Beschäftigten in den Bezirken?
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Produktionsmitarbeiter pendeln auch weiter

95 Prozent aller Pendlerströme befinden sich in Kärnten innerhalb von einer Fahrzeit von 40 Minuten, Kärnten liegt damit im Österreich-Schnitt. 41,8 Prozent der Beschäftigten wohnen und arbeiten sogar in derselben Gemeinde. Und 82,4 Prozent erreichen den Arbeitsplatz innerhalb von 30 Minuten. 
Kärntner, die in der Produktion tätig sind, pendeln auch mal weiter. Höhere Löhne in der Produktion bieten einen Anreiz dazu. Im Dienstleistungsbereich wird vor allem in der Wohngemeinde gearbeitet. 

Schlusslicht bei Erreichbarkeit

Besonders teuer kann das Pendeln in peripheren Regionen – in den Bezirken Hermagor und Spittal – werden. Ohne Auto, also mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kommt man hier oft gar nicht zum Arbeitsplatz. So kostet eine Strecke zwischen Hermagor und Villach, wenn mit dem Auto gependelt wird, zwischen 311 und 818 Euro. Das bedeutet, dass zwischen 14,1 bzw. 37,2 Prozent des Brutto-Medianeinkommens nur für die Fahrt zur Arbeit bezahlt werden muss. Bei geringem Einkommen (z. B. Teilzeit) lohnt sich da die Arbeit oft kaum mehr. 
Der öffentliche Verkehr ist preiswerter als das Auto. Doch mit einem Erreichbarkeitsgrad für regionale Zentren von 58 Prozent innerhalb von 30 Minuten ist Kärnten Schlusslicht in Österreich. 

Präsentierten die AK-Pendlerstudie: Eric Kirschner, Peter Kaiser und Günther Goach
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Bezirkshauptstädte besser anbinden

Joanneum Research empfiehlt eine klare Priorisierung der Infrastruktur-Maßnahmen. Bezirkshauptstädte müssen besser an Ballungsräume angeschlossen werden, was laut Kaiser auch das Land Kärnten verfolgt. "Eine Verbesserung der öffentlichen Erreichbarkeit kann die Mobilität, aber auch die Dynamik innerhalb des Zentralraumes steigern und so die Wettbewerbsfähigkeit im Wirtschafts- und Arbeitsstandort Kärnten erhöhen", heißt es in der Studie. Bessere Taktungen seien zentral. 
Goach: "Die Arbeiterkammer bekennt sich zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs, wo es wichtig und sinnvoll ist. In bestimmten von der Topographie her benachteiligten Regionen macht es aber kaum Sinn, dass Öffis hingeführt werden."

13.000 bekommen Pendlerförderung

Die Studie zeige, so Goach, dass die Arbeitnehmerförderung "ein taugliches Instrument für Berufspendler mit einem niedrigen Einkommen ist, um sie in Beschäftigung zu halten, – gleich ob mit PKW oder als Öffi-Nutzer". 
Das Land stellt jährlich ca. zwei Millionen Euro an Arbeitnehmerförderung für Pendler bereit. Kaiser: "Die Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerförderung macht, genau wie das Kinderstipendium, die Arbeit für viele Menschen erst leistbar." Rund 13.000 Kärntner bekommen die Pendlerförderung jährlich ausgezahlt, sie wird über die Arbeiterkammer administriert.
Auch wenn das 1-2-3-Ticket kommt, werde die Arbeitnehmerförderung weiterhin wichtig sein, sind sich Kaiser und Goach einig. "Wir können bei der Förderung dann andere Schwerpunkte setzen, etwa für jene, die kaum Möglichkeiten haben, die Öffis zu nutzen."

Die Präsentation der Pendlerstudie findet man hier!

* Auspendler:
Arbeitnehmer, die ihren Wohnort verlassen, um in einen der neun weiteren Kärntner Bezirke oder außerhalb Kärntens zu arbeiten.
**Einpendler:
Arbeitnehmer, die von einem Kärntner Bezirk oder außerhalb Kärntens zu ihrer Arbeitsstätte nach Kärnten pendeln.   

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