Ebenforstalm-Hütte im Nationalpark Kalkalpen nach Renovierung wieder geöffnet

Nationalpark Direktor Erich Mayrhofer, Landesrat Max Hiegelsberger, ÖBf-Vorstände Georg Schöppl und Rudolf Freidhager (v.li.)
  • Nationalpark Direktor Erich Mayrhofer, Landesrat Max Hiegelsberger, ÖBf-Vorstände Georg Schöppl und Rudolf Freidhager (v.li.)
  • Foto: Öbf Archiv/Simlinger
  • hochgeladen von Martina Weymayer

Rechtzeitig zum Beginn des Almsommers öffnet die beliebte Hütte auf der Ebenforstalm im Reichraminger Hintergebirge nach umfassender Renovierung wieder ihre Türen. Bereits seit 1843 dient die auf rund 1.100 Meter Seehöhe gelegene Ebenforstalm-Hütte als Unterkunft für Viehhirten, die ihre Tiere auf der Weide sömmern. Heute ist sie zudem ein über die Region hinaus bekanntes und beliebtes Ausflugsziel für die Besucher des Wald-Nationalparks Kalkalpen. Besitzer dieses historischen Kleinods im Naturparadies sind die Österreichischen Bundesforste (ÖBf). Diese haben die bereits stark in die Jahre gekommene Hütte nun gemeinsam mit dem Nationalpark Kalkalpen, der Weidegenossenschaft Großraming und mit finanzieller Unterstützung des Landes Oberösterreich, des Umweltministeriums, der Kommunalkredit sowie der Europäischen Union sorgsam renoviert.

Nachhaltige Renovierung

Um das prächtige, aber im Laufe der Jahrzehnte bereits stark in Mitleidenschaft gezogene Almhütten-Ensemble zu erhalten, starteten die Bundesforste mit Unterstützung der Projektpartner umfassende Sanierungsarbeiten. Die Außenhülle – einst in alter Steinbauweise errichtet – wurde erhalten, auf solide Betonfundamente gestellt und das Gebäude um einen Zubau aus Lärchenholz erweitert. Der historische Dachstuhl wurde verstärkt und das Dach neu mit traditionellen Lärchenholzschindeln gedeckt. „Die Renovierung der alten Gebäude war eine regelrechte Expedition in die Baukunst vergangener Jahrhunderte“, berichtet Schöppl von den Bauarbeiten. In Handarbeit entfernten ÖBf-Arbeiter etwa den gesamten Holzboden im Inneren der Hütte, der – so wie die Außenhülle – direkt aufgelegt auf den feuchten Lehmboden bereits starke Verbrauchsspuren zeigte. Die rund 150 Jahre alte Decke aus Holzbohlen konnte hingegen teilweise originalgetreu erhalten werden. Insgesamt investierten die Projektpartner rund eine halbe Million Euro in die Sanierung der Ebenforstalm-Hütte. „Es war uns wichtig, den historischen Charme der Hütte zu bewahren, aber gleichzeitig für den Komfort von Bewirtschaftern und Gästen eine zeitgemäße und vor allem nachhaltige Technik einfließen zu lassen“, so Schöppl. Eine Photovoltaikanlange sorgt nun für autarke Energieversorgung, neue Sanitäranlagen erhöhen den BesucherInnen-Komfort.

Alm-Jausenstation und Nationalpark-Stützpunkt

Nach der Wiedereröffnung dient das Hüttenensemble als Nationalpark Stützpunkt für Ranger und Naturraumbetreuer sowie als Ausflugsziel und Labstelle für Nationalpark BesucherInnen gleichermaßen. "Ein eigener Infoschwerpunkt informiert über die vielfältige Vogelwelt auf der Alm", so der OÖ-Landtagsabgeordnete Michael Gruber. Die Ebenforstalm ist von Mai bis Oktober geöffnet und wird von Sieglinde Kainz und Erich Eder bewirtschaftet. Wanderer und Naturbegeisterte stärken sich mit regionalen Schmankerln und können auf Anfrage auch im neu ausgebauten Dachgeschoß mit Raum für 20 Personen auf der Alm nächtigen.

Ökosystem Almweide

Eine besondere Herausforderung auf der Ebenforstalm bildet die traditionelle Weidenutzung in Einklang mit den Naturschutz-Zielen des Nationalparks. Bereits seit den 1930er Jahren wird die Ebenforstalm von der Weidegenossenschaft Großraming zum Sömmern von Weidevieh genutzt. Vor dem jährlichen Almauftrieb werden die Flächen regelmäßig geschwendet – also von aufkommendem Gehölz und Strauchwerk befreit. Wertvolle Hochmoore – Heimat seltener Arten wie etwa Sonnentau, Alpen-Fettkraut, Fieberklee oder Torfmoos – werden eigens ausgezäunt und vor Zutritt geschützt. Ganz besondere „Audrah-Hag“-Zäune umfassen das Almgebäude. Dieser Holzzaun enthält keinen einzigen Nagel – die rund 10 cm dicken Holz-Querbalken werden mit unter Hitze gebogenen Ästen verschnürt. Eigens entlang kleiner Wasserläufe gesetzte Erlen und Weiden ergänzen in Zukunft den Lebensraum für Feuersalamander, Sumpfdotterblumen und Knabenkräuter.

Bundesforste im Nationalpark Kalkalpen

Knapp 21.000 Hektar umfasst die Wald-Wildnis des Nationalparks Kalkalpen, rund 90 % der Flächen werden von den Bundesforsten eingebracht. Diese sind über einen eigenen Betrieb in das Nationalpark Management eingebunden und kümmern sich um Naturschutzmaßnahmen, das Wald- und Wildtiermanagement oder Besucherlenkung. Allein im Nationalpark Kalkalpen betreuen und erhalten die Bundesforste mehr als 50, teils denkmalgeschützte Gebäude wie ehemalige Forsthäuser, Holzknecht- oder Jagdhütten. Einige von ihnen, wie das historische Forsthaus Bodinggraben oder die ehemals kaiserliche Jagdhütte Bärenriedlau, wurden bereits renoviert und für Besucher geöffnet. Rund 1,5 Millionen Euro investierten Bundesforste und Projektpartner in den vergangenen Jahren in deren Erhaltung.

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