02.10.2017, 16:00 Uhr

"Auf Haltungsfehler der Kinder achten"

Primar Vinzenz Auersperg, Leiter der Abteilung für Orthopädie im LKH Kirchdorf (Foto: gespag)

Eine krankhafte Kyphose muss orthopädisch begutachtet werden, sagt Primar Vinzenz Auersperg vom LKH Kirchdorf.

BEZIRK (wey). Um Stöße abzudämpfen, ist die gesunde Wirbelsäule mehrfach gebogen: Von der Seite betrachtet zeigt sich ihre typische "Doppel-S-Form" mit einer Biegung nach vorne (Lordose) im Hals- und im Lendenwirbelbereich, wohingegen die Brustwirbelsäule sowie Kreuz- und Steißbein sich nach hinten (Kyphose) wölben. "Weichen die Krümmungen stark von der normalen Anatomie ab, können ernstzunehmende Einschränkungen folgen“, erklärt Primar Vinzenz Auersperg, Leiter der Orthopädie im LKH Kirchdorf. „Eine krankhafte Kyphose, also eine ausgeprägte Wölbung nach hinten, sollte orthopädisch begutachtet werden, besonders wenn sie sich plötzlich entwickelt." Akute und chronische Rückenschmerzen sind bei vielen Patienten Auslöser für den Arztbesuch. Zunehmende Verkrümmungen schränken die Lungenfunktion ein. Beeinträchtigungen des Rückenmarks beziehungsweise der spinalen Nerven können Schmerzen und Muskellähmungen durch eingeengte Nerven verursachen.

Die klassische Ursache der Kyphose im Alter ist Osteoporose. Starke Kyphosen in der Kindheit sind meist angeboren. Häufiges und zu langes Sitzen (Computerarbeit) fördert kyphotische Krümmungen, weshalb Eltern auf Haltungsfehler der Kinder achten sollen. "Auch zu frühe Belastungen der Wirbel im Kindesalter können Kyphosen verstärken“, warnt der Orthopäde.
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