LKH Natters & BKH St. Johann
Ärztekammer fordert mehr Transparenz und Sachlichkeit in der Krankenhausreform

Schließung der Kinderabteilung des BKH St. Johann gefährdet die Versorgung in der Region
  • Schließung der Kinderabteilung des BKH St. Johann gefährdet die Versorgung in der Region
  • Foto: C. Egger
  • hochgeladen von Laura Sternagel

TIROL. Im Rahmen des Strukturplans Gesundheit 2025 sollen die Sonderkrankenanstalt Natters und die Kinderabteilung im BKH St. Johann geschlossen werden. Statt handfester Gründe für die Schließung, gab es unzählige offene Fragen. Artur Wechselberger, Präsident der Ärztekammer für Tirol fordert daher eine Offenlegung der Fakten, Pläne und Konzepte.

„Tirols Bevölkerung hat es verdient, dass die Zukunft der heimischen Spitäler und der medizinischen Versorgung transparent, unter Einbindung der Betroffenen und mit Berücksichtigung aller relevanten Versorgungsgrundsätze diskutiert und gestaltet wird“, präzisiert Wechselberger den Standpunkt der Ärztekammer für Tirol.

Wer sich beim Vorstoß des Landes zur Schließung der Sonderkrankenanstalt Natters und der Kinderabteilung im Bezirkskrankenhaus St. Johann handfeste, schlüssige und geprüfte Gründe erwartet hatte, wurde rasch eines Besseren belehrt. Zahlreiche medizinische, ökonomische, bauliche, infrastrukturelle, aber auch personelle Fragen blieben offen.

Schließung der Kinderabteilung gefährdet die Versorgung in der Region

Insbesondere die Schließung der Kinderabteilung in St. Johann sei nicht gerechtfertigt. Schließlich zeichnet der Verband für ein wirtschaftlich positiv gebarendes Krankenhaus verantwortlich. Somit zieht dort – anders als bei den tirol kliniken – nicht einmal das Argument eines budgetären Abgangs. Auch eine kinderärztliche Überversorgung kann als Begründung nicht gelten. Steht doch nur ein Kinderarzt mit Kassenverträgen für den gesamten Bezirk Kitzbühel zur Verfügung. Zudem rechtfertigt eine Geburtenstation mit 700 Geburten pro Jahr den Erhalt der ausgezeichnet funktionierenden pädiatrischen Abteilung. Ganz zu schweigen von der bundesländerüberschreitenden Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus dem angrenzenden Pinzgau. Insgesamt 2.000 stationäre Patienten und etwa 4.000 ambulante Patientenkontakte belegen das Versorgungsausmaß der Abteilung. „Eine Schließung der Kinderabteilung im Krankenhaus St. Johann würde die fachärztliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen in einer ganzen Region vorsätzlich gefährden“, warnt der Vizepräsident der Ärztekammer für Tirol, Klaus Kapelari, selbst Oberarzt an der Kinderklinik in Innsbruck, vor unüberlegten Schnellschüssen.

Ein weiteres Zeichen planungspolitischer Kurzsichtigkeit spricht der Vertreter der Spitalsärzte in Tirol, Kurienobmann Dr. Ludwig Gruber, an. Ihm fehlt in der Diskussion gänzlich der Blick auf die Ausbildung von Jungärztinnen und Jungärzten. „Die Zerschlagung von Versorgungsstrukturen in Natters und St. Johann gefährdet nachhaltig die Ausbildung des allgemeinmedizinischen, lungenärztlichen und kinderärztlichen Nachwuchses“, spricht Gruber ein wichtiges Versorgungsthema an.

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