Holz – Forstbetrieb Unterinntal
Leistungsvielfalt in heimischen Bergen

In heimischen Wäldern wird eifrig gearbeitet.
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Ein wichtiger "Player in der heimischen Wald- und Forstwirtschaft ist der "Forstbetrieb Unterinntal" der ÖBf.
BEZIRK KITZBÜHEL (niko). Von der bayrischen Grenze über das Brandenberg- und Thierseetal hinweg über die Kitzbüheler „Gras-“, die Loferer Steinberge und das Kaisergebirge bis zu den Gletschern des Tuxer Hauptkamms und der Zillertaler Alpen erstrecken sich die Flächen des Forstbetriebs Unterinntal. Dementsprechend vielfältig sind auch die ökologischen, klimatischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. Wälder, Berge und Gewässer bewirtschaftet der Forstbetrieb im Sinne der Nachhaltigkeit: Entnommen wird nicht mehr als nachwächst.

Der Forstbetrieb besteht jeweils zu gleichen Teilen aus Wald und Kahlflächen im Hochgebirge. Er verfügt mit mehr als 22.000 Hektar über die größten Schutzwaldgebiete bei den Bundesforsten. Die Pflege der Baumbestände dient nicht nur der Erhaltung des Waldes selbst, sondern auch dem Schutz der Siedlungsräume und Verkehrswege vor Naturgefahren wie Lawinen, Muren oder Steinschlägen.

Naturnahe Waldwirtschaft

Holz ist für den Forstbetrieb Unterinntal der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Etwa drei Viertel des Umsatzes werden in diesem Bereich erzielt. Hauptbaumart ist die Fichte, gefolgt von der Tanne und der Buche. Im Sinne einer nachhaltigen, naturnahen Waldbewirtschaftung setzen die Bundesforste vorwiegend auf natürliche Verjüngung, bei der sich der Wald aus seinen eigenen Samen erneuert. Keimlinge und Jungwuchs werden durch die gezielte Auflockerung des Kronendachs in ihrem Wachstum gefördert. Neben einer artenreichen alpinen Flora bietet der Forstbetrieb Unterinntal zudem Lebensraum für Gams-, Reh und Rotwild, Murmeltiere, Raufußhühner (Auer-, Birk- und Haselwild) sowie für das vor mehr als 30 Jahren wieder angesiedelte Steinwild. Gemeinsam mit ihren Jagdkunden sorgen die Bundesforste für ein ganzheitliches Wildtiermanagement, das forstliche, ökologische und öffentliche Ansprüche in Einklang bringt.

Breite Geschäftspalette

Im touristisch sehr gut erschlossenen Unterland kommt dem Forstbetrieb als größtem Wald- und Grundeigentümer in der Region besondere Bedeutung zu. Neben zahlreichen Wander-, Mountainbike oder Reitwegen bilden große ÖBf-Waldflächen das Herzstück vielfältiger Wintersportgebiete. Ein weiteres wichtiges Standbein für den Forstbetrieb ist die Vermietung und Verpachtung von Immobilien sowie die Vergabe von Baurechten an Private oder Bauträger. Außerdem übernimmt der Forstbetrieb forstliche Dienstleistungen für private Waldbesitzer. Das Angebot reicht von forstlicher Beratung über Waldbewirtschaftung samt Holzernte und Vermarktung bis hin zu Naturraumplanungen von Wanderwegen oder Skipisten. Die abwechslungsreichen Naturkulissen sind beliebte Motive für zahlreiche Film- und Fotoproduktionen. Landschaftlich reizvolle Jagdreviere in teils herausfordernden alpinen Lagen ergänzen das Portfolio.

Moor & Wasser

Zwei Naturdenkmäler von internationaler Bedeutung bilden die Hochmoor- und Feuchtflächen in der Wildalmfilz an der Grenze zu Bayern und die Moorflächen am Fuße des Wilden Kaisers bei Kitzbühel. Sie verfügen beide über den internationalen Schutzstatus der Ramsar Konvention.
Insgesamt steuert der Forstbetrieb Unterinntal mit etwa 170 ha ein Zehntel zur gesamten ÖBf-Moorfläche bei, die die Bundesforste seit 1993 freiwillig unter Schutz gestellt haben.
Ein Naturschauspiel bietet das Wasser in der Region Fieberbrunn mit den „Schreienden Brunnen“. Diese verdanken ihren Namen einer Quelle, die bei ihrem Austritt über 50 m hohe Kaskaden in die Tiefe stürzt und dabei geheimnisvolle Laute offenbart.

Naturschutz

Ausgedehnte Schutzgebiete, darunter Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Ruhezonen sowie Natura-2000-Flächen, liegen beispielsweise in der Region Hefferthorn-Fellhorn (Waidring) und im Bereich Spertental-Rettenstein.
Gemeinsam mit eigenen Naturraum-Managern verwirklicht der Forstbetrieb jährlich zahlreiche Projekte zur Sicherung und Förderung der Artenvielfalt vor allem in Moorgebieten.

Wintertourismus

Für Sporttouristen hat die Region vielerlei zu bieten. Im Sommer ist sie Ziel von Bergsteigern und Wanderern mit vielen attraktiven Zielen, im Winter regiert der Skisport. Auf den Flächen des Forstbetriebs liegen u. a. weite Teile der Skiwelt Wilder Kaiser – Brixental, die Wintersportregion rund um Kitzbühel sowie das Zillertal, (samt weiter Teile des Hintertuxer Gletschers, Anm.).

Aber auch Touristen mit weniger sportlichem Ehrgeiz kommen im Unterinntal auf ihre Kosten. Zwischen Inntal und Thierseetal liegt auf der Hundalm in einer Tiefe von 40 m die einzige Eis- und Tropfstein-höhle Tirols. Ein viel beachtetes Kunst- und Kulturprojekt ist der Schwazer Silberwald „Loorien alpha“, der als begehbare Freiluftgalerie gerne als Erholungsort, Plattform für Naturkunst und Dialoge genutzt wird.

Leitung/Reviere

Betriebsleiter des Forstbetriebs ist Hermann Schmiderer (Sitz in Hopfgarten); Ansprechpartner im Bezirk Kitzbühel gibt es in den Forstrevieren Kössen, Fieberbrunn, Kitzbühel und Brixental sowie für "Jagd und Fischerei", Immobilien und Naturführungen (alle in Hopfgarten)

Die Bundesforste im Überblick

Als das Naturunternehmen Österreichs betreuen die Österreichischen Bundeforste jeden zehnten Quadratmeter des Landes und 15 Prozent der Waldfläche. Sie pflegen, schützen und bewirtschaften die natürlichen Ressourcen der Republik Österreich – Seen, Wälder und Berge – im Sinne der Nachhaltigkeit: Dem Wald wird nur so viel Holz entnommen wie laufend nachwächst.
Der Schutz von Natur und Umwelt sowie die Wahrung gesellschaftlicher Ansprüche und Interessen stehen gleichrangig neben der Erzielung wirtschaftlicher Erfolge. Die Naturflächen, die in zwölf Forst- und zwei Nationalparkbetrieben zusammengefasst werden, sind nicht nur funktionierende Ökosysteme mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch einzigartiger Erholungsraum für den Menschen.

Eine lebenswichtige Rolle übernimmt der Wald dort, wo er Siedlungen und Infrastruktur vor zerstörerischen Naturgewalten schützt.Kerngeschäft der Bundesforste ist die Forstwirtschaft. Sie wird naturnah und nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit betrieben. Untrennbar mit Wald und Wasser verbunden sind Jagd- und Fischereiaktivitäten. Zweites Standbein der Bundesforste ist die Entwicklung und das Management von Immobilien. Mit rund 4.100 Objekten sind die ÖBf einer der größten Immobilienbewirtschafter des Landes. Die ÖBf-Dienstleistungen als drittes Standbein umfassen die Weitergabe von Know-how und die Bewirtschaftung von Waldflächen für Kunden. Vierter und jüngster Geschäftsbereich ist die Erneuerbare Energie. Als Nachhaltigkeitsunternehmen unterstützen die ÖBf Energiegewinnung aus natürlichen Ressourcen und engagieren sich in den Bereichen Wind- und Kleinwasserkraft, Waldbiomasse sowie Photovoltaik.

Die Österreichischen Bundesforste und der Großteil ihrer Flächen stehen im Eigentum der Republik. 1997 wurden die seit 1925 bestehenden Bundesforste aus dem Staatshaushalt ausgegliedert und als Aktiengesellschaft neu gegründet. Alleinaktionärin der damals geschaffenen ÖBf AG ist die Republik Österreich. Für das Recht zur Betreuung und Bewirtschaftung leisten die ÖBf ein jährliches Fruchtgenussentgelt von 50 % des Jahresüberschusses an die Republik.

Autor:

Klaus Kogler aus Kitzbühel

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